NX500: Test des NX300-Nachfolgers mit 28-Megapixel-Sensor und 4K-Video

NX1-Technik im kompakten Gehäuse

von Dennis Imhäuser
Systemkameras bieten einen Kompromiss aus Bildqualität und Flexibilität.

Der NX300M-Nachfolger NX500 im Test. Samsung hat den Nachfolger des Erfolgsmodells in vielen Details verbessert. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Sensor, denn der stammt aus dem Top-Modell NX1. Auch 4K-Video hat die kompakte Systemkamera NX500 nun mit an Bord. Was sich im Gegensatz zur NX300M verändert hat und wie viel NX1 tatsächlich in der NX500 steckt, lest und seht ihr auf netzwelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verarbeitung und Bedienung
  2. Foto
  3. Video
  4. Display und Sucher
  5. Bildqualität
  6. Fazit & Alternativen

Die NX500 ist die Nachfolgerin der Systemkamera NX300M. Zusammen mit der NX300 sind die kompakten Mittelklasse-Systemkameras das Erfolgsmodell von Samsung. Die NX300M war zur Veröffentlichung nur eine leicht modifizierte NX300 und bekam ein neues Klappdisplay nebst Selfie-Funktion. Bei der NX500 ist das anders. Die Kamera ist von Grund auf neu. Egal ob Sensor, Autofokus oder Gehäuse - Samsung hat sich viel Mühe gegeben, den NX300M-Nachfolger deutlich vom Vorgänger abzuheben.

Samsung NX500 im Hands-on

Verarbeitung und Bedienung

Die Verarbeitung ist Samsung gelungen. Einen Preis von 749 Euro (UVP) hat der südkoreanische Hersteller für die Systemkamera ausgerufen, da kann man als Kunde auch eine saubere Konstruktion erwarten. Die Oberseite ist aus Metall, und auch der Kunststoff hinterlässt einen guten Eindruck. Das Design orientiert sich am Vorgänger, und auch dieser setzte bereits auf einen deutlichen Retro-Look.

Das Gehäuse wurde Samsung zufolge leicht überarbeitet. Auf den ersten Blick ähnelt die NX500 der NX300M. Auch das 16-50mm-Kit-Objektiv der NX300 wird mit der NX500 verkauft. Vor dem APS-C-Sensor hat sich also erst einmal nichts verändert. Am deutlichsten unterscheiden sich die beiden Mittelklasse-Systemkameras durch den Aufdruck auf der NX500. Dort lest ihr "4K-Video", eine Funktion, welche die NX500 ebenfalls von der NX1 erhalten hat. Zudem verfügt die NX500 nun über ein zweites Rändelrad auf der Oberseite. Mit zwei Rädern lässt sich die NX500 deutlich besser im manuellen Modus bedienen und verbessert allgemein den Komfort.

Die NX500 weist keinen eingebauten Boardblitz auf. Der südkoreanische Hersteller legt der Systemkamera einen kleinen Aufsteckblitz für den Blitzschuh bei. Dieser kann bei Bedarf einfach auf die Kamera gesteckt werden. Diese Praxis kennen wir schon von anderen Systemkameras wie der Fujifilm X-T1 oder der Olympus OM-D E-M1 (Testbericht) beziehungsweise OM-D E-M5 Mark II (Testbericht).

Der Akku wurde von der NX300 übernommen. Wenn ihr also auf das neue Modell wechseln wollt, könnt ihr euren alten Akku weiterhin verwenden. Geladen wird der Akku in der Systemkamera über USB.

Foto

Das einfallende Licht wird vom gleichen BSI-CMOS-Sensor (netzwelt-Wissen: Bildsensoren) eingefangen, der auch im Top-Modell NX1 (Testbericht) verbaut ist. Dies bedeutet für euch, dass in der NX500 Technik aus der gut 1.500 Euro teuren Kamera verbaut wurde.

er Sensor der NX500 stammt aus dem Spitzenmodell NX1. Die Kleine Systemkamera kostet allerdings nur halb soviel wie das Top-Modell. Der Blitz ist im Lieferumfang erhalten. Einen eingebauten Blitz besitzt die NX500 nicht.
er Sensor der NX500 stammt aus dem Spitzenmodell NX1. Die Kleine Systemkamera kostet allerdings nur halb soviel wie das Top-Modell. Der Blitz ist im Lieferumfang erhalten. Einen eingebauten Blitz besitzt die NX500 nicht. (Quelle: netzwelt)

Die Auflösung beträgt 28 Megapixel, und wie der Test der NX1 zeigt, hat Samsung das Bildrauschen bis ISO 1600 auch gut im Griff. Worauf ihr bei der NX500 allerdings verzichten müsst: zahlreiche Taster und Einstellräder, einen Sucher, ein hochwertiges Gehäuse aus Magnesium und die hohe Serienbildgeschwindigkeit von 15 Bildern pro Sekunde.

