Samsung NX1 im Test: Profi-Systemkamera oder Amateur-DSLM? (Firmware 1.3)

Auf die Details kommt es an

von Dennis Imhäuser
Die Samsung NX1 im Test.

Die Samsung NX1 ist die erste Profi-DSLM des südkoreanischen Herstellers. Hohe Geschwindigkeit, 4K und die höchste Auflösung eines Bildsensors in der APS-C-Klasse schmücken das Datenblatt. Ob die NX1 im Einsatz auch professionellen Ansprüchen genügt, lest ihr im Test auf netzwelt.

Hinweis: Der Testbericht bezieht sich auf die NX1 mit der Firmware 1.1. Alle Informationen zu neuen Firmware-Versionen lest ihr am Ende des Artikels!

Um auf dem Kameramarkt Fuß zu fassen, braucht ein Hersteller mehr als nur ein gutes System. Er braucht eine Tradition und ein gutes, eigenes Objektivprogramm. Das musste Samsung auch feststellen, die Kooperation mit Pentax aus dem Jahre 2006 verlief nicht gerade glanzvoll. Damals haben die Südkoreaner DSLR-Modelle von Pentax mit eigener Firmware und Schriftzug versehen. Mit dem Anspruch "Marktführer" zu werden, hat dies allerdings weniger zu tun. Aber Samsung hat sich bei der Einführung der Systemkameras durch Olympus und Panasonic zu einem potenten Mitbewerber entwickelt und zumindest in diesem Marktsegment ein eigenes System aufgebaut.

Bislang wurden 16 Objektive von Samsung veröffentlicht. Auch eigene Blitzgeräte stellte Samsung 2014 endlich vor. Es handelt sich dabei offenbar um Blitze der Marke Metz mit Samsung-Schriftzug, bestätigen wollte Samsung dies allerdings nicht offiziell. Systemkameras werden fast jährlich neu aufgelegt, allerdings bislang eher im unteren und mittleren Preissegment bis 1.000 Euro.

Samsung NX1 im Test

Neben Experimenten wie der Samsung Galaxy NX (Testbericht) fehlte es Samsung an einer wirklichen Profi-Systemkamera, die mit der Konkurrenz wie der Olympus OM-D E-M1 oder der Sony Alpha 7R mithalten konnte. Zudem fehlte es auch an Profi-Objektiven. Auf der Photokina 2014 fängt Samsung nun langsam an, ein Profi-Segment aufzubauen. Verkaufsrekorde werden die NX1 und die Pro-Objektive der S-Reihe sicherlich nicht erzielen, doch will sich Samsung dauerhaft auf dem Markt etablieren, gehört eine Profi-Sparte dazu. Das bringt einer Marke das nicht zuletzt auf dem Fotomarkt wichtige Prestige. Die NX1 soll all dies nun aufwiegeln und als erste Profi-Systemkamera in gleich mehreren Disziplinen auftrumpfen.

Verarbeitung und Bedienung

Die Samsung NX1 ist gut verarbeitet. Das Magnesiumgehäuse fühlt sich wertig an. Der glatte Kunststoffüberzug ist "Geschmacksache", aber das Material der Rändelräder ist für eine Profi-Systemkamera dann doch zu günstig gewählt. Hier hätte es ruhig auch Metall sein können wie beim Modus- oder dem Aufnahmemoduswahlrad. Diese sind griffig und rasten sicher ein. Was ein guter Druckpunkt eines Tasters ist, zeigt Olympus mit der OM-D E-M1. Bessere Taster habe ich bislang an keiner Kamera bedient. Auch hier hat die NX1 leichte schwächen. Die Tasten für Weißabgleich, Autofokussteuerung, Lichtempfindlichkeit und Belichtungsmesser sind schmal und nicht präzise. Das Bedienelement auf der linken oberen Gehäuseseite mit Direktzugriff und Aufnahmemoduswahlrad dürfte Nikon-Fotografen bekannt vorkommen, jedoch ist dies bei den DSLR-Konkurrenten D810 (Testbericht) besser gelöst.

