Sharp Aquos D10 im Test: Sharper als die Realität?

Mittelklasse auf japanisch

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von Marinus Martin
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Sharp D10 6

2018 wagt sich Sharp nach vielen Jahren wieder auf den europäischen Handymarkt. Das Aquos D10 ist mit knapp 400 Euro das Top-Modell der Reihe. Es verfügt über eine solide Ausstattung und ein tolles Display. In unserem Test klären wir, wie gut sich das Aquos D10 in der Praxis schlägt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Dualkamera und Selfie-Profi
  3. Performance
  4. Akkulaufzeit und Ausstattung
  5. Sprachqualität
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen

Sharp ist vielen nur noch als Hersteller von Fernsehern ein Begriff. Tatsächlich ist das Portfolio des japanischen Herstellers aber wesentlich größer. Neben diversen Audiosystemen und Lautsprechern wagt sich Sharp nun auch wieder auf den europäischen Smartphone-Markt. 2018 kamen drei neue Modelle in den Handel. Alle drei sind preislich in der Einsteiger- beziehungsweise Mittelklasse angesiedelt.

Das Top-Modell der neuen Smartphone-Reihe ist das Dual-SIM-Handy Aquos D10. Es ist das Vorzeigemodell und eine ausgewogene Mischung aus solider Leistung und hochwertigem Design liefern. Nachfolgend klären wir, ob das gelingt.

Design und Verarbeitung

Überraschung: Das Aquos D10 verfügt oben im 6-Zoll-Display über eine Notch, also Einkerbung. Spaß beiseite - das Designelement, das mit dem iPhone X populär wurde, ist mittlerweile auf jedem zweiten Android-Smartphone zu finden. Was Sharp allerdings gelingt, ist ein noch randloser Bildschirm. Nach eigenen Angaben besteht die Vorderseite des Aquos D10 zu 91 Prozent aus dem QHD-Display. Allerdings haben wir selbst nur einen Wert von 84,2 Prozent errechnet. Die Abweichungen in der Berechnung dürften sich vor allem durch die Notch ergeben. Dennoch ist es noch immer randloser als etwa das iPhone X oder OnePlus 6. Allerdings schaffen einige Hersteller noch bessere Werte, indem sie etwa auf eine ausklappbare Selfie-Kamera setzen oder den Frontlautsprecher unter dem Display verbauen.

Am Bildschirm selbst sieht man auch die Kompetenz der Japaner. Die Vorerfahrung im Bereich TV spiegelt sich auch auf dem Smartphone-Display wider, welches trotz LCD-Technik in Hinblick auf Farbbrillanz und Kontrast kaum von einem OLED-Display zu unterscheiden ist. Der Bildschirm und die Rückseite bestehen aus Gorilla Glass 3 und bieten so einen ausreichenden Schutz gegen Kratzer. Lebendige Farben findet ihr allerdings nur auf dem Display, beim Gehäuse bleibt Sharp konservativ und bringt das Aquos D10 lediglich in einem glänzenden Schwarz auf den Markt.

Sharp Aquos D10 in Bildern

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Das verwendete Glas hat wie bei vielen anderen Smartphones einen großen Nachteil - es ist sehr empfindlich für unschöne Fingerabdrücke. Davon ab gibt es an der Verarbeitungsqualität des Smartphones nichts auszusetzen. Auf der Rückseite findet sich eine Dual-Kamera, die etwas aus dem Gehäuse heraussteht, darüber liegt ein zusätzliches Mikrofon und darunter der Fotoblitz. Mittig auf der Rückseite ist ein Fingerabdrucksensor platziert, mit dem ihr das Handy entsperrt. Dieser hat in unserem Test schnell und zuverlässig seine Arbeit verrichtet. Auf einen zusätzlichen Kopfhöreranschluss verzichtet Sharp übrigens, lediglich ein USB C-Eingang ist vorhanden. Im Lieferumfang findet ihr aber einen passenden Adapter für ältere Kopfhörer mit Klinkenstecker.

