Samsung Galaxy TabPro S im Test: Das Super AMOLED-Surface

Konkurrenz zum iPad Pro und Surface Pro 4?

Was für ein tolles Display! Ganz klar der Star auf der Ausstattungsliste.

Mit dem Galaxy TabPro S liefert Samsung eine ernstzunehmende Alternative zum Apple iPad Pro und Microsoft Surface Pro 4 ab. Als einziger Kandidat wirft das Windows 10-Tablet mit Tastatur ein Super AMOLED-Display in den Ring, das uns sehr gut gefällt. Im Test muss das Galaxy TabPro S beweisen, aus was für einem Holz der Rest geschnitzt ist.

Sind klassische Notebooks dem Untergang geweiht? Will wirklich niemand mehr einen herkömmlichen Laptop kaufen? Angesicht der jüngsten Neuvorstellungen von Apple, Microsoft und jetzt Samsung könnte man zu dieser Ansicht gelangen. Natürlich mischen die so genannten Convertibles, 2-in-1-Hybrid-Geräte und Detachtables schon länger den Markt auf. Doch gerade mit der Vorstellung des Surface Pro 4, Surface Book, wenn man so will die aktuellen Vorzeige-Devices für Windows 10, kommt erneut Bewegung in die Gerätelandschaft.

Technische Daten Samsung Galaxy TabPro S

  • CPU: Intel Core m3-6Y30 (2,2 Gigahertz)
  • Grafik: Intel HD Graphics 515
  • Speicher: 128 Gigabyte
  • RAM: 4 Gigabyte
  • Display: 12,0 Zoll Super AMOLED
  • Auflösung: 2.160 x 1.440 Pixel
  • Akkulaufzeit: bis zu zehn Stunden (5.200 Milliamperestunden)
  • OS: Windows 10 Home / Windows 10 Pro
  • Anschlüsse: USB-C-Port, Kopfhöreranschluss
  • Drahtlos: WLAN (a/b/g/n/ac), Bluetooth 4.1, NFC
  • LTE-Modem: optional
  • Kameras: 2 x 5,0 Megapixel
  • Gewicht: 693 Gramm
  • Gewicht mit Tastatur: 1.081 Gramm
  • Preis Testgerät: 999 Euro mit Windows 10 Home, 1.099 mit Windows 10 Pro
  • Preis LTE-Version: 1.199 Euro, ausschließlich mit Windows 10 Pro
Video: Samsung Galaxy TabPro S im Test

Zu den so genannten Detachables gehört auch das Testgerät. Das Galaxy TabPro S ist in erster Linie ein Tablet-PC, der sich mit Hilfe einer ansteckbaren Tastatur in ein Notebook verwandeln lässt. Im Gegensatz zu Apple und Microsoft gehört die praktische Tastatur, die gleichzeitig auch Display und Tablet-Rückseite bei Nichtgebrauch schützt, stets zum Lieferumfang. Der Preis von mindestens 1.000 Euro relativiert sich dadurch jedoch nur ein wenig. Ein Eingabestift kostet darüberhinaus ebenfalls extra.

Design und Verarbeitung

Genau wie bei Smartphones ähneln sich die meisten Tablet-PCs mittlerweile. Ein wenig Abwechslung bringt Samsung durch einen schön anzuschauenden Metallrahmen in Spiel, der das zwölf Zoll messende Display einfasst.

Samsung Galaxy TabPro S im Test

10 Bilder
Zur Galerie

Trotz seiner Dicke von gerade einmal 6,3 Millimetern ist das TabPro S außerordentlich verwindungssteif. Für die übrige Verarbeitung finden wir ebenfalls Lob - nichts klappert, nichts wackelt, wenn wir das Tablet kräftig schütteln und auffällige Spaltmaße oder sonstige Produktionsmängel können wir ebenfalls nicht entdecken. Ohne Tastatur wiegt das Galaxy TabPro S 693 Gramm, mit Tastatur 1081 Gramm. Zum Vergleich: Apples iPad Pro bringt 713 Gramm auf die Waage, das Surface Pro 4 wiegt 787 Gramm ohne und 1.091 Gramm mit Tastatur. 