360-Grad-Ansicht der Samsung NX1

30 Bilder
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Die Tasten auf der Oberseite fallen zum Teil klein aus. Dies ist bei der Taste der Belichtungsmessung "AEL" am rechten Rand besonders ärgerlich. Die Taste kann mit dem Daumen sehr einfach erreicht werden, doch hätte ich mir dort lieber eine deutliche Tastenerhöhung wie auf der Rückseite gewünscht, um die Belichtungsspeicherung beim Blick durch den Sucher besser zu erfühlen. Gleiches gilt für die Belichtungskorrektur neben dem vorderen Rändelrad. Auch hier wäre ein nach oben gewölbter Taster besser zu erfühlen gewesen. Auf der Rückseite findet ihr sehr gute Taster, die nicht unter Berücksichtigung auf das Gehäusedesign "künstlich" versenkt wurden und allesamt einen guten Druckpunkt aufweisen.

Neben dem Objektiv befindet sich eine Abblendtaste. Die Funktionen der Rändelräder lassen sich konfigurieren, und auch das hintere Daumenrad kann mit Funktionen belegt werden. Das unterstreicht den professionellen Charakter der NX1 deutlich. Es gibt verschiedene Wege, die NX1 zu steuern. Hinzu kommen die Objektive mit i-Funktion, über die ihr ebenfalls Zugriff auf die wichtigsten Kameraparameter erhalten könnt. Im manuellen Modus habe ich mir beispielsweise die Blende auf das vordere Rad, die Zeit auf das hintere und die Lichtempfindlichkeit auf das Daumenrad der Rückseite gelegt. Damit habe ich drei Räder und kann alle relevanten Einstellungen verändern, ohne auch nur einmal den Blick vom Sucher zu nehmen.

Fotografen, die gern mit einem Touchscreen arbeiten, kommen bei der NX1 ebenfalls auf ihre Kosten. Die Erfahrungen von Samsung, Menüs und Bedienung für ein Touchscreen zu optimieren, kommen auch bei der NX1 zum Tragen. Die Touchbedienung der NX1 überzeugt. Fokuspunkt und Belichtungsmessung können voneinander getrennt via Toucheingabe gesteuert werden. Dies wurde so gut gelöst wie bei der NX30 (Testbericht). Mit Akku und Speicherkarte bringt das Gehäuse 634 Gramm auf die Waage. Mit dem Pro-Objektiv 16-50mm-Ojektiv kommt die Kombination auf 1.240 Gramm.

Foto

Die NX1 bietet die höchste Auflösung aller APS-C-Kameras. 30,7 Megapixel hat Samsung auf dem BSI-CMOS-Sensor (netzwelt-Wissen: Bildsensoren) untergebracht. Die effektive Auflösung beträgt stolze 28,2 Megapixel. Der Rest wird für Autofokus und Belichtungsmessung verwendet. Gerade beim Hybrid-Autofokus setzt Samsung auf ungewöhnlich viele Messfelder. 153 Messfelder für den Phasen-Autofokus und 209 für den Kontrast-Autofokus decken 90 Prozent der Sucherfläche ab. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/8000 Sekunde, und die maximale Lichtempfindlichkeit von ISO 51.200 sind sehr gute Werte.

Bei dem Bildsensor der NX1 handelt es sich um einen BSI-CMOS-Sensor mit 28,2 Megapixeln. damit bietet die Systemkamera die höchste Auflösung aller derzeit verfügbaren Digitalkameras mit diesem Format.
Bei dem Bildsensor der NX1 handelt es sich um einen BSI-CMOS-Sensor mit 28,2 Megapixeln. damit bietet die Systemkamera die höchste Auflösung aller derzeit verfügbaren Digitalkameras mit diesem Format. (Quelle: netzwelt)

Im Test hingegen schwanken wir zwischen Begeisterung und Ernüchterung. Bei voller Serienbildgeschwindigkeit von 15 Bildern pro Sekunde und kontinuierlichem Autofokus produzieren wir unterschiedliche Ergebnisse. Einmal sind nur wenige Bilder des rasenden Redaktionshunds Sunford unscharf, im anschließenden zweiten Durchgang unter exakt den gleichen Bedingungen können wir allerdings 30 Prozent der Aufnahmen in die digitale Mülltonne schieben. Besser sind die Ergebnisse bei einer reduzierten Geschwindigkeit mit acht oder zehn Bildern pro Sekunde. Hier harmonieren Autofokus und Serienbildgeschwindigkeit besser.

