Sony MDR-1000X im Test: Perfekte Alternative zum Bose QC 35

Bluetooth-Kopfhörer mit ANC und NFC

Sony MDR-1000X 2

Wer auf der Suche nach einem Bluetooth-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) ist, landet meist bei Bose. Das Noise Cancelling des QC 25 und QC 35 funktioniert erstaunlich gut. Doch gerade hier und nicht nur hier punktet auch der neue Sony MDR-1000X im Test. Haben wir hier gerade den neuen Testsieger auf dem Kopf?

Inhaltsverzeichnis

  1. Technische Daten Sony MDR-1000X
  2. Edel bis in die Winkel: Design und Verarbeitung
  3. Passform: wohl behütet
  4. Kopplung und Bedienung
  5. So effektiv arbeitet das Noise Cancelling
  6. Ungemein praktisch: Handauflegen für "Super-Ohren"
  7. Hörtest: So gehört sich das
  8. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  9. Fazit & Alternativen

In der Bahn, im Flugzeug oder im Großraumbüro: Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, im englischsprachigen Raum auch Active Noise Control oder einfach nur kurz ANC genannt, nehmen Stress in vielen Situationen den Wind aus den Segeln. Für manch einen ist diese Funktion so wichtig, dass die Klangqualität dabei fast schon zur Nebensache wird.

Dennoch wollen wir natürlich wissen, wie der Sony MDR-1000X klingt, immerhin ist er mit einem Preis von knapp 400 Euro kein Schnäppchen. Boses ebenfalls drahtlos betriebener QuietComfort 35 schlägt übrigens mit 380 Euro ein ähnliches großes Loch ins Portemonnaies. Doch der Sony kommt deutlich moderner daher, inklusive an verschiedene Situationen anpassbarem ANC und berührungsintensiver rechter Ohrmuschel, die Steuerungsbefehle entgegennimmt.

Technische Daten Sony MDR-1000X

  • Typ: Geschlossener Bluetooth-Kopfhörer
  • Akkulaufzeit: bis zu 22 Stunden (ohne ANC)
  • Frequenzbereich: 4 Hertz bis 40.000 Hertz
  • Empfindlichkeit: 103 dB
  • Gewicht: 278 Gramm
  • ANC: ja
  • Gesamtgeräuschunterdrückung: ja
  • Telefonfunktion: ja
  • NFC: ja
  • (Online)-Preis: 400 Euro
  • Lieferumfang: Klinkenkabel, microUSB-Kabel, Flugzeugadapter, Transporttasche
  • Besonderheiten: Gestensteuerung über Ohrmuschel, HiRes, DSEE, LDAC, regelbares ANC

Edel bis in die Winkel: Design und Verarbeitung

Das uns zu Verfügung gestellte, schwarze Testexemplar des Sony MDR-1000X hält sich optisch angenehm zurück. Besonders gut gelungen ist die Umspannung der Ohrmuscheln mit Kunstleder, was dem Kopfhörer zu seinem angenehmen Griff verhilft.

Mit einem Gewicht von 278 Gramm wiegt das Testgerät ungefähr so viel wie der ebenfalls mit ANC ausgestattete Sennheiser Momentum Wireless (259 Gramm) und eine ganze Ecke mehr als der Bose Quiet Comfort 25 (205 Gramm). Beim ersten Anfasstest liegen Sennheiser und Sony gleichauf, ein gutes Stück vor dem Erfolgsmodell von Bose.

Sony MDR-1000X im Test

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Die Verarbeitung des Sony-Modells ist vorbildlich und der 400-Euro-Klasse würdig. Unsaubere Nähte können wir ebenso wenig entdecken wie hässliche Spaltmaße.

Passform: wohl behütet

Der MDR-1000X trägt sich trotz des höheren Gewichtes im Vergleich zum Bose-Modell noch ein kleines Stück angenehmer, gerne auch über Stunden hinweg. Ein Gefühl der Enge stellten wir nicht fest. In warmen Sommermonaten dürfte jedoch auch dieser Kopfhörer auf Grund seiner geschlossenen Bauform für Hitzköpfe sorgen. Der Anpressdruck der beiden mit Kunstleder ausgeschlagenen und nicht ohne weiteres wechselbaren Ohrmuscheln empfinden wir als genau richtig.

