Sony NEX-7 im Test

Großer Bildsensor für Fotos in DSLR-Qualität

von Jan Johannsen

Sony geht mit gutem Beispiel voran und hat die NEX-7 im Vergleich zu den Vorgänger-Systemkameras deutlich verbessert: Der Fotograf kann sich auf eine bessere manuelle Bedienung und ein kleines integriertes Blitzlicht freuen.

Sony hat bei der NEX-7 den größten Nachteil der Vorgängermodelle ausgebügelt: Manuelle Einstellungen lassen sich nun deutlich einfacher und schneller vornehmen. Die für sehr gute Bildqualität stehenden Bildsensoren und die für viele Verwendungszwecke sorgenden Wechselobjektive sind aber weiterhin vorhanden.

Sony NEX-7

Großer Bildsensor sorgt für sehr gute Bildqualität

Sony verbaut auch in der NEX-7 einen CMOS-Bildsensor im APS-Format, wie sie sonst in Spiegelreflexkameras üblich sind. Bei einer Fläche von 23,5 x 15,6 Millimetern nimmt er Fotos mit bis zu 24,3 Megapixeln auf. Der Chip fällt größer aus als bei den meisten Systemkameras anderer Hersteller.

Die Aufnahmen der Sony NEX-7 überzeugen mit einer sehr hohen Detailgenauigkeit und natürlich wirkenden Farben. Die Konturen fallen klar und deutlich aus und Kontraste setzt die Kamera angenehm um. Das beiligende Test-Objektiv mit einer Brennweite von 18 bis 55 Millimetern sorgt bei kleinen Brennweiten für eine Verzerrung des Bildes zu den Rändern hin.

Dafür überzeugt die Kamera mit geringem Bildrauschen. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 1.600 fallen die Störungen auf, wenn der Fotograf die Aufnahme in Originalgröße betrachtet. Bei höheren Werten - bis zu ISO 16.000 sind bei der NEX-7 möglich - machen sie sich aber auch durch Verfärbungen und weniger scharf wirkende Bilder auch bei verkleinerten Foto-Ansichten bemerkbar. Wirklich unbrauchbar werden die Fotos aber erst bei der maximalen Lichtempfindlichkeit.

Sony NEX-7 Testbilder

14 Bilder
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Videos nimmt die NEX-7 in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Die Filme bestechen mit detaillierten und klaren Bildern sowie natürlich wirkenden Farben. Der optische Bildstabilisator hält den Bildausschnitt überraschend ruhig. Der Autofokus und der automatische Weißabgleich liefern überzeugende Ergebnisse ab. Das interne Mono-Mikrofon liefert einen gut verständlichen Ton.

Bedienung deutlich verbessert

Zwar fehlt der Sony NEX-7 immer noch ein Moduswahlrad, aber trotzdem hat sich die Bedienung im Vergleich zu den Vorgängermodellen deutlich verbessert. Viele Einstellungen lassen sich nun schneller anpassen.

So verfügt die NEX-7 über zwei Drehräder am oberen Rand, mit denen der Fotograf Blende und Belichtungszeit einstellt. Über den Steuerring und seine Mitteltaste wählt der Nutzer den Aufnahmemodus sowie die Aufnahmeart aus und passt die Belichtungskorrektur an. Über und unter dem Vier-Wege-Steuerring befinden sich zwei Tasten, deren Funktionen sich ständig ändern, aber immer auf dem Display angezeigt werden. Vom Startbildschirm gelangt der Anwender über sie in das Hauptmenü und kann Fokus-Einstellungen verändern.

Auch die weiteren Tasten zum Starten der Bildwiedergabe, Öffnen des Blitzlichts und Umschalten zwischen Auto- und manuellem Fokus sowie die Auslöser für Fotos und Videos weisen angenehm klare Druckpunkte auf.

Neben einer so genannten "intelligenten Automatik" stellt die NEX-7 eine Programm-, Zeit-, und Blendenautomatik sowie einen manuellen Aufnahmemodus zur Auswahl. Darüber hinaus hilft sie dem Fotografen mit acht Szenenprogrammen, Schwenk-Panorama in 2D und 3D sowie einem Programm zur Vermeidung von Unschärfen.

Die Sony NEX-7 verfügt über einen schnellen Autofokus, der erkannte Motive sehr zügig scharf stellt. Die Auslöseverzögerung ist für den Fotografen nicht zu spüren und ein optischer Bildstabilisator hilft bei der Aufnahme von Bildern mit möglichst wenig Unschärfe.

Der drei Zoll große Bildschirm weist eine Auflösung von 921.600 Pixeln auf. Sein detailliertes Bild lässt sich fast komplett unabhängig vom Blickwinkel sehr gut erkennen. Zudem lässt sich der Monitor nach oben und unten aufklappen, so dass der Fotograf auch bei Über-Kopf-Aufnahmen oder Perspektiven vom Boden bequem stehen bleiben kann.

Magnesiumgehäuse und wenige Anschlüsse

Sony spendiert der NEX-7 ein robustes und gleichzeitig leichtes Magnesiumgehäuse. Insgesamt wirkt die ohne Objektiv 341 Gramm schwere Kamera ordentlich verarbeitet. Dank des gummierten Handgriffs lässt sich die Systemkamera sicher und bequem greifen.

Fotos und Videos speichert die NEX-7 auf SD-, SDHC-, und SDXC-Karten ab. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Auf der linken Seite des Kameragehäuses befindet sich neben einer USB- und einer HDMI-Schnittstelle noch ein Mikrofon-Anschluss, der auch für Stromkabel zur Verfügung steht. Ein Zubehörschuh, zum Beispiel für ein externes Blitzlicht, ist ebenfalls vorhanden.

Aber anders als bei den Vorgängermodellen muss der Fotograf nicht auf ein externes Blitzlicht zurückgreifen. Sony hat in die NEX-7 eine Blitzlampe eingebaut, die bei Bedarf in Sekundenbruchteilen ausklappt.

Sony Alpha NEX-7: Fazit

Systemkamera-Königin 6.8/10

Mit der direkten manuellen Kontrolle über die wichtigsten Aufnahmeeinstellungen hat Sony den größten Kritikpunkt an den Schwestermodellen NEX-5 und NEX-C3 beseitigt. Die Bildqualität ist unverändert auf hohem Niveau geblieben und der bewegliche Bildschirm sorgt für etwas mehr Flexibilität bei der Aufnahme. Umsteiger von anderen Kameramodellen müssen sich allerdings an das ungewöhnliche Bedienkonzept gewöhnen, was aber nicht lange dauern sollte. Sony verkauft die NEX-7 im firmeneigenen Webshop in der getesteten Variante mit dem 18-bis-55-Millimeter-Objektiv für 1.349 Euro, der Body alleine soll 1.199 Euro kosten. Andere Online-Händler verkaufen das Gehäuse für rund 1.100 Euro und das Set mit Objektiv für etwa 1.200 Euro. Panasonic mit der Lumix G3, Olympus mt der PEN E-PL2, Nikon mit der 1 V1, Samsung mit der NX100 und demnächst auch Canon mit der EOS M bieten ebenfalls Systemkameras an.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Ergonomie
  • guter elektronischer Sucher
  • Serienbildgeschwindigkeit

Das hat uns nicht gefallen

  • Ausstattung
  • FPS-Einbrüche des Suchers
Testnote 6,8 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
7,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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