Der Pufferspeicher reicht für circa 70 JPG-Aufnahmen bei voller Geschwindigkeit oder für 21 Bilder im RAW-Format. Es ist beeindruckend, wie schnell der DRIMe-Bildprozessor die Aufnahmen verarbeitet. Für ausreichende Schreibgeschwindigkeit braucht ihr auch eine schnelle Speicherkarte. Hier unterstützt die NX1 neben der Fujifilm X-T1 als einzige Digitalkamera 2014 den neuen SD-Speicherkartenstandard mit UHS-II. Damit sind Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 250 Megabyte pro Sekunde möglich. Leider hat die NX1 nur einen SD-Kartenschacht. Ein zweiter Kartenschacht wäre wünschenswert gewesen, gerade bei den Datenmengen, welche die NX1 in kurzer Zeit aufzeichnen kann.

Auch wenn 15 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung an die Sportboliden von Canon 1D X und Nikon D4S heranreicht, beziehungsweise übertrumpft, kommt es doch auch auf die Zuverlässigkeit an. Samsung sollte den Autofokus allerdings mit einem Firmware-Update nachbessern, denn Profis brauchen eine verlässliche Kamera. Für Sportfotografen bietet Samsung ohnehin noch nicht die entsprechenden Teleobjektive im Angebot. Immerhin gibt es nun ein 50-150mm-Zoomobjektiv, aber lichtstarke Objektive mit 400 und mehr Millimetern suchen Interessierte bei Samsung bislang vergebens.

Das linke Bedienelement erinnert an eine Nikon D810, D300 oder ähnliche. Unter dem Aufnahmemodus "H" verbirgt sich die Serienbildgeschwindigkeit mit 15 Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung. Damit ist die NX1 unter den Systemkameras einsame Spitze und macht teuren DSLR-Kameras ordentlich Konkurrenz.
Das linke Bedienelement erinnert an eine Nikon D810, D300 oder ähnliche. Unter dem Aufnahmemodus "H" verbirgt sich die Serienbildgeschwindigkeit mit 15 Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung. Damit ist die NX1 unter den Systemkameras einsame Spitze und macht teuren DSLR-Kameras ordentlich Konkurrenz. (Quelle: netzwelt)

Damit hinterlässt die NX1 in puncto Sportfotografie einen gemischten Eindruck. Bleibt noch die zweite Besonderheit: die Auflösung. Die 28,2 Megapixel zeichnen mehr Details ins Bild als jede andere APS-C-Kamera. Auch Canons neue EOS 7D Mark II bietet nur moderate 20,2 Megapixel. Fotografen, die mehr Auflösung haben wollen und auf eine hohe Serienbildgeschwindigkeit verzichten können, können derzeit nur zur Alpha 7R oder Nikon D810 greifen. Die beiden Vollformat-Kameras bieten eine 36-Megapixel-Auflösung. Daher ist es schon beeindruckend, wie Samsung es schafft, so viele Pixel auf dem Sensor unterzubringen, ohne dass der DRIMe V-Bildprozessor nicht mehr mit der Entwicklung hinterherkommt, denn die Datenverarbeitung der NX1 ist sehr schnell.

Die kürzeste Blitzsynchronisationszeit beträgt 1/250 Sekunde. Die NX1 verfügt über einen Blitzschuh für Aufsteckblitze und über einen eingebauten Blitz - bei einem Profi-Modell hätte Samsung sicherlich noch über eine Synchronisationsbuchse für Studioblitzanlagen nachdenken können, denn die fehlt der NX1. Studiofotografen mit entsprechenden Ansprüchen und Equipment sollten dies beim Kauf beachten.

Video

Die NX1 trumpft mit 4K-Video auf und reiht sich damit in ein Portfolio mit der Lumix GH4 oder der Alpha 7s ein. Bis zu 30 Bilder pro Sekunde schafft die NX1 im Videomodus in Ultra HD mit 3.820 x 2.160 Pixeln. Da bieten die Mitbewerber auch nicht mehr - die Alpha 7s braucht ohnehin einen externen Rekorder. Die Lumix GH4 und die NX1 können auch intern auf der SD-Karte abspeichern. Trotzdem bieten die GH4 sowie die NX1 auch die Ausgabe des 4K-Signals über den HDMI-Ausgang - genauso wie die Alpha 7s. Die NX1 schafft Ultra HD mit einer Abtastrate von 4:2:0.

