Sony Alpha 7 im Test: Vollformat-Systemkamera im zeitlosen Design

Hochwertig verarbeitet und gut durchdacht

von Dennis Imhäuser

Die Sony Alpha 7 ist eine Systemkamera mit Vollformat-Chip. Im kompakten Gehäuse bietet der japanische Hersteller für einen Preis von unter 1.500 Euro Kunden die Digitalkamera mit dem KB-Sensor an. Wo die Schwächen und Stärken der Alpha 7 liegen, lesen Sie im Test.

Die Alpha 7 ist die erste Systemkamera von Sony mit Vollformat-Sensor. Das kompakte Metallgehäuse und der Sensor im Kleinbildformat bietet Sony Kunden für unter 1.500 Euro an. So günstig war bislang noch keine Vollformat-Digitalkamera zu haben. Netzwelt hat sich die Alpha 7 sehr genau angeschaut. Im Test lesen Sie, was die Alpha 7 zu leisten imstande ist und wo der Hersteller gespart hat.

Vollformat zum Einstiegspreis von 1.500 Euro: Die Alpha 7 bietet derzeit den günstigsten Preis für eine Digitalkamera mit großem Sensor.
Vollformat zum Einstiegspreis von 1.500 Euro: Die Alpha 7 bietet derzeit den günstigsten Preis für eine Digitalkamera mit großem Sensor.

Design und Bedienung

Das Gehäuse der Alpha 7 ist aus Metall gefertigt. Die Systemkamera bringt 477 Gramm auf die Waage. In Kombination mit dem Kit-Objektiv sind es bereits 787 Gamm. Im Vergleich zu Einsteiger-DSLRs, deren Gehäuse aufgrund des Spiegelkastens voluminöser sind, fallen beim Gewichtsvergleich keine größeren Unterschiede auf.

Das gut verarbeitete Gehäuse der Alpha 7 ist inklusive der Abdeckung für die Anschlüsse aus Metall gefertigt und fühlt sich sehr wertig an. Die Einstellräder auf der Oberseite bestehen ebenfalls aus Metall und rasten sicher ein. Einzig ein Wahlrad auf der Rückseite der Kamera ist aus Kunststoff und mindert ein wenig den ansonsten tadellosen Eindruck der Verarbeitung.

Sony Alpha 7 im Test

Das Design der Alpha 7 ist einzigartig. Auf der einen Seite erkennt man deutliche Anleihen aus dem NEX-System, das mittlerweile von Sony abgeschafft wurde, und auf der anderen Seite wurde das Bedienkonzept der Premium-Kompaktkamera RX1R weitestgehend übernommen. Der Sony-Schriftzug befindet sich dort, wo viele Kameras einen eingebauten Blitz besitzen, doch dieser fehlt der Alpha 7 ebenso wie dem Schwestermodell Alpha 7R.

Bis auf die gummierte Fläche des Handgriffs und der Daumenablage besteht das komplette Gehäuse aus schwarz lackiertem Metall. Die Systemkamera wirkt durch die glatte Oberfläche sehr edel, aber gleichzeitig modern erfrischend. Man merkt, dass die Alpha 7 nicht nur aufgrund ihres großen Sensors etwas Besonderes sein will, sie ist es auch vom Design her. Den Sony-Ingenieuren und -Designern ist hier ein wirklich guter Kompromiss aus Design und Funktionalität gelungen. Einmal konfiguriert, lässt sich die Sony mit einer Hand blind bedienen, und der Fotograf kann sich voll und ganz auf das Motiv konzentrieren.

Die Bedienung der Alpha 7 gleicht der großen Schwester Alpha 7R. Hier hat Sony wirklich gute Arbeit geleistet. Fast jede Taste an der Kamera kann vom Fotografen individuell belegt werden. Die Einstellräder rasten fest ein und geben ein gutes haptisches Feedback. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, versehentlich etwas zu verstellen.

Die beiden Rändelräder an der Vorder- und Rückseite erlauben auch im manuellen Modus einen bequemen Zugriff auf Blende und Zeit. Damit geht die Arbeit mit der DSLM schnell von der Hand. Das Programmwahlrad bietet von Vollautomatik und Szenenautomatik über die Blenden- und Zeitautomatik bis hin zum manuellen Modus und den beiden individuell belegbaren Speicherplätzen alles, was Einsteiger, Fortgeschrittene und Profifotografen erwarten.

