Sony Alpha 5000 im Test: NEX-3-Nachfolgerin setzt auf Selfies

Alles auf Alpha

von Dennis Imhäuser

Mit der Alpha 5000 hat Sony auf der CES in Las Vegas ein neues Einsteigermodell in die Systemkamera-Linie vorgestellt. Die Nachfolgerin der NEX-3 ist mit einem 20-Megapixel-BI-CMOS-Sensor ausgestattet und einem um 180 Grad klappbaren Monitor. Was die Alpha 5000 auszeichnet, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Die Sony Alpha 5000 ist das Einsteigermodell in Sonys Systemkamera-Universum. Die Digitalkamera löst das Modell NEX-3 ab. Der Hersteller streicht den Namenszusatz NEX, bleibt aber dem E-Bajonett treu. Die Alpha 5000 ist mit einem 20-Megapixel-BSI-CMOS-Sensor und der neusten Generation des BIONZ-Bildprozessors ausgestattet. Ob der Einstieg mit der Alpha 5000 gelingt, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Monitor aufklappen und los geht es: Schon ist die Alpha 5000 einsatzbereit für ein Selbstporträt.
Monitor aufklappen und los geht es: Schon ist die Alpha 5000 einsatzbereit für ein Selbstporträt.

Prolog

Die wichtigste Nachricht zuerst: Systemkameras von Sony heißen nun schlicht und ergreifend Alpha. Mit der Vorstellung der "Profi"modelle Alpha 7 und 7R hat Sony bereits bei den Vollformat-Systemkameras auf den Zusatz NEX verzichtet und nun auch in der kostengünstigeren APS-C-Einsteigerklasse. Lediglich an der Nummerierung, die sich an Canon und Nikon orientiert, kann man erkennen, an wen sich die Kamera richten soll. Auch die Alpha 3000 verzichtet auf den Namenszusatz, unterscheidet sich jedoch durch ihre Bauform von allen anderen Systemkameras der Alpha-Reihe und erinnert mehr an eine klassische DSLR.

Sony Alpha 5000 im Test

Die vierstellige Alpha 5000 ist eine Einsteiger-Systemkamera und soll den Fotoneuling abholen und dazu begeistern, sich intensiver mit der Fotografie zu beschäftigen und natürlich dem E-Bajonett von Sony treu zu bleiben. Der Hersteller will für knapp 400 Euro inklusive 16-50mm-Kit-Objektiv ein attraktives Angebot schnüren.

Fotoeigenschaften

Der Exmor APS-C HD-Sensor der Alpha 5000 löst mir 20,1 Megapixeln auf. Er ist im APS-C-Format gehalten, was bedeutet, dass der Sensor ein Seitenverhältnis von 3:2 und eine Gesamtfläche von 23,2 x 15,4 Millimetern besitzt.

Als Bildprozessor verbaut der Hersteller den Bionz X-Chip. Dieser ist auch bei den Top-Modellen Alpha 7 und Alpha 7R verbaut. Hier hat Sony an der a5000 keinesfalls gespart. Das Bildrauschen ist bis ISO 1600 sehr gering und auch der Dynamikumfang der Bilder ist sehr gut. Kein Ausrutscher bei der Bildqualität, das muss man der Sensor-Bildprozessor-Kombination attestieren.

Der Exmor APS-C HD-CMOS-Sensor der a5000 löst mit effektiv 20,1 Megapixel auf.
Der Exmor APS-C HD-CMOS-Sensor der a5000 löst mit effektiv 20,1 Megapixel auf.

Die kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/4000 Sekunde und die maximale Serienbildgeschwindigkeit vier Bilder pro Sekunde bei JPG-Aufnahmen. Diese hält die a5000 auch durch bis die Speicherkarte voll geschrieben ist. Bei JPG- plus RAW-Aufnahmen ist jedoch nach neun Serienbildern Schluss mit der hohen Geschwindigkeit.

Auf einen Blitzschuh für einen externen Aufsteckblitz muss der Fotograf bei der Alpha 5000 verzichten. Immerhin besitzt die Systemkamera einen integrierten Blitz. Dieser ist erwartungsgemäß schwach und reicht nicht, um einen Raum auszuleuchten, sondern kann lediglich als Aufhellblitz dienen.

