Sony Cyber-shot DSC-RX1 im Test

Mit Vollformat-Sensor

Sony wagt mit der Cyber-shot DSC-RX1 ein Experiment. Die Luxus-Knipse soll Käufer mit einem Vollformatsensor - wie man ihn sonst nur bei DSLRs kennt - begeistern. Ist der Preis von über 3.000 Euro für das Modell deshalb gerechtfertigt?

Ein Vollformat-Sensor im Kompaktkameragehäuse? Sony zeigt mit der Cyber-shot DSC-RX1, was technisch möglich ist. Für den Bildprofi im Mini-Format müssen Nutzer jedoch tief in die Tasche greifen. 3.000 Euro will Sony für das gute Stück haben. Lohnt sich der Kauf?

Die Sony Cyber-shot DSC-RX1 ist eine Premium-Kompaktkamera.
Die Sony Cyber-shot DSC-RX1 ist eine Premium-Kompaktkamera.

Vollformat-Sensor im Luxus-Kompaktkameragehäuse

Die Sony Cyber-shot DSC-RX1 ist mit den Maßen 113,3 x 65,4 Millimeter kaum größer als ein Smartphone, das der Nutzer im Querformat hält. Dennoch besitzt die DSC-RX1 in ihrem Gehäuse einen Vollformatsensor wie man ihn nur aus Profi-DSLRs wie der Canon EOS 5D Mark III kennt. Zum Vergleich: Die EOS 5D Mark III misst 152 x 116,4 Millimeter.

Mit einem Gewicht von nur 482 Gramm wiegt die DSC-RX1 knapp die Hälfte der EOS 5D Mark III - wohlgemerkt ohne Objektiv. In der Hosentasche lässt sich die Kompaktkamera dennoch nicht transportieren. Denn mit einer Tiefe von 69,6 Millimetern ist sie doppelt so dick wie herkömmliche Kompaktkameras und bewegt sich hier in den gewohnten DSLR-Dimensionen. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und macht einen robusten, wertigen Eindruck.

Sony Cybershot DSC-RX1

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Bedienung

Rechts vom Objektiv befindet sich eine gummierte Griffläche. Am besten hält der Fotograf die Cyber-shot DSC-RX1 jedoch mit beiden Händen. Denn der vorgesehene Griff für das Halten in einer Hand fälllt aufgrund des kompakten Gehäuses sehr klein aus. Im Test stieß netzwelt immer wieder direkt mit den Fingern an das verbaute Objektiv, das den Großteil der Kamerafront einnimmt. Dies beeinflusst das Fotografieren nicht negativ, ist aber gewöhnungsbedürftig.

Blende und Fokusbereich lassen sich direkt am Objektiv über einen Stellring verändern. Ganz schön Retro, aber praktisch! Die Ringe rasten hör- und spürbar ein, sodass die Einstellungen nach einiger Zeit Blind vorgenommen werden können. Der Weg über Bildschirmmenüs entfällt. Dieser ist auch bei der Wahl des Aufnahmemodus dank eines Rads an der Oberseite der Kamera überflüssig. Hier finden Nutzer auch den Auslöser sowie ein Stellrad für die Belichtungskompensation. Sony orientiert sich also wieder am Vorbild DSLR.

Der Auslöser fällt schön leichtgängig aus. In diesen integriert ist der An- und Ausschaltknopf. Des Weiteren finden Nutzer an der Oberseite der Kamera einen C-Knopf, den sie mit einer beliebigen Funktion belegen können. Für Videoaufnahmen hat Sony einen separaten Auslöser integriert, er befindet sich an der rechten Seite der Kamera und lässt sich wie fast alle Bedienelemente bequem mit Daumen beziehungsweise Zeigefinger erreichen.

Sucher nur gegen Aufpreis

Die Rückseite zieren dagegen kaum Bedienelemente. Sie ist fast vollständig mit einem drei Zoll (7,5 Zentimeter) großen TFT-Display bedeckt. Auf dem der Nutzer gemachte Aufnahmen betrachten und gut bewerten kann. Der kleine Bildschirm dient zugleich auch als Sucher. Im Test war dies gewöhnungsbedürftig. Intuitiv zog netzwelt die DSC-RX1 ans Gesicht, während man mit den Stellringen die Bildparameter justierte. Es dauert ein bisschen bis man sich diesen Reflex abtrainiert hat.

Das Display als Sucher war im Test aber kein Nachteil: Änderungen an Blende oder Fokusabstand übertrugen sich ohne sichtbare Verzögerung auf die Live-View-Ansicht der DSC-RX1. Neigen, Klappen oder Drehen lässt sich der Bildschirm aber leider nicht. Fürs Fotografieren aus einer Menge heraus ist die Cyber-shot DSC-RX1 also eher nicht geeignet.