Das klingt erst einmal nicht schlecht. Problematisch wird es erst, wenn ihr die Videos bearbeiten wollt, denn die NX1 setzt auf den H.265-Codec. Damit bietet die Systemkamera den Nachfolger des weitverbreiteten H.264-Codecs, jedoch hapert es 2014 noch daran, die Daten mit einem Schnittprogramm zu bearbeiten. Weder Adobe Premiere noch Apples Final Cut X bieten zum jetzigen Zeitpunkt eine Unterstützung für H.265-Codecs. Erst nachdem ihr die Videos umgewandelt habt, was mit einem Qualitätsverlust einhergeht, können die Daten bearbeitet werden. Das ist schade. Die Wahl zwischen H.264 und H-265 wäre toll gewesen.

Neben den Standardauflösungen 4K und Full HD könnt ihr Videos in einem besonderen Kinoformat mit 4.096 x 2.160 Pixel (17:9) aufzeichnen. Samsung hat an fast alles gedacht. Volle manuelle Kontrolle während des Filmens, und auch der Ton kann manuell gepegelt werden. Mikrofoneingang und Kopfhörerausgang sind vorbildlich unter einer Verschlusskappe angebracht. Die lassen sich ohnehin hervorragend öffnen und schließen.

Sucher und Display

OLED und Super AMOLED - Samsung baut auf diese Technologie nicht nur in Smartphones und Tablets, auch in der NX1 kommen OLEDs zum Einsatz. Der Sucher der NX1 löst mit 2,36 Millionen Bildpunkten auf und im Gegensatz zum Sucher der NX30, der mit Frame-Einbrüchen zu kämpfen hatte und schlecht kalibriert in der Redaktion eintraf, ist der OLED-Sucher der NX1 eine deutliche Verbesserung. Ein klares und gutes Bild, das unter guten Lichtbedingungen nahezu keine Schlieren zeigt. Erst in wirklich dunklen Situationen zeigen sich wie bei allen Systemkameras die Nachteile der künstlichen Aufhellung. Es bilden sich Schlieren, da die Bildwiederholungsrate reduziert wird. Der Sucher der NX1 fällt jedoch nie unter eine kritische Grenze von 30 Bildern, wie dies bei der NX30 teilweise der Fall war. Ein solider und guter Sucher auf einem Niveau mit Sonys Alpha 7 (Testbericht).

Das Display auf der Rückseite ist ein Super AMOLED. Es ist stromsparender als ein LC-Display, jedoch neigt es zu einer starken Blickwinkelabhängigkeit. Wenn ihr aus extremen Winkeln auf das Display schaut, ist es "grünstichig", und die Farben verschieben sich. Übertreibt man es mit dem Blickwinkel jedoch nicht, liefert das AMOLED ein sehr gutes Ergebnis. Es ist gut abgestimmt und misst drei Zoll. Die Auflösung beträgt 1,03 Millionen Bildpunkte, und es kann um 90 Grad nach oben und um ungefähr 45 Grad nach unten geklappt werden.

OLED und Super AMOLED - Samsung setzt auf stromsparende Displays. Der elektronische Sucher löst mit 2,36 Millionen Bildpunkten auf und kann im Test überzeugen. Das Super AMOLED lässt sich gut ablesen, solange der Winkel nicht zu extrem ist.
OLED und Super AMOLED - Samsung setzt auf stromsparende Displays. Der elektronische Sucher löst mit 2,36 Millionen Bildpunkten auf und kann im Test überzeugen. Das Super AMOLED lässt sich gut ablesen, solange der Winkel nicht zu extrem ist. (Quelle: netzwelt)