Der Autofokus der Alpha 5000 funktioniert tadellos unter guten Lichtbedingungen. Unter schlechten Lichtbedingungen leidet Geschwindigkeit allerdings deutlich. Hier liegt definitiv nicht die Stärke des Kontrastautofokus. Die Auslösegeschwindigkeit der Systemkamera ist sehr gut und liegt bei knapp unter 0,4 Sekunden.

Die Systemkamera verfügt über nur wenige Einstellräder und Tasten. Wichtige Bildparameter sind dennoch einigermaßen schnell erreichbar.
Die Systemkamera verfügt über nur wenige Einstellräder und Tasten. Wichtige Bildparameter sind dennoch einigermaßen schnell erreichbar.

Zusätzlich implementiert Sony der Alpha 5000 eine DRO-Funktion, die Schattenbereiche aufhellt und einen HDR-Modus (High Dynamik Range), der aus mehreren unterschiedlich belichteten Aufnahmen ein Foto mit erhöhtem Dynamikumfang erstellt. Aus dem Videobereich bekannt ist die Zebra-Funktion. Diese lässt sich bei der a5000 wahlweise auch im Fotomodus zuschalten und stufenweise regulieren. Das ist etwas ungewohnt, hilft aber dabei, die Belichtung auf dem Display richtig beurteilen zu können.

Videofunktionen

Die Systemkamera muss nicht wie eine DSLR erst umständlich den Spiegel nach oben klappen, um Videos aufzuzeichnen. Full HD gehört zum guten Ton und so kann auch die Alpha 5000 in Full HD aufzeichnen - mit bis zu 50 Halbbildern oder 25 Vollbildern. Die Dateien werden wahlweise als MPEG-4 oder AVCHD ausgegeben.

Wie bereits unter den Fotoeigenschaften erwähnt, kann der Videographer ein Zebra-Muster auf dem Display einblenden, um die korrekte Belichtung der Szenerie besser auszuloten. Um eine Videoaufnahme zu starten, drückt man den Aufnahmeknopf auf der Oberseite der Digitalkamera.

Die Starttaste für Videoaufnahmen befindet sich gut erreichbar für den Daumen auf der Oberseite.
Die Starttaste für Videoaufnahmen befindet sich gut erreichbar für den Daumen auf der Oberseite.

Einen Mikrofoneingang oder einen Kopfhörerausgang besitzt die a5000 hingegen nicht. Das bedeutet, dass man weder ein höherwertiges Aufsteckmikrofon anschließen kann noch den Ton während der Aufnahme auf Störgeräusche hin abhören kann. Um Videos auf einem Fernseher wiederzugeben, besitzt die Systemkamera einen HDMI-Ausgang.

Bedienung und Verarbeitung

Kunststoff so weit das Auge reicht. Das Kameragehäuse ist komplett aus Polycarbonat gefertigt und fühlt sich aufgrund der sauberen Verarbeitung gut an. Das Material selbst wirkt hingegen günstig. Hier spart Sony an den Herstellungskosten. Das Gehäuse ist kleiner als der Objektivanschluss. Die Blitzeinheit hat eine runde Abdeckung erhalten, damit sich Objektive perfekt ans Design der Kamera anpassen.

Das 16-50mm-Kit-Objektiv ist solide verarbeitet und besitzt ein Bajonett aus Metall. Das sieht man heutzutage immer seltener, hinterlässt aber einen besseren haptischen Eindruck als die Kunststoffanschlüsse vieler anderer Kit-Objektive. Das war es aber schon mit positiven Aspekten zum 16-50mm-Objektiv.

Die Abbildungsleistung ist befriedigend, was vor allem am deutlich sichtbaren Schärfeverlust von der Bildmitte zu den Bildrändern hin liegt. Grausig ist das Geräusch des Zoommotors. Er ist deutlich wahrnehmbar und vermittelt kein gutes Gefühl. Vielmehr hatte ich im Test das Gefühl, das Objektiv leidet unter dem Zoom. Die Wippe an der Seite unterstützt die Handhabung von Kamera und Objektiv. Da man sich ganz auf den Auslöser und das hintere Einstellrad konzentrieren kann und mit der linken Hand am Zoom das Objektiv bedient.

