Sony Cybershot H70 im Test: Kompaktkamera mit zehnfachem Zoom

HD-Videos und Panorama-Assistent

von Jan Johannsen
Zimmerbeleuchtung aus, Blitzlicht ein: ISO 320, Blende 4.0, 1/10 Sekunde.

Die Sony Cybershot verfügt über ein Objektiv mit zehnfachem Zoom, dem allerdings ein optischer Bildstabilisator fehlt. Auf dem Bildsensor drängeln sich 16,1 Megapixel. Dies beides kann der Nutzer verzeihen, doch für Videos eignet sich die Kamera überhaupt nicht.

Zehnfacher Zoom und viele Megapixel

Sony stattet die Cybershot H70 mit einem 1/2,3 Zoll großen CCD-Bildsensor aus. Er verfügt über die gleiche Fläche wie die Chips in den meisten Kompaktkameras. Auf dem kleinen Raum drängeln sich mit 16,1 Megapixeln jedoch mehr Bildpunkte als üblich. Die Weiterverarbeitung der Fotos und Videos übernimmt ein Bionz-Prozessor.

Das Objektiv der Cybershot H70 verfügt über einen zehnfachen Zoom. Umgerechnet ins Kleinbildformat reicht die Brennweite von 25 bis 250 Millimeter. Die Optik bewegt sich schnell und auch der Autofokus stellt das Motiv zügig scharf, allerdings fehlt ein optischer Bildstabilisator, über den anderen Kameras dieser Preisklasse verfügen.

Die Sony Cybershot H70 eignet sich sowohl für Schnappschüsse, bei denen die Kamera alle Einstellungen vornimmt, als auch in einem gewissen Rahmen für geplante Aufnahmen. Neben zwölf Szenenprogrammen und einer "intelligenten" Automatik verfügt der Fotoapparat auch über eine Programmautomatik und einen manuellen Aufnahmemodus. Bei letzterem legt der Fotograf auch die Blende und die Belichtungszeit fest - allerdings stehen ihm dabei nur zwei Blendengrößen zur Auswahl.

Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der H70 dient als Sucher und zur Bildkontrolle. Seine Auflösung liegt allerdings nur bei 230.400 Pixeln. Motive sind zwar noch gut zu erkennen, die Beschriftung jedoch wirkt verpixelt. Im Sonnenlicht lässt sich die Anzeige nur noch schwer erkennen und mit ihren Blickwinkeln liegt sie im Mittelfeld. Der Monitor verdunkelt sich nach einer Neigung von 45 Grad aus jeder Blickrichtung deutlich.

Sony Cybershot H70

Bedienung mit kleinen Haken

Zur Bedienung der Sony Cybershot H70 reicht die rechte Hand des Nutzers aus, da er alle Bedienelemente mit ihr erreicht. Diese können bei der Benutzung der Kamera aber nicht komplett überzeugen. So ist der erste Druckpunkt des Auslösers, mit dem der Fotograf das Motiv fokussiert, fast gar nicht zu spüren und die Tasten auf der Rückseite sind zu tief ins Gehäuse eingelassen.

Eigentlich weisen die drei Knöpfe und der Vier-Wege-Steuerring klare Druckpunkte auf, diese spürt der Nutzer allerdings nur, wenn er sie mit dem Fingernagel drückt. Nimmt er die Fingerkuppe, sind die Tasten kaum zu spüren, da sie zu wenig herausragen.

Mit den Bedienelementen auf der Rückseite der Cybershot H70 kann der Fotograf schnell die Einstellungen zum Blitzlicht, zur Gesichtserkennung, zum Selbstauslöser und zum Erscheinungsbild der Anzeige verändern sowie die Bildwiedergabe und das Menü der Kamera aufrufen.

Drückt der Nutzer die "Menu"-Taste der H70 öffnet sich eine Menüleiste an der linken Seite des Bildschirms. Über sie verstellt der Nutzer unter anderem die Bildgröße, die Belichtungskorrektur, die Lichtempfindlichkeit und den Weißabgleich. Ganz am Ende dieser Menüleiste befindet sich die Schaltfläche, über die der Nutzer ins Hauptmenü gelangt. Dort kann er in vier Untermenüs Aufnahme- und Grundeinstellungen der Kamera verändern, sowie die Speichermedien formatieren oder die Uhrzeit festlegen.