Vollformat-Sensor und Bildqualität

Die effektive Auflösung des Vollformat-Sensors beträgt 24 Megapixel. Der CMOS-Sensor hat die Größe von 35,8 x 23,9 Millimetern. Ähnlich große Sensoren erhalten Kunden bis zur Vorstellung der Alpha 7 und Alpha 7R nur in Profi-DSLRs, wie beispielsweise bei der Nikon D600, D800 oder Canon 5D Mark II beziehungsweise Canon EOS 6D.

Die kürzeste Belichtungszeit der Alpha 7 beträgt 1/8000 Sekunde, und die Lichtempfindlichkeit kann von ISO 50 bis maximal ISO 25.600 eingestellt werden. Gerade bei höheren ISO-Einstellungen machen sich der große Sensor und die moderate Megapixelzahl bemerkbar. Die Alpha 7 besteht in der Kategorie Bildqualität tadellos. Aufnahmen bei ISO 3200 und sogar bis ISO 6400 können bedenkenlos verwendet werden. Die Eingangsdynamik von circa elf Blendenstufen bleibt bis ISO 3200 erhalten. Das sind herausragende Werte.

APS-C versus Vollformat

Zum Vergleich: DSLR- und Systemkameras, die über einen CMOS-Sensor im APS-C-Format verfügen, liefern heute ähnlich viele Megapixel auf einer Fläche von 22,2 x 14,8 Millimetern. Dies führt häufig zu einem leicht höheren Bildrauschen als bei Vollformat-Kameras, wobei moderne APS-C-Kameras dank modernen Bildprozessoren ein besseres Rauschverhalten besitzen als ältere Vollformat-Kameras.

Der Größenunterschied zwischen den beiden Formaten kann bei einer Kaufentscheidung eher vernachlässigt werden. Vielmehr sollte der Fotograf im Vorfeld wissen, was er oder sie vorwiegend fotografieren möchte. APS-C-Kameras beispielsweise bieten eine größere Schärfentiefe bei gleicher Blende. Was bei Landschaftsaufnahmen noch von Vorteil sein kann, kann bei Porträt-Aufnahmen ein unerwünschter Effekt sein. Beim Spiel mit der Schärfenebene hat die Vollformat-Kamera einen leichten Vorteil.

Die unterschiedliche Sensorgröße bietet eben nur eine minimale Verschiebung in die eine oder andere Richtung und entspricht letztlich den Vorlieben des Fotografen.

Videodreh mit der a7

Videos zeichnet die Systemkamera mit einer maximalen Bildrate von bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde bei Full HD-Auflösung auf. Die Videodateien werden wahlweise im MPEG-4- oder AVCHD-Format abgespeichert. Der Autofokus arbeitet bei der Alpha 7 etwas zügiger, gerade in lichtschwachen Situationen, doch bleibt er einer Einsteiger-DSLR wie der Pentax K-50 oder der D3200 von Nikon unterlegen. Auch Systemkameras wie die Olympus OM-D E-M1 besitzen einen deutlich schnelleren Autofokus als die Alpha 7.

Der Nachführautofokus im Videomodus ist schlichtweg zu langsam, und so kommt es, dass der Autofokus häufig im kompletten Fokusbereich nach Kontrastkanten Ausschau hält. Bei Videoaufnahmen mit der a7 empfiehlt es sich, manuell die Schärfe nachzuführen.

Serienbildgeschwindigkeit

Der Bionz X-Bildprozessor sorgt für eine flinke Bildentwicklung. Besonders schnell ist die Sony mit knapp fünf Bildern pro Sekunde zwar nicht, aber 27 Raw+JPEG-Aufnahmen bei höchster Auflösung schafft die Alpha 7, bevor der Pufferspeicher vollgeschrieben ist. Die Alpha 7 gönnt sich nun ein paar Sekunden, um die Daten auf die SD-Karte zu schreiben.

Dabei ist die Geschwindigkeit der SD-Karte entscheidend, und die im Test gemessenen Werte wurden mit einer Speicherkarte der Geschwindigkeitsklasse zehn (Class 10) erzielt, die über eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 95 Megabyte pro Sekunde verfügt. Bei einer SD-Karte mit Class 4-Zertifizierung dauert es eine ganze Weile, bis der Pufferspeicher leer ist und die Daten auf die Karte wandern.

Bei voller Serienbildgeschwindigkeit und voller Auflösung im RAW+JPG-Format konnten mit der Class-4-Karte insgesamt 21 Aufnahmen hintereinander erzielt werden, bis der Speicher vollgeschrieben ist. Die Alpha 7 kann also durchaus mit ihrer Verarbeitungsgeschwindigkeit überzeugen. Die Datenmengen, die bei einem großen Sensor anfallen, erfordern eine schnelle Speicherkarte und auch einen schnellen USB 3.0-Kartenleser, wenn das Überspielen der Daten nicht zur Geduldsprobe werden soll.

