Schnappschusskamera: Sony Cybershot J10 im Test

Vier Gigabyte interner Speicher und ein USB-Arm

von Jan Johannsen

Schnappschusskameras sollen klein gebaut und unkompliziert zu bedienen sein. Auf die Sony Cybershot J10 mit ihrem vier Gigabyte großen internen Speicher trifft dies größtenteils zu - aber eben auch nur größtenteils.

Akku und Speicher baut Sony fest in die Cybershot J10 ein. Mit der Außenwelt tritt die Kamera nur über einen USB-Arm in Kontakt. Die Ausstattung fällt eher mager aus, trotzdem könnte sie als Schnappschusskamera eine gute Figur machen - würden sich nur nicht so viele Pixel auf ihrem Bildsensor drängeln.

Viele Pixel auf kleinem Sensor

Sony baut in die Cybershot J10 einen CCD-Bildsensor mit einer Standard-Größe von 1/2,3 Zoll ein. Auf dieser kleinen Fläche drängeln sich mit 16,1 Megapixeln mehr Bildpunkte als andere Hersteller für sinnvoll halten. Trotzdem liefert die Kamera bei Videos nur eine kleine VGA-Auflösung.

Das Objektiv der Sony Cybershot J10 verfügt über eine hohe Anfangsbrennweite von ins Kleinbildformat umgerechneten 35 Millimetern. Durch den vierfachen Zoom reicht die Brennweite bis 140 Millimeter. Das Objektiv verändert seine Brennweite gemächlich und auch der Autofokus gehört nicht zu den schnellsten seiner Art. Auf einen optischen Bildstabilissator verzichtet der Hersteller.

Sony Cybershot J10

Mit einem Schieberegler auf der Rückseite der J10 schaltet der Fotograf zwischen der Aufnahme von Fotos und Videos sowie einem Panorama-Assistenten hin und her. Für Fotos stehen ihm neben der intelligenten Automatik auch eine Programmautomatik, in der er einige Einstellungen selbst vornehmen kann, und zehn Szenenprogramme zur Verfügung.

Der 2,7 Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der Cybershot J10 dient als Sucher und zur Bildwiedergabe. Die Anzeige mit einer Auflösung von 230.400 Pixeln weist jedoch eine große Blickwinkelabhängigkeit auf. Dreht der Nutzer die Kamera horizontal verdunkelt sich der Monitor schon nach etwa 10 Grad. Vertikal fallen die Blickwinkel mit jeweils rund 50 Grad deutlich größer aus, hier erweisen sich vor allem Spiegelungen als Problem für den Betrachter.

Klare Druckpunkte und eine unbewegliche Zoomwippe

Zur Bedienung der Sony Cybershot J10 reicht die rechte Hand aus. Mit ihren Fingern erreicht der Fotograf alle Bedienelemente der Kamera. Der Auslöser und die anderen Tasten weisen klare Druckpunkte auf, wobei die Knöpfe auf der Rückseite ein wenig weiter aus dem Gehäuse heraus ragen könnten.

Die Zoomwippe auf der Oberseite der J10 weist zu wenig Spiel auf. Der Nutzer kann den Schieber nur um einen Millimeter nach rechts und links verschieben und schon ändert sich die Brennweite.

Beim Testgerät standen für die Benutzeroberfläche neben Englisch nur noch Französisch, Italienisch und Spanisch als Sprachen zur Auswahl. Nach Angaben von Sony sollen aber alle Geräte, die in Deutschland in den Handel kommen, auch über eine deutsche Oberfläche verfügen.

Sony Cybershot J10 im Test

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Wie bei Sonys Kompaktkameras üblich öffnet der Fotograf auch bei der Cybershot J10 mit einem Druck auf die Menü-Taste eine Seitenleiste mit Aufnahme- und Belichtungseinstellungen - die bei dieser Kamera kurz ausfällt. Erst am Ende dieser Leiste befindet sich die Schaltfläche über die der Nutzer ins Hauptmenü gelangt. Diese gliedert sich in vier Bereiche für Aufnahme-, Grund- und Zeiteinstellungen sowie zum Formatieren des internen Speichers.

Bildrauschen und kleines Videoformat

Den Fotos der Sony Cybershot J10 sieht man die hohe Auflösung an - und dies ist in diesem Fall keine positive Aussage. Bereits bei ISO 100 ist ein deutliches Bildrauschen zu erkennen, wenn man die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Die Ursache hierfür dürften zu viele Bildpunkte auf zu kleinem Raum sein.

Das Bildrauschen sorgt dafür, dass die eigentlich gar nicht so schlechte Detailgenauigkeit inklusive klarer Konturen und die natürlich wirkenden Farben ins Hintertreffen geraten. Verwendet der Nutzer die Aufnahmen der Cybershot J10 nur verkleinert - eignen sie sich bei einem Viertel der Originalgröße noch bis einschließlich ISO 800 für den privaten Gebrauch.

Sony Cybershot J10 Testbilder

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Videos nimmt die Sony Cybershot J10 trotz der hohen Auflösung ihres Bildsensors nur in VGA-Größe mit 640 x 480 Pixeln auf. Entsprechend klein und undetailliert erscheint der Film auf dem Bildschirm. Die Konturen sind ungenau wodurch das gesamte Bild unscharf wirkt, obwohl der Autofokus eigentlich eine gute Arbeit leistet.

Der automatische Weißabgleich passt die Belichtungseinstellungen schnell an veränderte Lichtverhältnisse an. Dem Nutzer steht während der Filmaufzeichnung der vierfache optische Zoom zur Verfügung. Das interne Mikrofon der J10 liefert einen verständlichen Ton.

Ein USB-Arm für alles

Das Gehäuse der Sony Cybershot J10 besteht aus Kunststoff und erscheint überwiegend ordentlich verarbeitet. Nur an der linken Oberseite steht das Rückteil leicht über, so dass eine spürbare Kante entsteht. Die Kamera ist so klein und leicht, dass der Nutzer sie auch ohne spezielle Haltehilfe sicher im Griff hat. Für zusätzliche Sicherheit sorgt die optionale Handgelenksschlaufe.

Sony baut den Akku und einen vier Gigabyte große Speicher fest in die Cybershot J10 ein. Eine Speicherkarte kann der Nutzer nicht einlegen. Die Kamera verfügt zudem nur über eine einzige Schnittstelle: Der ausklappbare USB-Arm dient sowohl zum Kopieren von Fotos und Videos sowie zum Aufladen der Batterie. Dank des mitgelieferten USB-Verlängerungskabel muss der Anwender die J10 nicht umständlich direkt am Rechner anschließen.

Fazit: Wirklich nur für Schnappschüsse

Mit ihrer Ausstattung und Bildqualität eignet sich die Sony Cybershot J10 nur für gelegentliche Schnappschüsse. Für diese Benutzung ist sie aber eigentlich zu teuer. Andere Kameras dieser Kategorie sind in der Regel auch mit einer zusätzlich gekauften Speicherkarte günstiger. Nur Anwender die großen Wert auf einen fest eingebauten Akku und einen großen internen Speicher haben, sollten nicht sofort an eine andere Kamera denken.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Sony für die Cybershot J10 beträgt 189 Euro. Andere Online-Händler verkaufen die Kamera im Internet derzeit schon für rund 160 Euro.

Die Sony Cybershot J10 kostet mehr als Kameras wie die Canon Powershot A3300 IS, die Benq S1410 oder die Kodak Easyshare M590 hinter denen sie eher zurücksteht als mit ihnen auf ein Stufe zu stehen.

Sony Cybershot J10
9
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