Sony Cybershot H70 im Test

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Die Seitenleiste stellt eigentlich eine gute Lösung dar, um möglichst viele Belichtungseinstellungen schnell verändern zu können. Der Weg ins Hauptmenü ist allerdings zu umständlich. Hier wäre eine eigene Taste sinnvoll gewesen.

Frühes Bildrauschen und Videos mit kaputter Tonspur

Die Aufnahmen der Sony Cybershot H70 verfügen über eine hohe Detailgenauigkeit und natürlich wirkende Farben. Die Konturen fallen klar und deutlich aus, die Kontraste erscheinen angenehm.

Allerdings sind schon bei einer niedrigen Lichtempfindlichkeit von ISO 200 Störungen in Form eines leichten Bildrauschens auf den Aufnahmen zu erkennen, wenn der Nutzer sie in Originalgröße betrachtet. Der Grund hierfür dürfte das Verhältnis der Auflösung von 16,1 Megapixeln zur kleinen Sensorfläche sein. Es sind einfach zu viele Bildpunkte die sich auf dem engen Raum tummeln. Die negativen Folgen kann der Prozessor nicht vollständig wegrechnen.

Bis einschließlich ISO 800 eignen sich die Aufnahmen der Cybershot H70 aber noch gut für den privaten Gebrauch. Ab ISO 1.600 wird das Bildrauschen so stark, dass es selbst bei einer auf ein Viertel der Originalgröße verkleinerten Ansicht auffällt.

Sony Cybershot H70 Testbilder

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Trotz der hohen Auflösung des Bildsensors nimmt die Sony Cybershot H70 nur Videos in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Die Detailgenauigkeit fällt für bewegte Bilder ausreichend aus. Farben, Konturen und Kontraste sind ebenfalls in Ordnung, aber trotzdem bereitet die Videofunktion keine Freude.

Schuld hierdran sind das Objektiv und die Tonaufzeichnung. Dem Nutzer steht zwar die gesamte Brennweite der Kamera zur Verfügung, bewegt er jedoch das Objektiv unterbricht die Tonaufzeichnung. Dies ist zwar auch bei anderen Kameras der Fall, aber die H70 zieht den späteren Ton vor, so dass er nicht mehr zum Bild passt und am Ende der Filme komplette Stille herrscht.

Ansonsten liefert das interne Mikrofon der Cybershot H70 einen gut verständlichen Ton. Der Autofokus arbeitet ordentlich und sorgt in der Regel für ein scharfes Bild, der Weißabgleich arbeitet im Test etwas träge und braucht mitunter zu lange, um die Belichtungseinstellungen an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen.

Memory Stick oder SD-Karte

Das Gehäuse der Sony Cybershot H70 besteht größtenteils aus Kunststoff, auf der Vorderseite befindet sich allerdings eine Metallplatte. Die Kamera wirkt ordentlich verarbeitet und durch die kleine gummierte Ausbuchtung auf der Vorderseite und die großzügige Daumenablage auf der Rückseite hat der Nutzer sie immer sicher im Griff.

Fotos und Videos legt die H70 wahlweise auf SD-Speicherkarten oder Memory Sticks ab. Der Lithium-Ionen-Akku soll für bis zu 290 Aufnahmen Strom liefern. Sony stattet die Kamera mit nur einem einzigen Anschluss aus. An der Unterseite befindet sich ein Universalanschluss für AV-Signale, USB- und Stromkabel.

Fazit

Die Sony Cybershot H70 weist keine herausragenden Ausstattungsmerkmale vor, überzeugt im Test aber durchaus. Sie liefert vorzeigbare Bilder, auf denen das bei diesem Verhältnis von Auflösung und Sensorfläche zu erwartende Bildrauschen nur auffällt, wenn man sie ganz genau betrachtet. Für Videoaufnahmen eignet sich die Sony-Kamera aufgrund der mangelhaften Tonaufzeichnung jedoch überhaupt nicht.

Die Bedienung der H70 enthält zwar einige Schwachstellen, lässt sich aber meistern. Fotografen mit ruhiger Hand werden den fehlenden optischen Bildstabilisator weniger vermissen, den fehlenden Fokus-Druckpunkt des Auslösers jedoch schon.

Sony verkauft die Cybershot H70 für 239 Euro im hauseigenen Online-Shop. Bei anderen Internet-Händlern zahlt der Käufer derzeit rund 210 Euro.

Das weniger Auflösung mehr Bildqualität bedeutet zeigen unter anderem die Nikon Coolpix S9100, die Canon Powershot SX230 HS oder die Ricoh CX5.

Sony Cybershot H70
8
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