Sigma DP1s im Test: Kompakte Kamera mit Festbrennweite

Sensorfläche wie eine Spiegelreflexkamera

von Jan Johannsen

Die Brennweite des Objektivs der Sigma DP1s liegt fest bei 16,6 Millimetern, aber auch in anderen Punkten hebt sie sich von anderen Kompaktkameras ab. So verfügt der neueste Fotoapparat des japanischen Unternehmens über einen Bildsensor, dessen Fläche ähnlich Groß ausfällt, wie bei den Chips in Spiegelreflexkameras.

Die Brennweite des Weitwinkel-Objektivs der Sigma DP1s liegt fest bei 16,6 Millimetern. Aber auch in anderen Punkten hebt sich das Gerät von anderen Kompaktkameras ab. So arbeitet der neueste Fotoapparat des japanischen Unternehmens mit einem Bildsensor, der ähnlich groß ausfällt wie die Chips aktueller Spiegelreflexkameras.

Festbrennweite und großer Bildsensor

Umgerechnet ins Kleinbildformat beträgt die feste Brennweite des Weitwinkelobjektivs der Sigma DP1s 28 Millimeter. Der Hersteller erhofft sich von der Linse ein hohes Auflösungsvermögen sowie einen höheren Kontrast als bei Zoom-Objektiven üblich.

Sigma baut in die DP1s den hauseigenen CMOS-Sensor Foveon X3 ein. Dessen Fläche fällt mit 20,7 x 13,8 Millimetern bis zu sieben Mal größer aus als die der Chips anderer Kompaktkameras. Aktuelle Bildsensoren etwa in Spiegelreflexkameras von Canon und Nikon weisen nur eine geringfügig größere Fläche auf. Der Foveon X3 unterscheidet sich von anderen Bildsensoren vor allem dadurch, dass drei Sensorelemente übereinander liegen, sodass jeder Pixel alle drei Grundfarben aufzeichnet. Bei anderen Chips hingegen verteilen sich die Grün-, Rot- und Blaufilter ungleichmäßig.

Sigma DP1s

Die maximale Auflösung des Sensors gibt Sigma mit 14 Megapixeln an. Hierbei handelt es sich allerdings nur um einen rechnerischen Wert, denn die reale Auflösung der Aufnahmen liegt bei etwa 4,6 Megapixeln. Der Hersteller addiert für einen möglichst hohen und werbewirksamen Wert die jeweils 2.652 x 1.768 Bildpunkte der drei Sensorschichten zu einer Summe.

Der 2,5 Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der DP1s dient zur Bildkontrolle und als Sucher. Mit 230.000 Pixeln fällt die Auflösung der Anzeige nicht besonders hoch aus. Optional bietet Sigma auch einen optischen Sucher an, den der Nutzer auf den Zubehörschuh der Kamera aufsteckt.

Die DP1s eignet sich nur bedingt für spontane Schnappschüsse. Während die Auslöseverzögerung nicht zu spüren ist, arbeitet der Autofokus träge. Auf Hilfsmittel wie einen Bildstabilisator, eine Gesichtserkennung oder Szenenprogramme mit festen Belichtungswerten muss der Nutzer bei der DP1s verzichten. Die Kamera bietet dem Anwender lediglich fünf Belichtungsfunktionen von der Voll-, über Programm-, Zeit- und Blendenautomatik bis zum manuellen Belichtungsabgleich.

Angenehme und übersichtliche Bedienung

Die Sigma DP1s liegt gut in der Hand. Ihre Tasten weisen allesamt sehr knackige Druckpunkte auf. Zum Drehen des schwergängigen Aufnahmewahlrads muss der Fotograf die Kamera mit zwei Händen halten, ansonsten genügt auch eine Hand zur Bedienung. Die manuelle Fokussierung erfolgt über ein weiteres Rädchen, allerdings eignet sich der Bildschirm der DP1s nur bedingt für eine genaue manuelle Scharfstellung.

Die zwei Zoomtasten steuern in der Grundeinstellung den Digitalzoom, der Nutzer kann sie aber auch mit anderen Funktionen belegen. So rufen sie zum Beispiel das praktische QS-Menü für schnelle Bildeinstellungen auf. Das übersichtlich gestaltete Hauptmenü der DP1s erfordert teilweise sehr viele Klicks, um die gewünschte Einstellung zu verändern.

Artefakte stören sonst gute Aufnahmen

Der automatische Weißabgleich der Sigma DP1s sorgt bei Aufnahmen unter Neonlicht für Farben, die ausgeblichen wirken. Im Freien oder bei Verwendung des Blitzlichts wirken die Aufnahmen dagegen natürlich. Die Bilder überzeugen mit einer hohen Detailgenauigkeit und deutlichen Kontrasten. Ab ISO 400 ist ein leichtes Bildrauschen zu erkennen, das bei der maximalen Lichtempfindlichkeit von ISO 800 sehr deutlich zu Tage tritt.

Sigma DP1s Testbilder

6 Bilder
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Teilweise treten auf den Fotos der uns zum Test zur Verfügung stehenden Sigma DP1s allerdings sehr starke Bildstörungen auf. Vor allem auf weißen Flächen zeichnen sich dann dunkle Punkte oder Bildbereiche in einem sehr hellen Lila-Ton ab. Insgesamt betrachtet erreicht die Bildqualität trotz des großen Bildsensors nicht das Niveau von Spiegelreflexkameras.

Videos zeichnet die DP1s nur mit einer sehr geringen Auflösung von 320 x 240 Pixeln auf. Anwender, die planen mit ihrer Digitalkamera Videos aufzunehmen, sollten zu einem Modell mit höherer Auflösung greifen.

Zahlreiches optionales Zubehör

Dank der großen Daumenablage auf der Rückseite liegt das sauber verarbeitet Gehäuse der Sigma DP1s sicher in der Hand. Ihre Aufnahmen legt die Kamera auf SD- und SDHC-Speicherkarten ab. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Zur Datenübertragung verfügt der Fotoapparat nur über eine kombinierte USB- und AV-Schnittstelle. Sigma bietet für die DP1s eine passende Gegenlichtblende sowie einen externen optischen Sucher und ein externes Blitzgerät an.

Sigma DP1s: Fazit

Hohe Erwartungen nicht erfüllt 4.8/10

Die hohen Erwartungen erfüllt die Sigma DP1s nicht. Trotz seiner großen Fläche liefert der Bildsensor keine rundum überzeugende Bildqualität. Auch das Objektiv mit Festbrennweite lässt keine signifikanten Vorteile gegenüber Kameras mit Zoom-Objektiven erkennen. Einzig die Bedienung überzeugt, allerdings genügt das nicht für einen positiven Gesamteindruck. Die unverbindliche Preisempfehlung von Sigma für die DP1s beträgt 499 Euro. Im Internet bieten Händler das Gerät bereits für rund 350 Euro an. Nach Aussagen von Sigma handelt es sich bei den teilweise auftretenden Artefakten um einen Schaden am Testgerät. Eine Ersatzkamera befindet sich auf dem Weg in die Redaktion. Nach dem Eintreffen des neuen Testgeräts aktualisieren wir den Testbericht.

Das hat uns gefallen

  • Bildqualität
  • Lichtstarkes Objektiv

Das hat uns nicht gefallen

  • Ausstattung
  • Preis
Testnote 4,8 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

1,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

6,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
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