Der Verstellmechanismus des Bügels ist fein gerastert und ermöglicht sowohl Durchschnitts- als auch waschechten "Eierköpfen" die optimale Passform. Jedoch geht das Verstellen unserer Meinung nach zu butterweich über die Bühne. Halten wir den Kopfhörer für den Transport am Bügel reicht das Gewicht der Ohrmuscheln bereits aus, um den Bügel zu verstellen.

Kopplung und Bedienung

Das Koppeln mit NFC-fähigen Smartphones oder anderen Zuspielern geht denkbar einfach von der Hand. Dazu hält man das zu koppelnde Gerät einfach kurz an die linke Ohrmuschel - fertig. Doch auch das herkömmliche Verbinden über die Bluetooth-Einstellungen bereitete im Test keinerlei Probleme.

Steht die Bluetooth-Verbindung, lässt sich die Musikwiedergabe über kurze Tipp- und Wischgesten an der rechten Ohrmuschel steuern. Ähnliches kennen wir beispielsweise von Samsungs Level-Kopfhörern.

Ein kurzer Griff zur Muschel lässt etwa die Musik pausieren, ein Wisch mit dem Finger nach rechts wechselt zum nächsten Lied der Wiedergabeliste. Auf ähnliche Art und Weise könnt ihr auch Telefonanrufe des verbundenen Smartphones entgegennehmen.

Ein langer Druck - und dies sorgte im Test für die ein oder andere unbeabsichtigte Aktion - ruft unter iOS und macOS Sierra den Sprachassistenten Siri auf den Plan. Es empfiehlt sich daher, den Kopfhörer zunächst aufzusetzen und dann erst einzuschalten, da man ansonsten zwangsweise auch unter Google den Sprachassistenten aufruft.

So effektiv arbeitet das Noise Cancelling

Laut Sony kann der MDR-1000X mit einer "branchenführenden Geräuschminimierung aufwarten". Das können wir so leider nicht unterstreichen. Zwar arbeitet das per Gegenschall angetriebene ANC effektiver, als beispielsweise beim Sennheiser Momentum Wireless und auf ähnlichem Niveau wie Samsungs Level-Reihe. So stark wie das Bose-ANC ist es jedoch leider nicht.

Während wir beim Bose Quiet Comfort absolute Stille genießen können, macht das Sony-ANC durch permanentes, wenngleich auch nur leises Rauschen auf sich aufmerksam. Man lernt, dieses nach einer gewissen Zeit zu ignorieren. Dennoch: Wer größten Wert auf das ANC legt, sollte zum Bose greifen.

Ungemein praktisch: Handauflegen für "Super-Ohren"

Ein Feature des Sony MDR-1000X, das der der US-Konkurrent Bose nicht bieten kann, hat uns besonders gut gefallen. Das Auflegen der gesamten Handfläche auf die rechte Ohrmuschel reicht aus, um die Musiklautstärke zu minimieren und Umweltgeräusche akustisch verstärkt auf die Ohren zu leiten. Im netzwelt-Büro hat dies einen ungewöhnlichen Effekt: Eben noch nahezu Stille, nach Handauflegen hört man selbst das Tippen des Kollegen in knapp zehn Metern Entfernung. Und dieser Kollege schreibt auf einer sehr leisen Tastatur.

Kopfhörer mit Noise Cancelling im Test

Hier stellen wir euch von uns getestete Alternativen zum Sony MDR-1000X vor.


Zum Vergleichstest

Tragt ihr die Sony-Kopfhörer im Flugzeug, genügt das Handauflegen und ihr könnt die Frage nach dem Getränk eurer Wahl beantworten, ohne die Kopfhörer abzusetzen. Unhöflich, ja - aber ungemein praktisch, da gleichzeitig auch eure eigene Stimme verstärkt wird, müsst ihr diese nicht künstlich anheben.