Nur wenige Tasten und Einstellräder befinden sich auf dem Gehäuse verteilt. Zum einen der zweistufige Auslöser auf der Oberseite, der von einer Zoomwippe umschlossen wird, und zum anderen ein Einstellrad auf der Rückseite. Das Einstellrad selbst beinhaltet auch noch vier Tasten, die direkten Zugriff auf Display-Anzeige, Lichtempfindlichkeit (ISO), Belichtungskorrektur und den Bildfolgemodus erlauben.

Auf ein Programmmodusrad verzichtet Sony bei der a5000 ganz. Über den ersten Menüpunkt des Kameramenüs kann der Modus eingestellt werden. Fotografen können zwischen den klassischen Programmen P, A, S und dem manuellen Modus wählen. Für Einsteiger gibt es eine Vollautomatik, die "überlegene" Automatik sowie Szenenautomatik. Darüber hinaus besitzt die Systemkamera einen Panoramamodus und ein spezielles Programm für Filmaufnahmen.

Das Bajonett und der Objektivanschluss des Kit-Objektivs sind aus Metal gefertigt.
Das Bajonett und der Objektivanschluss des Kit-Objektivs sind aus Metal gefertigt.

Auf der linken Seite befindet sich der HDMI-Ausgang, USB-Schnittstelle und das Speicherkartenfach. Als Speichermedien können SD-Speicherkarten oder Sonys Memory-Sticks in der a5000 eingesetzt werden. Eine schnelle Speicherkarte ist nicht nur bei Filmaufnahmen lohnenswert, sondern auch bei Serienaufnahmen im Fotomodus. Die Systemkamera unterstützt SDXC-Karten mit einer Kapazität von bis zu 64 Gigabyte.

Der Zugriff auf den Akku befindet sich auf der Unterseite der Kamera. Der NP-FW50 Lithium-Ionen-Akku hat eine Gesamtkapazität von 1.080 Milliamperestunden, was für knapp 400 Aufnahmen reicht. Typisch Sony ist kein Ladegerät für den Akku beigelegt, sondern lediglich ein Ladegerät um den Akku in der a5000 über den microUSB-Anschluss zu laden.

Bildqualität

Während der Hersteller an Kameragehäuse, Bedienelementen und Zoommotor für das Kit-Objektiv spart, ist dies bei der Bildqualität allerdings nicht der Fall. Der BIONZ-Bildprozessor der neusten Generation leistet auch bei der kleinsten Alpha ganze Arbeit. Aufnahmen bis ISO 800 sind sehr gut und bis ISO 3200 bleiben Details sehr gut erhalten. Darüber hinaus greift die Rauschunterdrückung allerdings deutlich ein. Der Detailverlust ist bei ISO 6400 deutlich erkennbar.

Maximal kann die Lichtempfindlichkeit auf ISO 16.000 eingestellt werden. Bei der hohen Empfindlichkeit sind die Bilder deutlich verrauscht und sollten nur in der Not verwendet werden. Farben werden neutral wiedergeben und es kommt auch bei höheren Empfindlichkeiten kaum zu Farbverschiebungen. In den Grundeinstellungen wirken die Farben etwas kräftig, aber gut differenziert.

Bildschirm, WLAN und Selfie-Funktion

Eine Besonderheit der a5000 ist das um 180 Grad nach oben klappbare Display. Es erleichtert bodennahe Aufnahmen, jedoch hilft es nicht bei Überkopfaufnahmen. Letztere gestalten sich ohnehin etwas schwierig, weil der Monitor sehr blickwinkelabhängig ist und nur schlecht bei Aufnahmen oberhalb des Kopfs einzusehen ist. Zudem besitzt das Display eine eher mäßige Auflösung mit circa 460.000 Bildpunkten. Hier hat Sony auf ein höherauflösenden Bildschirm verzichtet.