Die NX1 wartet noch mit einem dritten Display auf, für Systemkameras ist das ein echtes Novum. Wie bei einer DSLR verbaut Samsung ein LC-Display auf der Oberseite. Das zeigt die wichtigsten Funktionen an und ist im Gegensatz zum Display auf der Rückseite auch bei Sonnenlicht immer gut abzulesen. In der Dunkelheit kann es zusätzlich beleuchtet werden. Wäre Samsung clever gewesen, dann hätte es im Menü die Möglichkeit gegeben, den Sucher über den Sensor vor dem Okular zu aktivieren. Denn wenn alle Displays deaktiviert sind, dann würde die NX1 auch weniger Strom verbrauchen, doch der Sensor dient einzig und allein zum Umschalten zwischen dem OLED-Sucher und dem 3-Zoll-AMOLED-Display. Durch das LCD auf der Oberseite hätte der Fotograf die wichtigen Informationen im Blick gehabt sowie eingestellt und erst beim Blick durch das Okular den Sucher aktiviert und somit Strom verbraucht. Dadurch hätte Samsung die Akkulaufzeit deutlich verlängern können.

Konnektivität

Keine Kamera von Samsung ohne NFC und WLAN, das gilt auch für die NX1. Die Systemkamera lässt sich sehr einfach über eine besondere WLAN-Taste mit dem Smartphone oder Tablet verbinden. Bilder können übertragen werden, oder die NX1 kann vom Handy aus ferngesteuert werden. Zusätzlich hat Samsung noch Bluetooth in die DSLM gebaut. Darüber können ebenfalls Bilder übertragen werden.

Allerdings benötigen alle diese Komponenten auch Strom. Um auf die im Datenblatt angegebenen 500 Auslösungen zu kommen, solltet ihr das WLAN meiden. Hier zeigen sich die Vorteile des stromsparenden Bluetooth-Standards. Doch auch den solltet ihr nicht permanent nutzen. Mit ausgeschaltetem Funk kamen wir im Test auf durchschnittlich 540 Auslösungen.

Bildqualität

Die Bedenken, die ich hatte, dass die vielen Megapixel auf dem APS-C-Bildsensor zu einem erhöhten BiIdrauschen führen könnten, kann ich nach dem Test nicht bestätigen. Bis ISO 800 liefert die NX1 sehr gute Ergebnisse und bis ISO 1600 noch gute Werte. Das erfreulich homogene Bildrauschen lässt sich beispielsweise in Lightroom, das der NX1 als RAW-Konverter beiliegt, auch bei höheren ISO-Werten von 3200 noch gut entfernen. Die Dynamik der NX1 ist gut - bis ISO 1600 auch über zehn Blendenstufen. Erst danach fällt die NX1unter diesen Wert. Der DRIMe V-Bildprozessor greift erst ab ISO 3200 richtig ein und da hilft dann auch keine Software mehr. Bilddetails gehen bei ISO 6400 deutlich verloren, und trotz Rauschunterdrückung kommt es kaum zu Farbverschiebungen.

Die Farben werden erstaunlich neutral wiedergegeben. Hier unterstreicht die NX1 ihren professionellen Anspruch. Die Auflösung der 28,2 Megapixel eignet sich sehr gut für die Nachbearbeitung, da Fotografen durch die vielen Informationen nicht nur detailreiche Fotos erhalten, sondern auch Details gut freistellen können. Die NX1 kann mit der Konkurrenz in Form von X-T1, GH4 oder OM-D E-M1 mithalten und das, obwohl die NX1 mit 28 Megapixel 12 Megapixel mehr aufweist als die anderen genannten Modelle. Einzig die X-T1 zeigt ein besseres Rauschverhalten von ungefähr einer Blendenstufe.

