Samsung Portable SSD T1 - Schnell, klein, nicht ganz perfekt

Externe SSD-Festplatte im Praxistest

Samsung SSD T1 - Titelbild

Eine externe USB-Festplatte als SSD-Variante ist topaktuell, zukunftsweisend, schnell und komfortabel. Samsungs T1 kann im Test auch durchaus mit Performance überzeugen. Aber es gibt kleinere Ärgernisse, die den Spaß an der SSD trüben - und damit meinen wir nicht nur, dass Samsungs eigene SSD-Software die Platte nicht erkennt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Passwort gibt Speicherplatz frei
  2. Der nicht so magische Samsung Magician
  3. Performance
  4. Die kleinen Dinge am Rande
  5. Fazit

Man könnte meinen, einen externen Solid-State-Speicher (SSD) zu testen sei reine Routine: Platte rein, Benchmark an, fertig. Aber es sind die Kleinigkeiten, die entscheiden, ob sich knapp 200 Euro Straßenpreis für eine Hosentaschenfestplatte mit 500 Gigabyte lohnen. Daher fängt der Test schon an, bevor die T1 überhaupt zeigen kann, dass sie ein durchaus fixes Laufwerk ist. Zunächst gefällt das kleine Format, die Platte ist so leicht, dass sie selbst in der Hemdtasche nicht stört.

Samsungs portable T1-SSD rangiert größenmäßig zwischen USB-Stick und herkömmlicher USB-HDD.
Samsungs portable T1-SSD rangiert größenmäßig zwischen USB-Stick und herkömmlicher USB-HDD. (Quelle: netzwelt)

Allerdings ist das Kunststoffgehäuse doch recht "lüttig", das hätte in der Preiskategorie durchaus ein wenig höherwertig ausfallen dürfen. Die unverbindliche Preisemfpehlung (UVP) lag immerhin bei 395 Euro. Der nächste ganz kleine Kritikpunkt kommt beim Anschluss des gut verarbeiteten 10-Zentimeter-Kabels: Der Anschluss erfolgt über einen Standard-Universal-Serial-Bus-Anschluss (USB) in Micro-B-Bauform - just dafür hat man daheim meist keinen Ersatz herumliegen. Das mag im Betrieb nicht weiter stören, aber die Alltagserfahrung zeigt: Irgendwann machen sich Kabel von dannen. Ersatz ist aber günstig erhältlich. Das kurze Kabel stört übrigens nicht, im Gegenteil: Die T1 ist leicht genug, um direkt an dem Kabel zu hängen.

Die T1 auf der linken Seite wird per Micro-B, die T3 per aktuellem Typ C.
Die T1 auf der linken Seite wird per Micro-B, die T3 per aktuellem Typ C. (Quelle: netzwelt)

Passwort gibt Speicherplatz frei

Nach dem Anschließen findet ihr im Explorer zunächst lediglich eine kleine Partition mit einem Samsung-Tool, mit dem sich die integrierte Verschlüsselung aktivieren lässt. Auch gibt das kleine Werkzeug den gesamten Speicher frei. Das ist im Vergleich zu "normalen" externen Platten etwas umständlich, lässt sich aber durch die Verschlüsselung erklären: Per Passwort wird die große Partition freigeschaltet, das Tool verbleibt auf der kleinen.

Obacht ist beim verwendeten Dateisystem geboten: Die T1 wird standardmäßig per Extended File Allocation Table (exFAT) formatiert. Das soll leichte Performance-Gewinne bringen und die Kompatibilität mit anderen Betriebssystemen erhöhen. Einen ganz leichten Performance-Schub beim sequentiellen Schreiben konnten wir tatsächlich feststellen, aber was die Kompatibilität angeht: An Linux-Rechnern kann es auch mal Probleme geben. Mac und Windows machen keinen Ärger. Ein Mini-Problemchen: Als exFAT-Laufwerk zeigen gängige Benchmark-Programme an, dass die Ausrichtung (Alignment) falsch ist. Auch wenn der Betrieb dadurch freilich nicht verhindert wird, dürften technisch weniger versierte Nutzer verunsichert werden.

Der nicht so magische Samsung Magician

Samsungs eigene SSD-Software Samsung Magician stellt Tools zur Verfügung, um Festplatten auf den Werkszustand zurückzusetzen, das System zu optimieren, die Leistung zu messen und so weiter. Die meisten Funktionen sind allerdings Samsung-Produkten vorbehalten. Wäre auch nicht weiter tragisch, würde der Magician die T1 als Samsung-Produkt erkennen - tut er aber nicht. Leider werden ausschließlich per Serial-Advanced-Technology-Schnittstelle (SATA) angebundene Platten korrekt erkannt. Ein entsprechender Hinweis direkt in der Software wäre ganz nützlich gewesen.

Samsungs SSD-Software Magician ist leider nicht für USB-SSDs ausgelegt.
Samsungs SSD-Software Magician ist leider nicht für USB-SSDs ausgelegt.

Auch sonst glänzt der Magician nicht gerade: Die "Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology"-Werte (S.M.A.R.T.) mag das Programm ebenfalls nicht anzeigen - wie die CrystalDiskInfo-Anzeige beweist, liegt das ebenfalls nicht an der SSD selbst. Da der Magician auch gar nicht explizit für die externen SSDs angeboten wird, ist die eingeschränkte Funktion freilich verständlich. Andererseits wird auch keine Alternative angeboten und zumindest eine Funktion darf man schon vermissen: Zurücksetzen auf den Werkszustand geht bei der T1 laut Handbuch nur über den Support.

