USB C-Kabel: Darauf solltet ihr beim Kauf achten

Schäden vermeiden

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von Jan Kluczniok
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Teaser USB-C Kabel

Egal ob Galaxy S8 oder MacBook Pro - immer mehr Hersteller setzen bei ihren neuen Geräten auf USB C. Der neue Anschluss erlaubt schnelleres Laden und Transferieren von Daten, ganz nebenbei überträgt er auch noch Audio- und Videosignale. So werden andere Kabel überflüssig. Allerdings gilt es beim Kauf von USB C-Kabeln einiges zu beachten, andernfalls drohen Schäden an euren Laptops und Smartphones.

Egal ob es das neue Galaxy S8 ist oder das aktuelle Apple MacBook Pro mit und ohne Touch Bar: Immer mehr Hersteller setzen bei ihren Geräten auf den Übertragungsstandard USB C. Kein Wunder! Dieser erlaubt nämlich nicht nur höhere Datentransferraten und schnelleres Laden von Geräten, sondern soll auch vieles einfacher machen. Denn neben Strom und Daten können via USB C auch Video- und Audiosignale übertragen werden. Schluss also mit Kabelsalat. Egal ob ihr einen Monitor an euer Laptop anschließen, Kopfhörer anstöpseln, das Notebook oder euer Smartphone laden wollt, künftig braucht ihr nur noch ein USB C-Kabel.

Diese Gefahren bestehen

Soweit die Theorie, die Praxis sieht leider anders aus. Denn USB C ist nicht gleich USB C. Nicht jedes USB C-Kabel ist in der Lage ein Notebook zu laden oder Daten in USB 3.1-Geschwindigkeit zu übertragen. Leider weisen zahlreiche Hersteller auf diese Problematik aber nicht hin. Das kann unangenehme Folgen für den Nutzer haben. Wer nach "USB C-Kabel" googelt wird schnell auf Berichte von minderwertigen Kabeln stoßen, die Stromschäden an Laptop oder Smartphone verursachen.

Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Google-Ingenieur Benson Leung. Er gehört dem Pixel-Team des Unternehmens an und ist ein großer Anhänger von USB C. In seiner Freizeit testet und bewertet er entsprechende Kabel und Adapter auf Amazon. Seine Erfahrungen sind teilweise erschreckend: So zerstörte ein "USB A auf USB C"-Kabel die USB-Ports seines Chromebook Pixel (2015). Schuld sei eine falsche Verdrahtung im Kabel gewesen. "Minderwertige Ware" - lautet Leungs vernichtendes Urteil.

Leungs Geschichte ist kein Einzelfall oder Ammenmärchen. "Grundsätzlich kann jedes Kabel, das Strom von A nach B transportiert, ein Gerät beschädigen", sagt Marco Peters, Vice President of Global Product Management bei Belkin. Bei USB C sei das Risiko jedoch größer, da der Standard mit bis zu 100 Watt deutlich höhere Leistungswerte als vorherige USB-Generationen erreiche. Zudem machen die vielfältigen Möglichkeiten von USB C den Aufbau des Kabels sehr komplex. "Ein herkömmliches USB-Kabel besteht aus bis zu fünf Drähten, bei einem USB C-Kabel sind es mitunter mehr als doppelt so viel", erklärt Peters.

Hinzu kommen weitere Komponenten, etwa ein E-Marker-Chip, der prüft, wie viel Strom ein Gerät benötigt und den Stromfluss entsprechend anpasst. "Ist der E-Marker defekt oder fehlt er sogar ganz, drohen schnell Schäden an den Geräten", sagt Peters. Ein solches Kabel erwischte zum Beispiel der US-Journalist Dieter Bohn (The Verge). Er wollte sein Nexus 6P an seinem MacBook laden. Doch das verwendete USB C-Kabel regelte den Ladeprozess nicht korrekt, die Folge: der USB C-Port am MacBook war nicht mehr zu gebrauchen. Bohn verglich daher den Kauf eines USB C-Kabels mit einem Spiel "Russisch Roulette".

So schützt ihr euch vor fehlerhaften USB C-Kabeln

Auf dem Kabelkopf finden sich bei USB C-Kabeln häufig Angaben zur Leistungsfähigkeit.
Auf dem Kabelkopf finden sich bei USB C-Kabeln häufig Angaben zur Leistungsfähigkeit. (Quelle: netzwelt)

Doch wie können Nutzer sich vor dem Kauf eines sogenannten Rammschkabels schützen? Peters rät nur Kabel von Hersteller kaufen, die dem USB Implementers Forum angehören. Bei diesen sei sichergestellt, dass der USB-Standard korrekt implementiert sei und es zu keinem Inkompatibiltäten käme. Ob ein Hersteller dem USB IF angehöre oder nicht, zeigt ein Logo auf der Verpackung an. Im Zweifel sollten Nutzer dies aber noch einmal auf der Homepage der Vereinigung prüfen, in der Vergangenheit warben einige Billighersteller auch mit gefälschten USB IF-Logos.

Der Griff zum Kabel vom Markenhersteller garantiert zudem nicht immer eine unbeschwerte Nutzung. So rief im August 2016 der Hersteller Anker in den USA einige USB C-Kabel zurück, da diese Geräte schädigen können. Ein Unterschied zu Billigherstellern gibt es in diesem Fall dann aber doch: Markenhersteller geben ihren Kunden häufig auch eine Garantie. "Wird ein Geräte durch ein Belkin-Kabel geschädigt, tragen wir die Kosten für die Reparatur bis zu einem Wert von 2.000 Euro", sagt Peters.

Wer ein USB C-Kabel daheim hat und sich unsicher ist, ob er es zum Laden eines bestimmten Gerätes nutzen kann, findet mitunter auch Angaben zur Leistungsfähigkeit auf dem Kabelkopf. Hier steht häufig die maximale Stomstärke (Ampere) oder Leistung (Watt), die das Kabel aushält. In unserem Beispiel sind es "5A".

Des Weiteren gibt es auf Reddit mittlerweile eine Gruppe von Nutzern, die dem Beispiel von Benson Leung folgt und USB C-Kabel und -Adapter testet. Sie hat eine Liste von Kabeln zusammengestellt, die ihr bedenkenlos mit dem Nexus 5X und dem Nexus 6P nutzen könnt.

Auf netzwelt findet ihr auch eine Übersicht, welche Smartphones bereits mit USB C-Port ausgeliefert werden.

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