Fazit zur Samsung NX1

Firmware 1.2: Alle Neuheiten im Überblick

  • Tonpegelung kann nun während der Aufnahme angepasst werden.
  • Lichtempfindlichkeit (ISO) kann nun während der Aufnahme angepasst werden.
  • 23.98 Bilder und 24 Bilder pro Sekunde sind nun für Ultra HD und Full HD verfügbar.
  • Neue Display-Optionen: Gitterlinen im Video-Modus, 4:3 und2:35:1 Beschnitt des Displays
  • Der Time-Code kann nun über HDMI-Ausgegeben werden und ein freilaufender Zeitstempel wurde hinzugefügt.
  • Zwei neuen Gamma-Modi für mehr Kontrast oder einen größeren Dynamikbereich.
  • Der Schwarzwert kann nun in 31 Stufen (-15 bis +15 EV) in den Bereichen 0-255, 16-235 und 16-255 angepasst werden.
  • Verbesserte Autofokusoptionen für eine präzisere Steuerung bei kontinuierlichem Autofokus. Es gibt nun fünf Abstufungen in der AF-Geschwindigkeit.
  • Der AEL-Taster kann nun auch zum speichern des Autofokus bei Videoaufnahmen (AFL) verwendet werden.
  • Über die AF-Taste kann nun zwischen manuellem und automatischen Fokus umgeschaltet werden, während einer Videoaufnahme.
  • Auf die WLAN-Taste könnt ihr nun die Start-Taste für Videoaufnahmen legen.
  • AF-On und AEL-Taste können getauscht werden.
  • Die Drehrichtung der Rändernder kann frei bestimmt werden.
  • Das Modusrad kann mit zusätzlichen Optionen belegt werden.
  • Wiedergabe- und Lösch-Taste können mit neuen Funktionen belegt werden.
  • Bluetooth Remote kann nun als einfacher Auslöser verwendet werden zudem soll die Geschwindigkeit und Stabilität der Verbindung verbessert worden sein.
  • Die Samsung Smart-Camera-App bietet nun die Möglichkeit die Auslösezeit für Aufnahmen sowie den Start und Stop einer Videoaufnahme vom Smartphone aus über bluetooth oder WLAN auszulösen.
  • Nutzer können nun über den Menüpunkt "Quick-Transfer“ verkleinerte QVGA- Aufnahmen zum Smartphone oder Tablet senden.
  • Die NX1 merkt sich nun mehrere Geräte mit denen die Kamera verbunden wurde, damit ein Nutzer nicht ständig einen neuen Kopplungsvorgang durchführen muss, wenn er beispielsweise mehrere Smartphones besitzt.
  • Verbindet ihr die NX1 nun mit einem Netzwerk über das eingebaute WLAN, kann die Kamera selbstständig nach der aktuellen Firmware suchen.
  • Im Automatikmodus wurde die Funktione „Trap-Shot“ hinzugefügt, die dem Fotografen erlaubt, den Bereich manuell zu definieren, bei der die Kamera automatisch bei einer Bewegung auslöst, ähnlich wie die eingebauten "Hüpf-Automatik".
  • Die NX1 wird nun von der Samsung Remote Studio-Software für den PC unterstützt und kann über den Computer ausgelöst werden. Samsung Remote-Studio kann über Samsung iLauncher bezogen werden.
  • Für Windows-PCs veröffentlicht Samsung eine Entwicklerumgebung (SDK) um Software für die NX1 zu programmieren

Firmware 1.3 Neuerungen / Video

  • Im Videomodus wir nun eine größere Sensorfläche ausgelesen, was die Qualität bei Full HD-Videos verbessern soll.
  • Die Kamera bleibt nun nach Aufnahmestart im Standby.
  • Autofokus wurde im Filmmodus überarbeitet.
  • Im Standby-Modus während der Aufnahme werden nun Histogram und Audiopegel eingeblendet.
  • Erweiterte automatische Timecode-Anzeigen: Count Up ( Rec Run / Neustart bei Filmen/ Free Run)
  • Manuelle Timecode-Funktionen: Zeitanzeige kann frei gewählt werden: interne Zeit/externe Zeit, Drop-Frame/Non-Drop-Frame
  • Neuer Menüeintrag für Full HD-Videos mit 120 BpS und schneller Zugriff auf Auto Mic on/off.
  • 4K-Bilder können nun aus den Videos in Vorwärts- beziehungsweise Rückwärtsschritten abgespeichert werden.
  • Neuer manueller Fokusmodus

Firmware 1.3 Neuerungen / Foto

  • Der Autofokus wurde für Lowlight-, Spotlight- und für von hinten beleuchtete Szenen verbessert.
  • Die Gesichtserkennung soll zuverlässiger arbeiten.
  • Neuer Zone-AF-Modus
  • 4 neue beliebige Voreinstellungen
  • Neue EXIF-Daten-Vorschau
  • Zeitrafferaufnahmen können nun mit bis zu 3.000 Bilder gemacht werden
  • Samsung Remote Studio erlaubt es nun die Kamera vollständig über USB zu steuern
  • Verbesserte Übertragung von Fotos und Videos über WLAN