Und wenn wir schon bei Samsung-Tools sind: Das Tool von der T1 selbst, zum Freischalten, Benennen und Verschlüsseln, nistet sich im Tray ein und kann nur über den Taskmanager geschlossen werden. Ein Programm ohne Aus-Schalter ist generell eine sehr nutzerunfreundliche Idee, ein unnötiges Ärgernis.

Performance

Aber genug der unfreundlichen Worte, was sagt die Performance? Die beiden Benchmarks CrystalDiskMark und AS SSD Benchmark durften sich unter Window 7 x64 an einem USB-3-Anschluss austoben und die T1 mit sowohl exFAT als auch New Technology File System (NTFS) durchtesten. Die vollständigen Ergebnisse seht ihr unten in den Screenshots; für einen ersten Vergleich: Bei NTFS kommt ASSSD beim sequentiellen Lesen auf 286,82, beim Schreiben auf 283,3 Megabyte pro Sekunde (MB/s). CrystalDiskMark zeigt für diese Tests 290,9 MB/s Lese- und 312,1 MB/s Schreibrate. Beim exFAT-Laufwerk kommt ASSSD lesend auf 217,5 MB/s und schreibend auf 302,79 MB/s. CrystalDiskMark zeigt analog 290,9 MB/s und 312,1 MB/s. Interessant: Beim Kopieren von Dateien auf die SSD zeigt Windows Schreibgeschwindigkeiten von rund 450 MB/s an - der von Samsung angegebenen Leistung!

Benchmarks Samsung Portable SSD T1

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Ihr seht: Die Benchmarks weichen je nach Programm und Dateisystem deutlich voneinander ab - und die T1-Vergleichswerte vom Test des Nachfolgemodells T3 zeigen wiederum große Unterschiede. Und dieselben Testreihen auf einem zweiten, älteren Testsystem mit Windows 10 zeigen abermals deutlich abweichende Daten: Die Gesamtwertung von ASSSD fällt hier von 301 auf 195 Punkte! Generell müsst ihr bei Benchmarks vorsichtig sein - direkt vergleichbar sind nur Werte von ein und demselben System und bei Änderung nur einer Variablen, eben der SSD selbst. Dennoch: Samsungs T1 schlägt sich hervorragend, auch wenn die Leistung je nach System und Nutzung starkt schwankt. Eine Störquelle haben wir noch vergessen: Die Quelle von der gelesen wird, muss natürlich so schnell gelesen werden können, wie das Ziel beschrieben werden kann! Wundert euch also nicht, wenn Windows beim Kopieren von Dateien bei 100 MB/s verweilt!

Die kleinen Dinge am Rande

Zum Schluss noch die Erkenntnis bezüglich exFAT: In beiden Benchmarks wird vom exFAT-System langsamer gelesen, laut ASSSD aber etwas schneller geschrieben. So oder so erreicht die T1 zumindest auf dem hiesigen recht aktuellen Testsystem (Intel Core i7-4790K, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher) nicht annähernd den vom Hersteller angegebenen Bestwert einer Transferrate von 450 MB/s.

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Noch eine kurze Notiz am Rande: An einem der beiden verwendeten USB-Ports hat die T1 merkwürdiges Verhalten an den Tag gelegt. Sie wurde ständig neu erkannt und Windows forderte kontinuierlich auf, den Datenträger zu formatieren - was allerdings auch nichts brachte, die Endlosschleife ging weiter. Am zweiten Port trat das Problem nicht mehr auf, weshalb es auch nicht in die Wertung eingeht. Da aber das T3-Vergleichsmodell an beiden Ports reibungslos läuft, sollte es doch kurz erwähnt werden, falls jemand ähnliche Probleme hat.

Samsung Portable SSD T1: Fazit

Klein, leicht, schnell - aber nur fast perfekt. 7.6/10

Samsungs externer SSD-Erstling begeistert durch die kleine Bauform und die guten Leistungswerte - hat allerdings auch kaum Konkurrenz. Die Haptik ist verbesserungswürdig - selbst für den aktuell ausgerufenen Straßenpreis. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, das gilt auch für Versorgung mit Software oder den etwas unüblichen USB-Steckertypen. Eine Kaufempfehlung gibt es dennoch nur bedingt: Der Nachfolger T3 ist nur wenig teurer, hat ein schickes Metallgehäuse und einen modernen Typ-C-Stecker.

Das hat uns gefallen

  • Klein
  • Leicht
  • Schnell

Das hat uns nicht gefallen

  • Nachfolgemodell besser und nur wenig teurer
  • Software ist etwas mager
Testnote 7,6 von 10
Bewertet von Mirco Lang
8,0 / 10
Performance

Performance Wie schnell kann auf den Speicher geschrieben beziehungsweise von ihm gelesen werden? Dies testen wir mit diversen Benchmark-Tools.

5,0 / 10
Software

Software Welche Software legt der Hersteller der SSD bei? Welche Funktionen bietet diese.

7,0 / 10
Verarbeitung/Handhabung

Verarbeitung/Handhabung Wie steht es um die Qualität von Gehäuse und Steckern? Gibt es beim Einbau Probleme?

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von netzwelt gekauft.

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5
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