Immerhin soll die NX500 bis zu neun Bilder pro Sekunde schaffen. Die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/6.000 Sekunde. Wie die NX1 verfügt die NX500 über einen Kontrast-Autofokus mit 209 Messfeldern und über einen Phasen-Autofokus mit 153 Messfeldern, die 96 Prozent der Sensorfläche abdecken. Im Test überzeugt der Autofokus, und die Kamera hat keine Probleme bei kontinuierlicher Fokussierung, das Motiv im Fokus zu halten. Da die Messsensoren großflächig auf dem Sensor verteilt sind, wird das Motiv bis zu den Bildrändern vom Autofokus verfolgt. Eine Gesichtserkennung liefert die NX500 ebenfalls mit.

Samsung NX500 im Test

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Neben den Halbautomatiken P, A, S und dem manuellen Modus M weist die Systemkamera eine Vollautomatik, eine Szenenautomatik und weitere besondere Samsung-Gimmicks wie eine "Hüpf-Automatik" oder "Baseball-Automatik" auf. Das dürfte für Fotografen zunächst skurril klingen, aber eine Baseball-Automatik soll immer dann auslösen, wenn der Schläger im Schwung auf Ballhöhe angelangt ist. Im Test haben wir uns zumindest die Hüpf-Automatik angeschaut, und die Kamera erkennt zuverlässig, wenn die Beine den Boden verlassen. Das zeigt aber auch, wie einsteigerfreundlich die NX500 gestaltet ist.

Video

Nach Aussage von Andreas Wahlich (Head of Marketing DI) war es erst eine späte Entscheidung von Samsung, die NX500 mit dem hochauflösenden Videostandard auszustatten. Pünktlich zur Markteinführung kommt die NX500 nun mit Ultra HD (3.840 x 2.160 Pixel), bei maximal 30 Bildern pro Sekunde. Full HD-Videos (1.920 x 1.080 Pixel) zeichnet die Systemkamera mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. 4K-Fernsehhersteller, die auch Kameras produzieren, wie Panasonic, Sony und Samsung bieten immer häufiger die hochauflösenden Bilder und Videos in ihren Kameras an.

Samsung bietet ähnlich wie die Panasonic-Kameras Lumix CM1 (Testbericht) die Möglichkeit, aus einem 4K-Video einzelne 8-Megapixel-Bilder zu erstellen. Bilder und Videos speichert die NX500 auf SD-Speicherkarten. Videos werden in H.265 codiert und als MP4-Datei abgespeichert.

Der Unterschied zur NX1 liegt allerdings nicht nur in der Bildrate bei 4K-Videos, sondern auch bei den Anschlüssen. So gibt es nicht die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschließen oder über einen Kopfhörerausgang den Ton während der Aufnahme abzuhören. Hier hat Samsung im Gegensatz zum Top-Modell deutlich gespart. Dennoch: Die Qualität der Videos überzeugt im Test durch Detailreichtum. Leider kommt auch hier das Containerformat H.265 zum Einsatz. Das ist grundsätzlich positiv, doch gibt es noch keine Unterstützung von Apple oder Adobe für den H.264-Nachfolger. Deshalb eignet sich die NX500 ebenso wie die NX1 derzeit nur bedingt für das Post-Processing. Positiv gesagt: Samsung ist hier der Zeit etwas zu weit voraus.

Display und Sucher

Die NX500 besitzt ein klappbares Display für Selbstportraits.
Die NX500 besitzt ein klappbares Display für Selbstportraits. (Quelle: netzwelt)

Der Bildschirm der NX500 lässt sich um 45 Grad angenehm nach unten klappen. Im Gegensatz zu einer einfachen Konstruktion wie bei der NX3300 könnt ihr den Monitor durch den verwendeten Mechanismus auch bei Überkopfaufnahmen gut einsehen. Aber auch bodennahe Aufnahmen oder Selfies sind kein Problem mit der Systemkamera. Ihr könnt das Display um 180 Grad nach oben klappen.

In puncto Display setzt Samsung auf die Super AMOLED-Technologie. Bereits seit der NX30 (Testbericht) stattet Samsung Systemkameras mit Super AMOLED-Displays aus.