Samsung NX1: Fazit

Samsung ist auf dem richtigen Weg! 7.8/10

Ist die NX1 eine Profi-DSLM? Ja und nein. Der Test zeigt, dass Samsung ein sehr ambitioniertes Projekt gestartet hat und vieles mit der NX1 richtig macht, aber auch vieles nicht konsequent zu Ende gedacht hat. Das Datenblatt liest sich toll, aber die Praxis zeigt, dass der ohne Frage schnelle Autofokus und die sehr hohe Serienbildgeschwindigkeit nicht gut harmonieren. Der Bildsensor und die Bildverarbeitung sind sehr gut. Die Auflösung macht Spaß, und die Qualität ist sehr gut. Ob Touchscreen, Taster oder Smartphone - die Bedienung der NX1 kann persönlich angepasst werden, und im Videomodus bietet die NX1 4K-Filme mit 30 Bildern pro Sekunde. Der Codec H.265 ist zukunftsweisend, aber noch nicht alltagstauglich. Die NX1 ist zweifelsohne Samsungs beste Systemkamera. Viele im Test angesprochene Detailverbesserungen lassen sich durch neue Firmware umsetzen. Die NX1 ist eine Profi-Systemkamera, mit der Fotografen hervorragende Ergebnisse erzielen können.

Das hat uns gefallen

  • hohe Auflösung
  • gute Bildqualität
  • schneller Autofokus
  • hohe Serienbildgeschwindigkeit
  • Staub- und Spritzwassergeschutzt
  • guter OLED-Sucher
  • klappbares Display

Das hat uns nicht gefallen

  • unzuverlässiger Autofokus
  • keine Alternativen zu H.265 Codec
  • unübersichtliches Kameramenü
  • kein externes Ladegerät
Testnote 7,8 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
8,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

7,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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Samsung NX1 im Zeitverlauf
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  • Samsung NX1 und NX500: Firmware-Updates bringen neue Funktionen

    24.08.2015 Statt an der Hardware der Kameras zu schrauben, versucht Samsung, über die Software alles aus seinen Kameras rauszuholen. Mit der NX1 und der NX500 hat Samsung neue Spitzenmodelle auf dem Markt der Systemkameras geschaffen. Ausgestattet mit der neusten Technik liegt der Gedanke von reinen Firmware-Updates, um ihre Kameras zu optimieren, nahe. Auch die Nutzer der Kameras wird dieses System erfreuen, da keine teure Neuanschaffung nötig ist, sondern nur auf das nächste Update hingefiebert werden kann.

    Das bereits vierte Firmware-Update der NX1 mit der Bezeichnung v1.40 stattet die Systemkamera mit einem digitalen Bildstabilisator für Videos (DIS) aus, und die Wirkung ist hervorragend, wie in dem Beispielvideo zu sehen ist. Zusammen mit dem optischen Bildstabilisator (OIS) werden nahezu alle Verwackler ausgeglichen.

    Mit dem neuen Firmware-Update schafft die NX1 nun bei Serienaufnahmen bis zu 25 RAW-Bilder in der Sekunde. Das sind fünf mehr als nach dem letzten Update. Die Bildrate bei JPEG-Bildern hat Samsung von 70 pro Sekunde auf sage und schreibe 90 Bilder pro Sekunde geschraubt.

    Genau wie die NX500 kann die NX1 durch das neue Update den Autofokus auch während des Zoomens nutzen. Die neue Firmware der NX500, bringt weitere kleinere Verbesserungen wie eine zweite Batterieanzeige für einen externen Batteriegriff und eine schnellere Vorschaubildanzeige.

    Keine digitale Bildstabilisierung gibt es im ersten Firmware-Update v1.11 für die NX500. Dafür wurden die Geschwindigkeit des Autofokus, die seitliche Gesichtserkennung und die Geschwindigkeitseinschätzung sich bewegender Objekte verbessert. Videos können nach dem Update jetzt drahtlos im MP4-Format übertragen werden.

    Weitere aktuelle Firmware-Updates findet ihr auf netzwelt.

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