Sony Cybershot DSC-RX1 Beispielfotos

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Wer nicht auf einen Sucher verzichten will, muss nochmals tief in die Tasche greifen: Sony bietet als Zubehör einen optischen und einen elektrischen Sucher für die RX1 an. Angeschlossen wird dieser über den Zubehörschuh. Der optische Sucher FDA-V1K schlägt jedoch noch einmal mit 599, der elektrische Sucher FDA-EV1MK mit 449 Euro zu Buche. Er lässt sich bei Bedarf neigen.

Lichtstarkes Objektiv mit fester Brennweite

Verzichten müssen die Nutzer auch auf einen Bildstabilisator und einen optischen Zoom. Das verbaute Carl Zeiss Sonnar T-Objektiv besitzt nur eine feste Brennweite von 35 Millimetern. Es ist dafür aber sehr lichtstark: Die maximale Blendenöffnung beträgt F/2.0. Auf Wunsch steht ein digitaler Zoom bereit, um Objektive näher heranzuholen. Über einen Schalter links vom Objektiv aus, kann der Nutzer zwischen Autofokus, kontinuierlichem Autofokus und manuellem Fokus wählen. Im Test gelang die automatische Fokussierung zufriedenstellend, allerdings nicht übermäßig fix. Insgesamt stehen dem Nutzer bei der Aufnahme sieben Motivprogramme zur Auswahl.

Ein Blitz ist in die RX1 integriert, über den Zubehörschuh lassen sich auf Wunsch auch externe Blitzgeräte anschließen. An weiteren Anschlüssen bietet die Cyber-shot RX1 einen Micro-USB-, einen Micro-HDMI- und einen Mikrofon-Anschluss.

Speicher und Akkulaufzeit

Als Speichermedium akzeptiert die Kamera Memory Sticks und SD, SDHC, SDXC beziehungsweise MicroSD- und MicroSDHC-Karten mit entsprechendem Adapter. Der Akku der Cyber-shot DSC-RX1 bietet eine Kapazität von 1.240 Milliamperestunden. Die Akkulaufzeit war jedoch enttäuschend. Nach knapp über 100 Aufnahmen war im Test Schluss.

Laden lässt sich die Sony Cyber-shot DSC-RX1 nur über USB. Ein separates Ladegerät legt Sony nicht bei. Wer laden und gleichzeitig fotografieren will, muss sich einen zweiten Akku samt passendem Ladegerät zulegen. Sony hat dies natürlich gegen Aufpreis im Angebot. Für das Cyber-shot-Akkuladegerät werden noch einmal 69 Euro und für den zweiten Akkusatz 49 Euro fällig.

Ausgezeichnete Bildqualität

Bei der Bildqualität macht sich der Vollformatsensor der Cyber-shot DSC-RX1 deutlich bemerkbar. An den Testaufnahmen ließ sich praktisch nichts aussetzen. Ein Rauschen war selbst bei hohen ISO-Werten nicht zu bemerken. Die Bilder sind unglaublich scharf über das gesamte Bild - selbst in den Ecken fällt die Auflösung nicht wahrnehmbar ab. Der Bildprozessor liefert satte, natürliche Farben und klare Kontraste. Weiterhin zeichnen sich die Aufnahmen durch eine hohe Detailtiefe aus, wodurch es auch später noch möglich ist, das Motiv durch die Wahl eines Bildausschnitts zu verändern.

Sony Cyber-shot DSC-RX1: Fazit

Die Premium-Kompakte 7/10

Die Sony DSC-RX1 verdient sich bei Verarbeitung, Bildqualität und Bedienbarkeit Bestnoten. Die Qualität hat aber ihren Preis. Für 3.099 Euro (UVP) erhalten Sie bereits eine DSLR samt Objektiv. Angesichts der hohen Summe wiegt der Verzicht auf einen optischen Zoom und Sucher schwer. Um die Kamera auszureizen, sind zudem Basis-Kenntnisse der Fotografie unerlässlich. So eignet sich die Sony Cyber-shot DSC-RX1 eher als Zweitkamera für Profis, die nicht immer ihre gesamte DSLR-Ausrüstung mitführen wollen oder eben ambitionierte Hobby-Fotografen mit dem nötigen Kleingeld.

Das hat uns gefallen

  • beste Verarbeitung
  • gute Bildqualität
  • exzellente Bedienbarkeit

Das hat uns nicht gefallen

  • so teuer wie eine Profi-DSLR
  • kein Sucher oder optischer Zoom
Testnote 7,0 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

6,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

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8
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