Sony Alpha 6000 im Test: Systemkamera im Geschwindigkeitsrausch

Sehr gutes Gesamtpaket

von Dennis Imhäuser

Sony hat mit der Alpha 6000 die Nachfolgerin der NEX-6 auf den Markt gebracht. Die APS-C-Systemkamera lässt die NEX-7 endgültig alt aussehen. Warum die a6000 den Fotoredakteur überzeugt hat und wo Sony den Rotstift zugunsten des Preises angesetzt hat, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Mit der Alpha 6000 hat Sony die Nachfolgerin der NEX-6 vorgestellt. Die Systemkamera ist mit einem 24-Megapixel-CMOS-Sensor ausgestattet und lässt sogar die NEX-7 altbacken aussehen. Was die a6000 dem Fotografen bietet und wo Sony den Rotstift angesetzt hat, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Die Sony Alpha 6000 ist die Nachfolgerin der NEX-6. Die Systemkamera mit APS-C-Sensor muss sich im Test beweisen.
Die Sony Alpha 6000 ist die Nachfolgerin der NEX-6. Die Systemkamera mit APS-C-Sensor muss sich im Test beweisen.

Einordnung in die Systemkamera-Linie von Sony

Die Alpha 6000 ist die Nachfolgerin der NEX-6 und auch irgendwie der NEX-7. Sie hat wie das ehemalige Spitzenmodell eine Auflösung von 24 Megapixeln, aber ihr fehlt das zweite Einstellrad auf der Oberseite, und auch der Sucher ist weniger hoch auflösend. Ob Sony im APS-C- Bereich noch ein weiteres Modell oberhalb der Alpha 6000 auf den Markt bringt oder die Alpha 7 mit Vollformat-Sensor die Spitze darstellt, bleibt bisweilen Sonys Geheimnis.

Sony Alpha 6000 Details

Bildqualität

So viel zur Einordnung in Sonys Systemkamera-Universum. Nun geht es nur noch um die Alpha 6000 und die hat es, um es vorwegzunehmen, in sich. Der Sensor liefert eine sehr gute Bildqualität ab. Die Aufnahmen sind sehr scharf und die Farben knackig, ohne übertrieben zu wirken. Der mit der Alpha 7 eingeführte Bildprozessor Bionz X ist auch in der a6000 verbaut und sorgt für die gute Bildqualität der JPG-Dateien. Bildrauschen ist bis ISO 6400 kein Thema bei der Alpha, die Fotos können bedenkenlos genutzt werden. Ab ISO 12.800 verschwinden die Details in den Aufnahmen dann aber doch und die Rauschunterdrückung arbeitet stärker.

Testaufnahmen Sony Alpha 6000

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Bei Sonys E-Mount-Objektiven ist der Bildstabilisator im Objektiv verbaut. Das mitgelieferte 16-50mm-Kit-Objektiv mit Power-Zoom kann im Test wie bereits bei der Alpha 5000 nicht überzeugen. Der Schärfeabfall zu den Rändern hin ist zu stark. Die Systemkamera ist aber auch mit dem gut 1.000 Euro teuren Zeiss 16-70mm F4 erhältllich. Damit erreicht die Kamera deutlich bessere Bildergebnisse. Doch auch an der knapp 190 Euro teuren 16mm F2,8-Festbrennweite kann der Sensor endlich zeigen, was in ihm steckt.

Technik

Der Sensor verfügt über eine effektive Auflösung von 24 Megapixeln und ermöglicht detailreiche Aufnahmen. Der Bionz X-Bildprozessor sorgt nicht nur für eine rauscharme Entwicklung, sondern auch für eine schnelle Verarbeitung. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit liegt bei elf Bildern pro Sekunde und bei kontinuierlichem Autofokus bei zehn Bildern pro Sekunde. Das sind Werte, mit denen DSLR-Kameras in diesem Preissegment nicht mithalten können. Die Verschlussgeschwindigkeit beträgt 1/4.000 Sekunde und die Blitzsynchronisationszeit 1/160 Sekunde. Letzteres ist etwas wenig, aber die meisten Fotografen werden mit der a6000 im Studio arbeiten.

