Samsung NX10 im Test: Kompakte Systemkamera mit Wechseloptik

CMOS-Sensor im APS-C-Format, AMOLED-Bildschirm und HD-Videos

von Jan Johannsen

Großer Bildsensor im kleinen Gehäuse: Mit der NX10 bietet Samsung nach mehrjähriger Pause wieder eine Digitalkamera mit Wechselobjektiven an. Das südkoreanische Unternehmen folgt damit dem Trend zu Systemkameras, die in Sachen Bildqualität und Vielseitigkeit mit Spiegelreflexkameras konkurrieren, jedoch kompaktere Abmessungen aufweisen.

Großer Bildsensor und großer AMOLED-Bildschirm

Bei der Größe des Bildsensors übertrifft Samsung mit der NX10 die Systemkameras von Panasonic und Olympus. Samsung verwendet einen CMOS-Sensor im APS-C-Format mit einer Größe von 23,4 x 15,6 Millimetern, der eine maximale Auflösung von 14,6 Megapixeln liefert. Die zwei Konkurrenten bauen in ihre Micro-Four-Thirds-Systemkameras 17,3 x 13,0 Millimeter große Live-MOS-Sensoren ein.

Samsung liefert die NX10 bisher nur im Kit mit einem Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern aus. Durch die Brennweitenverlängerung des Bildsensors erhöht sich die reale Brennweite um den Faktor 1,5 auf 27 bis 82,5 Millimeter. Das Objektiv verfügt über einen optischen Bildstabilisator, der bei längeren Belichtungszeiten für ein schärferes Bild mit weniger Verwacklungen sorgt. Der Autofokus arbeitet zügig und präzise. Bis Ende 2010 sollen nach Angaben von Samsung insgesamt acht Objektive mit unterschiedlichen Fest- und Zoom-Brennweiten erhältlich sein.

Samsung NX10

Die NX10 verfügt über eine automatische Szenenerkennung, in der die Kamera versucht, das Motiv einzuschätzen und die passenden Einstellungen auszuwählen. Der Nutzer kann darüber hinaus einen aus zwölf Szenenmodi auswählen, wobei mit Nachtaufnahme, Porträt und Landschaft drei direkt über das Moduswahlrad zu erreichen sind. Die restlichen Voreinstellungen findet der Anwender im Szenenmenü.

Samsung baut einen drei Zoll großen AMOLED-Bildschirm auf der Rückseite der Kamera ein. Er liefert ein klares Bild mit kräftigen Farben und ausreichend Details. Die Anzeige ist selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch sehr gut zu erkennen. Ein Sensor schaltet das Sucherbild von dem Monitor auf den elektronischen Sucher (EVF) um, sobald sich der Fotograf nähert. Der EVF zeigt das Bild in den Farben und der Helligkeit des fertigen Fotos an.

Umfangreiche aber verständliche Bedienung

Die Bedienung der Samsung NX10 erfolgt größtenteils mit der rechten Hand. Nur zum manuellen Öffnen des integrierten Blitzlichts sowie zum Aufrufen des Menüs mit den Grundeinstellungen der Kamera muss die linke Hand das Objektiv loslassen. Sämtliche Tasten und Rädchen an der Kamera verfügen über deutliche Druckpunkte, sind für große Finger jedoch etwas zu klein geraten und ein wenig zu tief im Gehäuse versenkt.

Samsung NX10 im Test

6 Bilder
Zur Galerie

Die Lichtempfindlichkeit oder den Weißabgleich kann der Fotograf direkt über einen Druck auf den Vier-Wege-Steuering aufrufen. Er erreicht sie und alle anderen Bildeinstellungen auch über das Bildschirmmenü, das nach einem Druck auf die Fn-Taste erscheint. In ihm lassen sich auch Größe und Qualität der Fotos sowie die Blitzart, der Autofokus-Bereich, der Farbraum und die Betriebsart des Bildstabilisators einstellen.

Die Menüs der NX10 präsentieren sich aufgeräumt und übersichtlich. Die thematische Aufteilung der Unterpunkte erscheint logisch und sinnvoll. Das Drehrad hinter dem Auslöser dient zum Einstellen von Blende und Belichtungszeit, wobei der Fotograf bei der komplett manuellen Steuerung mit der Taste zur Belichtungskorrektur zwischen beiden Werten wechselt.