Display: Ein echtes Prunkstück

Das zwölf Zoll (30,44 Zentimeter) messende Super AMOLED-Display ist klar das Prunkstück des TabPro S und fast schon ein Alleinstellungsmerkmal. Mit seiner hohen Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln stellt es Inhalte sehr scharf dar. Isolierte Pixel lassen sich mit bloßem Auge nicht ausmachen. AMOLED-typisch sind die Farben sehr kräftig, in unseren Augen jedoch nicht überzeichnet.

Wer mit Farben und Kontrast unzufrieden ist, kann über ein Menü Einfluss nehmen. Samsung bietet hier die Modi "Anpassungsfähige Anzeige" (adaptive Display), "AMOLED-Kino", "AMOLED-Foto" und "Grundlegend" an. Wir haben das Tablet die meiste Zeit über im Modus "Anpassungsfähige Anzeige", bei der die Software anhand von Umgebungslicht und dargestelltem Inhalt die Farbregelung automatisch vornimmt, verwendet.

Im Prinzip ist es egal, aus welchem Blickwinkel ihr auf den Touchscreen blickt - selbst aus ganz spitzen Winkeln kommt es nicht zu störenden Farbverfälschungen. Es gibt jedoch sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen einen bestimmten Punkt, an dem die Farben OLED-typisch umschwenken. Im Alltag ist dies aber nicht wirklich ein Problem.

Wie bei den meisten Tablet-PCs spiegelt auch der Monitor des Testgerätes verhältnismäßig stark, was die Arbeit im Freien stört. Selbst bei maximaler Helligkeit lassen sich Inhalte mitunter nur sehr schwierig erkennen. Eine weitere Unart: Binnen kürzester Zeit ist der Bildschirm mit Fingerabdrücken übersät. Ein Putztuch sollte für penible Zeitgenossen also unbedingt zur Grundausstattung im Rucksack gehören.

So schreibt es sich auf der Tastatur

Dass die Tastaturhülle beim TabPro S nicht extra dazu gekauft werden muss, bringt Pluspunkte. Dennoch sind wir mit ihr nicht rundum zufrieden. Der Druckpunkt und der verhältnismäßig geringe Hub der insgesamt 81 Tasten erinnern an die Surface Type-Cover. 

An die Qualität klassischer Notebook-Tastaturen kommt sie daher bei weitem nicht heran. Das ohnehin recht knapp bemessene Trackpad reagiert im oberen Drittel nur mit viel Nachdruck auf Klicks. Eine Tastaturbeleuchtung fehlt, was die Arbeit im Dunkeln mit dem TabPro S erschwert. 

Leider ist die Kombination TabPro S und Tastatur zu labil geraten. An ein Arbeiten auf den Knien oder dem Schoß ist nur im Notfall zu denken, da beim Tippen die gesamte Konstruktion in Wallungen gerät, und der Vielschreiber droht, seekrank zu werden. Ist eine stabile Unterlage wie ein Schreibtisch gefunden, stört, dass der Aufstellwinkel des Displays wie beim iPad Pro fest vorgegeben ist. 

In diesem Punkt hat die Surface-Reihe mit dem ausklappbaren und frei einstellbaren Metallständer noch immer die Nase ganz weit vorne, zumal unser Testgerät jede Eingabe mit dem Finger auf den Touchscreen durch geringes, mitunter aber störendes Nachwippen quittiert.

Leistung und Akkulaufzeit

Samsung wählt als Antrieb für das TabPro S den Intel Core m3-6Y30 mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,2 Gigahertz. Eine gute Wahl, wie sich im Test herausstellt. Im Zusammenspiel mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher haben wir im Testzeitraum ein durchgängig hohes Arbeitstempo erreicht. Apps öffnen sich zügig und selbst sehr große Excel-Tabellen zwingen den Prozessor nicht in die Knie. Testweise installierten wir das Benchmark-Tool Cinebench R15 auf dem TabPro S. Hierbei erzielte es 24,53 Bildwiederholungen im OpenGL-Test und 171 cb-Punkte im CPU-Test.