Sony Alpha 6000 im Test

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Beim Thema Blitz fährt die a6000 zweigleisig. Zum einen weist die Kamera einen kleinen, eingebauten Blitz auf, der dem Hersteller zufolge bis zu sechs Metern reicht, aber nur bis circa 4,5 Metern eine homogene Ausleuchtung ermöglicht. Das ist vollkommen ausreichend, um den kleinen Blitz zum Aufhellen zu verwenden. Aber die Systemkamera hat als zum anderen auch einen Blitzschuh für externe Aufsteckblitze. Dadurch kann der Fotograf professionelle Blitze und Studiobeleuchtungen ansteuern.

Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt und fühlt sich glatt an. Metall wäre sicherlich noch besser gewesen, aber durch den leichten Werkstoff wiegt die Alpha 6000 auch nur 344 Gramm mit eingelegtem Akku und Speicherkarte. Neben dem Akku befindet sich das Speicherkartenfach für SD-Karten. Auch wenn die Kamera auf einem Stativ montiert ist, kommt der Fotograf problemlos an Akku und Speicher heran, weil das Objektivgewinde weit genug entfernt auf der Unterseite sitzt.

Die Sony besitzt einen HDMI-Ausgang und einen Micro-USB-Anschluss. Dieser ist für den Datenaustausch und dient als  Ladekabel für den Akku der Kamera.
Die Sony besitzt einen HDMI-Ausgang und einen Micro-USB-Anschluss. Dieser ist für den Datenaustausch und dient als  Ladekabel für den Akku der Kamera.

Rasend schnell und dabei unauffällig

Die Alpha 6000 ist verdammt schnell. Nicht nur die Auslösegeschwindigkeit ist vollkommen "schnappschußtauglich", sondern auch der Autofokus überzeugt auf ganzer Linie. Ähnlich flink sind bislang allen voran Modelle von Konkurrent Panasonic. Die Lumix GM1 und die Lumix GX-7 verfügen im Gegensatz zur a6000 über einen reinen Kontrastautofokus. Die Sony setzt auf einen Hybridautofokus aus Kontrast- und Phasenautofokus. Insgesamt 179 Phasenvergleichssensoren messen den Schärfepunkt, und das führt dazu, dass die a6000 auch bei einer Serienbildgeschwindigkeit von zehn Bildern pro Sekunde das Motiv stets im Fokus hat. Bei solch sportlichen Werten kann keine DSLR in einem Preissegment um die 600 Euro mithalten.

Die Autofokuspunkte sind über das gesamte Sucherfeld verteilt und können manuell ausgewählt oder komplett automatisch von der Kamera gesteuert werden. Der neue "Lock-on-AF" sorgt dafür, dass die Sony ein sich bewegendes Objekt erkennt und sicher im Fokus hält. Die neue Technik funktioniert sehr zuverlässig, und Fotografen benötigen nur noch den Druck auf den Auslöser und die a6000 legt mit ihren zehn Bildern pro Sekunde los. Die Ergebnisse im Test waren beeindruckend, weil es kaum Ausschuss gab und die Systemkamera sich so perfekt für Sportfotografie eignet.

Perfekt für Streetphotography? Die Alpha 6000 macht mit der 16 Millimeter Festbrennweite eine unauffällige Figur mit einem Touch Retro.
Perfekt für Streetphotography? Die Alpha 6000 macht mit der 16 Millimeter Festbrennweite eine unauffällige Figur mit einem Touch Retro.

Doch Sport ist nicht das einzige Einsatzgebiet. Durch das kleine und leichte Gehäuse eignet sich die a6000 auch hervorragend für Street-Photography. Ausgerüstet mit einer Festbrennweite bewegt sich der Fotograf entspannt auf der Straße, wobei das geringe Gewicht nicht störend ist. Die Kombination wirkt schon fast ein wenig Retro, wenn das Auge an den Sucher geführt wird. Dieser löst mit "nur" 1,44 Millionen Bildpunkten auf - jedoch ist das Bild sehr gut, und er reagiert sehr schnell auf Bewegungen. Es gibt höher auflösende Sucher mit einem schlechteren Bild, aber es ist vollkommen klar, das Sony an dieser Stelle ein wenig gespart hat. Das Display löst mit 921.600 Bildpunkten ebenfalls nicht maximal, aber dennoch sehr gut auf. Der Monitor kann geklappt werden, was bodennahe und Überkopfaufnahmen erleichtert.