Samsung NX500 im Hands-on

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Bildqualität

Zur Bildqualität gibt es seit der NX1 eigentlich nichts mehr zu sagen. Denn die Auflösung hat Samsung gut im Griff. Bis ISO 1600 erhaltet ihr rauscharme und detailreiche Fotos. Erst danach greift die Rauschunterdrückung massiv ein. Das Bildrauschen lässt sich bis ISO 3200 noch gut entfernen, sodass es sehr homogen ist. Die Dynamik ist gut, und Farben werden sehr neutral wiedergegeben. Die 28,2 Megapixel des BSI-Sensors erlauben Fotografen in der Nachbearbeitung sehr gute Freistellmöglichkeiten.

Samsung NX500: Fazit

Auflösung pur im schicken Retro-Look 7.2/10

Für einen NX300M-Nachfolger hat Samsung bei der NX500 alles richtig gemacht. Das Gehäuse bleibt dem Design der Vorgänger treu, und im Inneren haben sich die Ingenieure des südkoreanischen Herstellers mächtig ins Zeug gelegt. Für die Hälfte des Preises der NX1 erhält man den gleichen Bildsensor samt Autofokus. Es gibt keinen Grund, außer den Preis, noch auf die NX300M zu setzen. Die NX500 ist dem Vorgänger in jeglicher Disziplin überlegen und derzeit neben der Alpha 6000 eines der schnellsten Modelle am Markt.

Das hat uns gefallen

  • hohe Auflösung
  • 4K-Video
  • Touchscreen
  • gute Bildqualität
  • WLAN / NFC und Bluetooth

Das hat uns nicht gefallen

  • kein Sucher
  • Bildrauschen ab ISO 1.600
  • kein Mikrofonanschluss
Testnote 7,2 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

8,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Das Testsample der Samsung NX500 wurde netzwelt für 4 Wochen von Samsung zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
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Samsung NX500 im Zeitverlauf
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  • Samsung NX500: NX300-Nachfolger mit NX1-Sensor und 4K-Video

    06.02.2015 Mit der NX500 wandert viel Technik aus der NX1 in ein kleineres Gehäuse. In der Mittelklasse-Systemkamera arbeitet der gleiche Bildsensor wie in der NX1. Er weist eine effektive Auflösung von 28,2 Megapixeln auf und ist mit 156 Phasen-Autofokussen und 209 Kontrast-Autofokus-Messfeldern ausgestattet. Zudem setzt Samsung auf den aktuellen Bildprozessor DRIMe V. Im Test der NX1 konnte mich die hohe Auflösung überzeugen. Es hat Spaß gemacht, mit der NX1 freizustellen oder größere Ausdrucke anzufertigen.

    Die NX500 kann wie die NX1 Videos in Ultra HD mit bis zu 25 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Wie in der NX1 setzen die Südkoreaner auch hier auf den noch nicht weitverbreiteten H.265-Codec. Die Serienbildgeschwindigkeit beträgt neun Bilder pro Sekunde, die kürzeste Belichtungszeit 1/6.000 Sekunde. Samsung stattet die NX500 mit WLAN und Bluetooth aus. Auf der Rückseite ist ein drei Zoll großer AMOLED-Touchscreen verbaut, der wie bei der NX300M um 180 Grad nach oben geklappt werden kann. Das kann bei Selfies oder Videoaufnahmen hilfreich sein.

    Über einen elektronischen Sucher verfügt die NX500 nicht. Dieser bleibt der NX30 (Testbericht), der NX1 (Testbericht) sowie der Galaxy NX (Testbericht) vorbehalten. Ein eingebauter Blitz ist ebenfalls nicht vorhanden. Über einen Blitzschuh können Aufsteckblitze angeschlossen werden. Kopfhörerausgang oder Mikrofoneingang fehlen der Samsung NX500 ebenfalls. Dies bedeutet, dass trotz Blitzschuh kein externes Mikrofon angeschlossen werden kann. Das heißt: Der Ton kann aufgrund des fehlenden Kopfhörerausgangs während der Aufnahme nicht abgehört werden.

    Fotografen, die nicht 1.500 Euro für ein Profimodell ausgeben möchten, erhalten mit der NX500 die Gelegenheit, den Sensor in einem günstigeren Gehäuse zu erwerben. Die Samsung soll 749 Euro kosten. Die NX500 wird ab März in den Farben Schwarz, Weiß sowie Braun auch hierzulande erhältlich sein.

    Weitere Kamera-News und Testberichte lest ihr hier auf neztwelt.

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