An der Verarbeitungsqualität des Samsung Galaxy TabPro S haben wir nichts auszusetzen. Nur aus sehr ungünstigen Winkeln kommt es beim Display zu Farbverfälschungen.
An der Verarbeitungsqualität des Samsung Galaxy TabPro S haben wir nichts auszusetzen. Nur aus sehr ungünstigen Winkeln kommt es beim Display zu Farbverfälschungen. (Quelle: netzwelt)

Dass mittlerweile Tablets selbst beim Videoschnitt mithalten können, hat unlängst das iPad Pro unter Beweis gestellt. Und auch mit dem Galaxy TabPro S lassen sich kurze Clips unterwegs ohne große Mühen mit Programmen wie PowerDirector Mobile von Cyberlink schneiden, ohne, dass es zu langen Wartezeiten kommt.

Etwas ärgerlich in diesem Zusammenhang ist die dürftige Schnittstellenauswahl. Wir finden neben dem magnetischen Tastaturdock lediglich einen einzelnen USB-C-Port am Testgerät vor. Gegen Aufpreis verkauft Samsung eine Docking-Lösung in Form eines kleinen Kastens, der weitere Anschlüsse wie einen USB-A-Port bereitstellt. Dann lassen sich neben externen Monitoren auch klassische Mäuse anschließen.

Auch auf einen SD-Kartenschacht müsst ihr verzichten. Der 128 Gigabyte fassende SSD-Speicher, von dem natürlich das installierte Windows 10 sich einen Teil abzweigt, ist neben Cloud-Speichern die einzige Möglichkeit, Daten abzulegen.

Die von Samsung versprochene Akkulaufzeit von zehn Stunden konnten wir im Test nur dann erreichen, wenn wir die Displayhelligkeit auf ein Minimum herunter regelten. Im Mischbetrieb (Surfen, Video, Textverarbeitung, Spielen) ist der fest verbaute 5.200-Milliamperestunden-Akku für praxisgerechte Laufzeiten zwischen sechs und acht Stunden gut. Er wird über ein Schnelllade-Netzteil mit frischem Strom versorgt und ist in knapp 2,5 Stunden wieder vollständig aufgeladen. 

Multimedia

Wie es sich gehört, verbaut Samsung jeweils eine Kamera auf der Vorder- und Rückseite. Beide Sensoren lösen mit fünf Megapixeln auf, jedoch nur die Hautpkamera auf der Rückseite verfügt über einen passablen Autofokus. Ein LED-Blitz gibt es nicht.

Die Tastatur ist brauchbar, fällt im direkten Vergleich zur klassischen Notebook-Klaviatur aber deutlich zurück. Eine Beleuchtung fehlt.
Die Tastatur ist brauchbar, fällt im direkten Vergleich zur klassischen Notebook-Klaviatur aber deutlich zurück. Eine Beleuchtung fehlt. (Quelle: netzwelt)

Die Qualität der Video- und Foto-Aufnahmen ist durchschnittlich - aber damit praxisgerecht. Bevor wir unsere Tablet-Notebook-Mischung zum Fotografieren oder Filmen nutzen, zücken wir doch lieber das Smartphone. Dennoch würden den Testaufnahmen weniger Bildrauschen gut zu Gesicht stehen.

Die beiden Mini-Lautsprecher links und rechts im Gehäuse bemühen sich nach Kräften, Filmen eine annehmbare Klanguntermalung zu bieten. Das gelingt nur bedingt - bauartbedingt fehlt es dem Klang am Bassfundament, und auch die Höhen wirken arg unterdrückt. Besser vernünftige Kopfhörer anschließen!

Zubehör

Gegen Aufpreis bietet Samsung einen, per Bluetooth koppelbaren, aktiven Stift (Digitizer) an, der 1.024 Druckstufen unterstützt. Diesen konnten wir bislang leider noch nicht ausprobieren. 

Das ist uns sonst noch aufgefallen

Beim Öffnen der Kamera und insbesondere beim Aufzeichnen von Videos stürzte die Samsung-eigene Kamera-App ein paar Mal ab und musste neu gestartet werden.