Fotos auf Spiegelreflex-Niveau

Die Samsung NX10 liefert Aufnahmen mit einer Bildqualität auf dem Niveau von Spiegelreflexkameras (DSLR) - angesichts des gleich großen Bildsensors keine große Überraschung. Die Fotos der Kamera überzeugen mit natürlich wirkenden Farben, einer hohen Detailgenauigkeit und deutlichen Kontrasten.

Zusätzlich überzeugt die NX10 mit einem geringen Bildrauschen. Selbst Aufnahmen mit einer Lichtempfindlichkeit von ISO 3.200 eignen sich verkleinert auf ein Viertel der Originalgröße noch als Vorlage für Papierabzüge bis zu einer Größe von 13 x 18 Zentimetern sowie zum Einstellen in soziale Netzwerke oder Versenden per E-Mails. Bildstörungen durch das Rauschen treten in der Originalansicht erst bei ISO 1.600 deutlich zu Tage.

Samsung NX10 Testbilder

7 Bilder
Zur Galerie

Neben Fotos im JPEG- und im Rohdatenformat SRW fertigt die NX10 auch Videos mit einer maximalen Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln an. Die Filme überzeugen mit kräftigen Farben und detaillierten Bildern sowie einem brauchbaren automatischen Weißabgleich. Unter Neonlicht flimmern die Videos teilweise, aber selbst in einem Video nicht jedesmal, wenn der entsprechende Raum betreten wird.

Das Mono-Mikrofon der NX10 liefert einen verständlichen Ton, wobei es allerdings nur eine mittelmäßige Empfindlichkeit bietet. Als störend erweisen sich die Geräusche des Autofokus, die von vorbeifahrenden Autos, aber nicht von Gesprächen übertönt werden. Den Autofokus aktiviert der Fotograf mit der Taste für die Tiefenschärfenvorschau, die sich rechts unten neben dem Objektiv auf der Vorderseite der Kamera befindet.

Zubehörschuh und HDMI-Schnittstelle

Das sauber verarbeitete Kunststoffgehäuse der Samsung NX10 liegt sicher in der Hand. Der Daumen findet auf der Rückseite genügend Ablagefläche und drei oder vier weitere Finger haben den Batterieschacht im Griff. Der Lithium-Ionen-Akku liefert nach Angaben des Herstellers Strom für bis zu 400 Aufnahmen, die die Kamera auf einer SD- oder SDHC-Karte abspeichert.

Samsung NX10 im Vergleich mit Canon EOS 550D

4 Bilder
Zur Galerie

Neben dem Zubehörschuh, an dem der Nutzer zum Beispiel ein Blitzgerät anbringen kann, verfügt die NX10 über drei Schnittstellen. Der kombinierte USB- und AV- sowie der HDMI-Anschluss dienen zur Datenübertragung. Über den dritten Anschluss lässt sich die Kamera per Fernauslöser steuern.

Samsung NX10: Fazit

Kompakter DSLR-Ersatz 5.4/10

Mit der NX10 verfügt Samsung neben sehr vielen Kompaktkameras wieder über eine hochwertige Kamera mit Wechselobjektiven und einer Bildqualität auf DSLR-Niveau. Anders als die vor einigen Jahren eingestellten Spiegelreflexkameras handelt es sich nicht um eine Kooperation mit Pentax, sondern um eine Eigenentwicklung des südkoreanischen Konzerns. Die umfangreiche Bedienung geht nach einer kurzen Eingewöhnung problemlos von der Hand. Samsung bietet die NX10 derzeit nur im Kit mit dem ebenfalls getesteten 18-bis-55-Millimeter-Objektiv an. Das Gehäuse steht in Schwarz und Silber zur Auswahl. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Set beträgt 799 Euro. Im Internet bieten Händler Kamera und Objektiv bereits für rund 660 Euro an. Die Preise für die bereits angekündigten Objektive stehen derzeit noch nicht fest.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Arbeitstempo

Das hat uns nicht gefallen

  • Autofokus
  • Größe
Testnote 5,4 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

4,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

6,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Samsung NX10 selbst bewerten.

Bisher wurden keine Bewertungen abgegebenen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Samsung und Samsung NX10.

zur
Startseite

zur
Startseite