Videodreh mit der Alpha

Die Videoeigenschaften sind kameraintern sehr gut. Die a6000 bietet dem Videographer Full HD-Aufnahmen mit 1.920 x 1.080 Pixeln und einer Bildgeschwindigkkeit von bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Diese können als MP4 oder AVCH-Container auf der Speicherkarte abgelegt werden. Sony hat der Systemkamera ein Zebrafilter spendiert, der dem Kameramann hilft, die Belichtung von Filmszenen besser einzuschätzen. Auch der Augenautofokus ist im Gegensatz zur NEX-6 neu hinzugekommen und funktioniert auch im Filmmodus.

Der Ton kann ausschließlich über das eingebaute Stereomikrofon aufgenommen werden. Einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für ein externes Mikrofon sucht man vergebens. Auch Kopfhörer können nicht angeschlossen werden. Das ist schade, denn die sonstigen Eigenschaften machen die a6000 zu einer guten Filmkamera.

Grundaustattung und interne Bildbearbeitung

Die sonstige Ausstattung der Alpha lässt kaum Wünsche offen. Es sind alle Modi für Einsteiger und fortgeschrittene Fotografen vorhanden. Ob Szenenautomatik, Panorama-Automatik oder intelligente Vollautomatik, die a6000 kann fast jede Situation auch allein beurteilen. Fotografen, die aktiv in die Bildgestaltung eingreifen möchten, bietet die Systemkamera den manuellen Modus (M) sowie die Zeit- und Blendenautomatik (A, S).

Die Bildbearbeitung in der Kamera fällt spartanisch aus. RAW-Dateien können nicht entwickelt werden, und auch Kreativfilter können nicht im Nachhinein auf ein Bild angewendet werden. Abhilfe bietet hier die PlayMemories-App, über die Apps auf der Kamera installiert werden können. Diese sind zum Teil kostenpflichtig, aber es gibt auch Gratis-Erweiterungen, die eine Bildbearbeitung in der Systemkamera ermöglichen. Auch hier spart Sony an der Kamerasoftware, aber letztlich lassen sich die Dateien auch am heimischen PC mit Filtern, Farbkorrekturen oder Belichtungsänderungen optimieren.

Auf WLAN und NFC muss der Fotograf bei der Alpha nicht verzichten. Mit der PlayMemories-App, die es für iOS und Android im App Store oder bei Google Play kostenlos zum Download gibt, können Bilder mit dem Smartphone oder Tablet ausgetauscht oder die Digitalkamera ferngesteuert werden.

Sony Alpha 6000 Fazit

Sony Alpha 6000: Fazit

Extrem schnell 6.8/10

Die Sony Alpha 6000 überzeugt und ist derzeit die Systemkamera mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr Systemkamera bekommen Fotografen nicht für ihr Geld. Der schnelle Autofokus, die hohe Serienbildgeschwindigkeit gepaart mit dem guten Sucher und dem Display sind für 600 Euro inklusive Kit-Objektiv bislang unschlagbar. Die Sparmaßnahmen: Geringere Sucherauflösung, keine interne Bildbearbeitung und der fehlende Mikrofonanschluss sind moderate Einsparungen. Die Alpha 6000 kann allen ambitionierten Hobbyfotografen und auch Einsteigern in die Fotografie bedenkenlos empfohlen werden.

Das hat uns gefallen

  • sehr hohe Serienbildgeschwindigkeit
  • gute Bildqualität
  • leicht und gute Handhabe
  • schneller Hybrid-AF

Das hat uns nicht gefallen

  • geringere Sucherauflösung
  • kein Mikrofoneingang
Testnote 6,8 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

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9
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    Mit der Sony Alpha 6000 liefert Amazon das Objektiv SEL-P1650 mit einer Brennweite von 16 bis 50 Millimeter. Ebenfalls im Lieferumfang ist eine Handschlaufe, ein Tragegurt, der Akku NP-FW50 samt Ladegerät, eine Augenmuschel und die Kurzanleitung. Über das beiliegende USB-Kabel könnt ihr die Kamera auch an fast jedem USB-Anschluss aufladen wie beispielsweise an eurem Computer.

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