Aber um eine perfekte Selfie-Cam zu sein, benötigt der Fotograf, der nun gleichzeitig zum Motiv wird, den Blick auf den Bildschirm aus der Position von frontal vor der Systemkamera. Um 180 Grad nach oben geklappt, dient dies natürlich nicht nur für Selbstporträts, sondern auch für Videoaufnahmen beispielsweise für VLog, die auf YouTube oder Vimeo veröffentlicht werden können. Die Digitalkamera wechselt automatisch bei nach vorn geklapptem Display in den Selbstauslösemodus.

Um die Anbindung ans Internet ist die Alpha nicht verlegen. Integriert sind WLAN und NFC für eine Verbindung mit dem Smartphone, Tablet oder direkt mit einem Router. Zusätzlich bietet Sony Apps an, die beispielsweise die direkte Verbindung zu einem Flickr-Account herstellen und man Aufnahmen aus der Kamera über eine App direkt online stellen kann. Über die PlayMemories-App kann die Systemkamera mit einem Android- oder iOS-Smartphone ferngesteuert werden.

Sony Alpha 5000 im Test

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Sony Alpha 5000: Fazit

Gute Kamera schlechtes Kit-Objektiv 6/10

Die Alpha 5000 ist eine sehr gute erste Systemkamera. Die Bildqualität ist auf sehr hohem Niveau - hier spart Sony definitiv nicht. Die Verarbeitung ist gut, jedoch könnte der Hersteller über einen besseren Kunststoff nachdenken. Die Bedienung gerade im manuellen Modus ist umständlich, aber in Ordnung. Die kurze Auslösegeschwindigkeit macht die a5000 absolut schnappschusstauglich und die Selfie-Funktion inklusive WLAN-Anbindung sowie die zusätzliche App für Flickr und Co. runden das gute Einsteigerpaket ab.

Das hat uns gefallen

  • klein und leicht
  • gute Bildqualität

Das hat uns nicht gefallen

  • Kit-Objektiv
  • kein Sucher
  • Bedienung
Testnote 6,0 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
4,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

6,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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8
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    17.04.2014 Die Nachfolgerin der NEX-3 ist die Alpha 5000. Die kleine Systemkamera dient als Einstiegsmodell in Sonys Systemkamera-Linie. Besonderheit ist das um 180 Grad nach oben klappbare Display, das die Digitalkamera Selfie-tauglich macht. Das bieten nicht einmal die Spitzenmodelle Alpha 7 oder Alpha 7R. Was noch im Karton liegt, lesen und sehen Sie auf netzwelt.

    Als die Alpha 5000 von Sony auf der CES 2014 in Las Vegas als Nachfolgerin der NEX-3 vorgestellt wurde, war klar, dass der Produktname NEX für die Systemkamera-Linie endgültig verschwinden würde. Nach wie vor setzt Sony aber auf das E-Bajonett - und so ist auch die Alpha 5000 mit allen bisherigen Objektiven für NEX-Systemkameras kompatibel.

    Die Einsteiger-Systemkamera ist mit einem APS-C-CMOS-Sensor ausgestattet, der mit effektiv 20,1 Megapixeln auflöst, und besitzt einen Kontrast-Autofokus, der mit 25 Messfeldern ausgestattet ist. Die Serienbildgeschwindigkeit beträgt laut Hersteller 3,5 Bilder pro Sekunde. Zudem sind WLAN und NFC integriert. Im Zusammenspiel mit dem klappbaren Monitor könnte sich die Alpha 5000 sehr gut für Selfies eignen, vorausgesetzt die Digitalkamera ist mit dem WLAN verbunden.

    Nach dem Auspacken wird die Sony Alpha 5000 nun einige Wochen im Praxiseinsatz verbringen. Haben Sie vorab Fragen zur Systemkamera, dann stellen Sie diese als Kommentar unter diesem Artikel oder wenden Sie sich über Google+ direkt an den Redakteur. Ihre Fragen werden im Forum oder im Testbericht beantwortet.

    Die ausführlichen Testberichte der Top-Modelle Alpha 7 und Alpha 7R lesen Sie auf netzwelt.

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