Dualkamera und Selfie-Profi

Auf der Rückseite des Aquos D10 befindet sich eine Dual-Kamera, die mit 12- beziehungsweise 13 Megapixeln auflöst. Auf der Vorderseite ist eine 16-Megapixel-Kamera verbaut, die dank der hohen Auflösung gut für die beliebten Selfies geeignet ist. Die Bildqualität des Aquos D10 ist ordentlich, aber nicht herausragend.

Sharp Aquos D10 Kamera-Testbilder

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Bei guten Lichtverhältnissen am Tag nimmt das Smartphone sehr gute Bilder auf. Wird es dunkler, neigt die Kamera zum Verwackeln, zudem verlieren die Aufnahmen merklich an Details, vergrößert man sie etwas. Durch die Dualkamera habt ihr die Möglichkeit, Objekte näher heranzuholen. Die zweite Linse ist ein Telezoom, Bokeh-Effekte könnt ihr damit leider nicht erzeugen. Die Selfie-Kamera lieferte in unserem Test tagsüber ebenfalls eine gute Qualität - für Selfie-Fans in jedem Fall ausreichend. Positiv fällt auf, dass die aufgenommen Fotos nicht zu stark nachbearbeitet werden und ihre Natürlichkeit behalten.

Performance

Bei der technischen Ausstattung platziert sich das neue Sharp-Smartphone klar in der Mittelklasse. Angetrieben wird das Aquos D10 von einem Qualcomm Snapdragon 630 sowie 4 Gigabyte RAM. In unserem Benchmark-Test haben wir das Aquos D10 mit drei weiteren Smartphones der Preisklasse bis 400 Euro verglichen. Gegenüber dem HTC U11, dem Honor Play sowie dem Mate 20 lite hat Sharp hier leider das Nachsehen. Allerdings arbeitet im Honor Play der High End-Prozessor Kirin 970. Und auch das HTC U11 schlug bei seiner Einführung im Juni 2017 noch mit weit über 700 Euro zu Buche und setzte dementsprechend auch auf einen leistungsstärkeren Prozessor der Oberklasse.

Benchmark Sharp Aquos D10 HTC U11 Honor Play Mate 20 lite
Geekbench (Single-Core) 881 Punkte 1.900 Punkte 1.883 Punkte 1.603 Punkte
Geekbench (Multi-Core) 4.213 Punkte 6.100 Punkte 6.592 Punkte 5.559 Punkte
AnTuTu 90.004 Punkte 180.000 Punkte 206.902 Punkte 138.000 Punkte

Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Smartphones nutzen wir die Tools Geekbench und AnTuTu. AnTuTu ist wohl das populärste Tool zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Die App prüft nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), auch andere Smartphone-Komponenten, wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher, werden getestet. Geekbench fokussiert sich dagegen vor allem auf die Leistungsfähigkeit der CPU. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist bei beiden Programmen das Ergebnis. Wollt ihr die Leistungsfähigkeit eures eigenen Smartphones testen, könnt ihr euch AnTuTu und Geekbench bei uns im Download-Archiv kostenlos herunterladen.

Wirft man ein Blick auf die Bestenlisten der Benchmark-Dienste wie Geekbench, so wird dennoch deutlich, dass die Prozessorleistung des Aquos sich in der unteren Mittelklasse bewegt. Sie dürfte im Alltag dennoch ausreichen, bei aufwendigen 3D-Spielen und rechenintensiven Anwendungen aber zu wenig sein. Bei der Alltagsnutzung reagiert das Smartphone schnell und ohne zu ruckeln, auch Apps starten erfreulich zügig. Spiele wie Asphalt 9 laufen ebenfalls ruckelfrei, dies jedoch mit einer deutlich schlechteren Grafik als auf leistungsstärkeren Smartphones.