Sucher und Display

Besonders gut ist Sony der Sucher der Alpha 7 gelungen. Dieser besitzt eine Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten und gibt das Motiv sehr präzise und detailreich wieder. Die Farbwiedergabe ist gut, auch wenn die Farben im Auslieferungszustand ein wenig zu satt wirken. Das kann der Fotograf aber im Kameramenü anpassen. Gleiches gilt auch für den 3-Zoll-Bildschirm der Alpha 7. Die Auflösung von 921.600 Bildpunkten erlaubt eine gute Beurteilung der Schärfe, und der Klappmechanismus vereinfacht Überkopf- und bodennahe Aufnahmen.

In den Grundeinstellungen schaltet die Alpha automatisch zwischen Sucher und Display um. Sony verbaut einen Sensor am Okular, der automatisch erkennt, wenn der Fotograf das Auge an den Sucher heranführt. Die Umschaltzeit beträgt circa eine Sekunde. Was sich zunächst nach nicht viel anhört, kann im Alltag beim häufigen Wechsel zwischen Sucher und Display schnell nervig werden. Vor allem Fotografen, die zuvor eine DSLR benutzt haben, wird diese "Wartezeit" auffallen.

Im Gegenzug besitzt der elektronische Sucher einige Vorteile. Der Fotograf kann sich nicht nur allerhand Kameraparameter im Sucher anzeigen lassen, sondern auch Gitterlinien oder eine Wasserwaage. Zudem zeigen Sucher sowie Display bei halb durchgedrücktem Auslöser die Belichtung des Motivs direkt an.

Sony Alpha 7: Fazit

Großer Sensor - kleines Gehäuse 7.8/10

Die Sony Alpha 7 bietet für circa 1.500 Euro viel Systemkamera. Der Sucher und das Display können überzeugen. Die Bildqualität und die hohe Eingangsdynamik bis ISO 3200 sind herausragend. Der langsame Autofokus und das noch überschaubare und teure Objektivangebot sind die Schattenseiten der Alpha 7. Letztlich bietet Sony ein rundes Paket, das zu Recht für Aufmerksamkeit sorgte. Porträtfotografen und Hobbyfotografen, die gern manuell arbeiten, erhalten mit der Alpha 7 eine kompakte Systemkamera mit Vollformat-Sensor.

Das hat uns gefallen

  • hoher Dynamikumfang
  • sehr gute Bildqualität
  • großer Bildsensor
  • kompaktes Gehäuse
  • Preis-Leistung

Das hat uns nicht gefallen

  • etwas langsamer Autofokus
  • teure Objektive zum Marktstart
Testnote 7,8 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
8,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

7,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

9,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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Sony Alpha 7 im Zeitverlauf
1 von 3
  • Sony: Neue Vollformatobjektive für die Alpha 7-Serie auf der Photokina vorgestellt

    16.09.2014 Die Sony Alpha 7-Serie hat bis dato insbesondere aufgrund des überschaubaren Objektivangebots Grund zur Kritik geboten. Nun hat Sony die anstehenden Neuerscheinungen bekannt gegeben. Auf der Photokina in Köln wurden sechs neue Objektive angekündigt und vorgestellt.

    Das Angebot an Vollformatkompatiblen Festbrennweiten bekommt dreifachen Zuwachs. Das das FE 28mm F2, das FE 35mm F1.4 ZA sowie das FE 90mm F2.8 Macro G OSS werden die Auswahl deutlich erweitern. Die Linsen werden im Februar beziehungsweise März nächsten Jahres in den Handel kommen. Zu den Preisen wurde bis dato noch nichts bekannt.

    Das Produktportfolio an Zoomobjektiven ist gegenwärtig auf zwei Modelle begrenzt. Bis März 2015 kommen mit den bildstabilisierten FE 24-240 F3.5-6.3 OSS, dem Vario-Tessar T* FE 16-35mm FA ZA OSS und FE PZ 28-135mm G F4 OSS drei weitere hinzu. Die ersten beiden stehen unmittelbar vor dem Marktstart. Das mit 24-240 Millimeter Brennweite abdeckende Zoomobjektiv wird voraussichtlich im Februar 2015 den Weg in die Läden und in die Lager der Versandhändler finden.

    Alle weiteren News, Artikel und Information rund um die Photokina 2014 auf netzwelt haben wir hier für euch zusammengestellt.

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