Hinweis: Fahrtkosten und eine Hotel-Übernachtung zur TabPro S-Vorstellung in Köln wurden von Samsung übernommen. Mehr dazu in unseren Transparenz-Richtlinien.

Samsung Galaxy TabPro S: Fazit

AMOLED Amore! 8.1/10

Uns beeindruckt vor allem das Super AMOLED-Display am Samsung Galaxy TabPro S. Die Prozessor-Power ist ebenfalls absolut ausreichend für alle normalen Alltagsaufgaben und ein wenig darüber hinaus. Kritik steckt die Tastaturhülle ein - hier hätten wir uns eine stabilere Konstruktion mit frei einstellbarem Neigungswinkel gewünscht und die paar Gramm Mehrgewicht dafür gerne in Kauf genommen.

Das hat uns gefallen

  • Display-Qualität
  • Tastatur im Preis enthalten
  • ausreichend Leistung

Das hat uns nicht gefallen

  • Schreibgefühl nach Notebook-Maßstäben
  • kein SD-Kartenslot
  • fester Bildschirmwinkel
Testnote 8,1 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

9,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

8,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Samsung Deutschland zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Samsung Galaxy TabPro S selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 38 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Bestenlisten

Samsung Galaxy TabPro S wurde in folgende Tablet-Bestenlisten einsortiert.

Die besten Tablets mit Tastatur - endlich produktiv arbeiten unter Windows, Android, iOS
Die besten Tablets mit Tastatur - endlich produktiv arbeiten unter Windows, Android, iOS Bestenliste Tablet-PCs mit Tastaturen, so genannte 2-in-1, können durchaus Aufgaben eines ausgewachsenen Notebooks übernehmen. Wir präsentieren euch an dieser Stelle die besten Modelle 2017 und geben euch in einer Kaufberatung weitere Tipps. Zur Bestenliste

Das könnte dich auch interessieren

Links zum Thema
Samsung Galaxy TabPro S im Zeitverlauf
1 von 2
  • Galaxy TabPro S: 2-in-1-Tablet ab sofort erhältlich

    29.02.2016 1.000 Euro müsst ihr mindestens für das Samsung Galaxy TabPro S auf den Tisch legen. Stets im Preis enthalten ist die abnehmbare Book Cover-Tastatur, die gleichzeitig auch den Bildschirm schützt. Einen Bedienstift (Stylus) verkauft der Hersteller optional. Wir konnten das Detachable bereits auf der CES in Las Vegas ausprobieren. Highlight ist sicherlich das zwölf Zoll (30,44 Zentimeter) messende Display mit einer Auflösung von 2.160 x 1.440 Bildpunkten.

    Zum Vergleich: Das Microsoft Surface Pro 4 verfügt über einen 12,3 Zoll messenden Touchscreen mit 2.736 x 1.824 Pixeln. Beim iPad Pro tummeln sich 2.732 x 2.048 Bildpunkte auf 12,9 Zoll. Dafür setzt Samsung beim TabPro S als einziger der genannten Hersteller auf ein Super AMOLED-Display.

    Als Antrieb dient ein Intel Core M-Prozessor der aktuellen Skylake-Generation, zusammen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Der 5.200 Milliamperestunden fassende Akku soll laut Samsung für eine Laufzeit von bis zu zehn Stunden gut sein - je nach Nutzungsszenario - und sich binnen 150 Minuten vollständig über den USB-C-Port aufladen lassen.

    Drei verschiedene Versionen vom Galaxy TabPro S bietet Samsung zum Start an, die sich nur in Details voneinander unterscheiden. Alle verfügen über eine Speicherkapazität von 128 Gigabyte, die Gehäusefarbe ist immer Schwarz.

    Bei der Basis-Version für knapp 1.000 Euro installiert der südkoreanische Hersteller Windows 10 Home. Wer hingegen lieber Windows 10 Pro vorinstalliert haben möchte, muss einhundert Euro Aufpreis einkalkulieren. Die Top-Version mit Windows 10 Pro und eingebautem LTE-Modem schlägt mit 1.200 Euro zu Buche.

Zurück
Weiter
zur
Startseite

zur
Startseite