Akkulaufzeit und Ausstattung

Intern stehen euch 64 Gigabyte Speicher zur Verfügung, welcher über eine micro-SD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitert werden kann. Der Akku fällt mit 2.900 Milliamperestunden im Verhältnis zur Display-Größe etwas mager aus, dies zeigt sich auch in unserem Akkutest mithilfe der App "PCMark". Hier erreichte das Aquos D10 eine Laufzeit von etwa sechseinhalb Stunden mit aktiviertem Bildschirm. Über den Tag kommen solltet ihr mit einer Akkuladung, darüber hinaus wird es allerdings schwierig. Im Test konnten wir den Akku von 5 auf 46 Prozent in rund 30 Minuten aufladen, nach 60 Minuten stand er bei 81 Prozent. Erfreulich ist die Konnektivität des Aquos D10. Zwar ist die Ausstattung mit LTE Cat. 4 und einem Downstream von maximal 150 Megabit pro Sekunde nicht erwähnenswert, dafür erhaltet ihr Bluetooth 5.0, NFC und den neusten WLAN-Standard ac.

Auch bei den Sensoren spart Sharp nicht. An Bord sind neben dem Fingerabdrucksensor und Face Unlock ein Licht-, Beschleunigungs- und Annäherungssensor sowie ein digitaler Kompass und ein Gyroskop. Eure Kopfhörer mit 3,5-Millimeter-Klinkenstecker könnt ihr war zwar nicht an den USB C-Eingang anstecken, hier legt der Hersteller allerdings einen passenden Adapter bei. An Bord ist Quick-Charge 3.0 UBC C,auf Wireless-Charging verzichtet Sharp. Beim Aquos D10 verzichtet Sharp ebenfalls auf einen Schutz gegen Staub und Wasser, eine IP-Zertifizierung gibt es nicht. Als Betriebssystem kommt bei Aquos D10 Android 8.0 zum Einsatz, allerdings nicht pur, sondern mit einer Sharp-eigenen Oberfläche. Ob das Smartphone zeitnah ein Update auf Android 9.0 Pie erhält, hat der Hersteller nicht verraten.

Sprachqualität

Bei der Sprachqualität liefert das Aquos D10 durchwachsene Ergebnisse. Positiv fällt auf, dass Hintergrundgeräusche wie etwa Autolärm in unserem Test sehr gut herausgefiltert wurden. Stimmen wirkten allerdings etwas undeutlich und teilweise blechern, sowohl am Smartphone selbst als auch beim Gesprächspartner.

Preis und Verfügbarkeit

Das Sharp Aquos D10 ist seit September 2018 im hiesigen Handel. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 399 Euro, inzwischen erhaltet ihr das Smartphone aber schon etwas günstiger.

Sharp Aquos D10: Fazit

Schicke Mittelklasse mit Schönheitsmakeln 7/10

Das Aquos D10 bringt Sharp ein solides Mittelklasse-Handy auf den deutschen Markt. Die Leistung sollte für den normalen Alltagsgebrauch ausreichen, für anspruchsvolle Einsatzzwecke wie aufwendige Spiele ist das Handy allerdings nur bedingt geeignet. Schade finden wir, dass Sharp einen ziemlich schwachen Akku verbaut hat. Das Display des Aquos D10 ist definitiv ein Hingucker, das Gehäuse wie so oft leider etwas anfällig für Fingerabdrücke.

Das hat uns gefallen

  • Gute Verarbeitung
  • Flotter Fingerabdrucksensor
  • Tolles Display

Das hat uns nicht gefallen

  • Schwacher Prozessor
  • Kein Kopfhörereingang
  • Nicht wasserfest
  • Kamera neigt bei Dunkelheit zum Verwackeln
Testnote 7,0 von 10
Marinus Martin
Bewertet von Marinus Martin
7,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Sharp Aquos D10 wurde uns von Sharp leihweise zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Bestenlisten

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