Dabei sind die ANC-Funktionen damit noch nicht einmal vollständig aufgezählt. Denn da gibt es noch den seitlichen Knopf mit der Aufschrift "Ambient Sound". Drückt hier einfach mal drauf. Eine freundliche Stimme meldet sich und verkündet wahlweise "Ambient Sound: Voice" oder "Ambient Sound: normal". Letzterer Modus schleift wie weiter oben beschrieben alle Umgebungsgeräusche durch, nur dauerhaft und verstärkt diese sogar noch ein wenig.

Im Modus "Voice" sind Hintergrundgeräusche gedämpft, nur Stimmen dringen in voller Lautstärke zu euch durch. Dies kann zum Beispiel im Wartebereich eines Flughafenterminals sinnvoll sein, wenn ihr gleichzeitig Musik hören aber dennoch wichtige Ansagen nicht verpassen wollt.

Hörtest: So gehört sich das

Das Testgerät fährt eine beeindruckende Armada an Spezifikationen und eine ellenlange Liste an unterstützten Formaten und Protokollen auf, aber die Bewertung des Klanges ist bekanntlich ein höchst subjektives Unterfangen.

Unserem Geschmack nach klingt der Sony-Kopfhörer sehr gut, aber nicht überragend. Während wir beim Hörtest des drahtlosen Bowers & Wilkins P7 Wireless erst kürzlich fast vom Stuhl geflogen sind, bleiben wir bei der gleichen Playlist, nun mit dem Sony auf den Ohren, zunächst ruhig sitzen.

Das sind die besten Kopfhörer aller Klassen

Hier stellen wir euch die besten (Bluetooth)-Kopfhörer aller Preisklassen vor.


Zur Bestenliste

Vielleicht liegt es an der vergleichsweisen neutralen Abstimmung, die weder die Höhen noch die Bässe sonderlich hervorhebt - so wie es sich für einen guten Kopfhörer ja streng genommen auch gehört.

Das Stück "Maschin" der Band "Bilderbuch" beginnt mit vergleichsweise nassen Bässen, wird aber räumlich schön differenziert abgebildet. Bei "feinste Seide" spielt uns der Sony einen Tick zu düster auf und scheint ein paar Nuancen zu verschlucken. Das ganz feine Hochziehen der Nase des Sängers im Hintergrund bemerkten wir erstmalig mit dem P7 Wireless - und seit dem nie wieder.

Ganz großes Ohrenkino dann wieder beim Elektronik-Stück Open Eye Signal von Jon Hopkins. Hier macht der MDR-1000X alles richtig. Satte Bässe, tolle Atmosphäre. Unterm Strich klingt er besser als die Konkurrenz von Bose, kommt an den P7 Wireless jedoch nicht heran.

Der klangliche Unterschied zwischen aktiviertem Noise Cancelling fällt im Übrigen sehr gering, kaum wahrnehmbar aus. Gleiches gilt auch für den Unterschied zwischen kabellosem und Bluetooth-Betrieb.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

Leider schaltet sich der Sony-Kopfhörer nicht von alleine aus, wenn er abgesetzt oder für den Transport zusammengefaltet wird. Wer hier nicht aufpasst, steht unter Umständen mit leerem Akku am nächsten Morgen oder bei der Heimfahrt da.

Apropos leerer Akku: Zwar fehlt dem Sony-Kopfhörer eine LED die Auskunft über die verbleibende Restlaufzeit gibt. Dafür genügt ein kurzer Druck auf den Powerknopf und eine freundliche Computerstimme sagt, wie es um den verbleibenden Strom bestellt ist. Damit können wir leben, wie mit fast allem am MDR-1000X.

Sony MDR-1000X: Fazit

Rundum gelungen 8.7/10

Der Sony MDR-1000X ist ein rundum gelungener Kopfhörer mit einer umfangreichen und sinnvollen Ausstattungsliste, welche die ein oder andere Überraschung bereithält. Wer einen hochwertigen, drahtlosen Alltagsbegleiter mit ausgewogenem Klang sucht - hier ist er. Einen kleinen Punktabzug gibt es für das gute, aber im Vergleich zum Bose nicht ganz so effektiven ANC.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Tragekomfort
  • ANC
  • Ambient Sound-Funktion
  • Ausgewogener Klang

Das hat uns nicht gefallen

  • keine automatische Abschaltung
  • sensible Steuerungselemente
  • leises Rauschen beim ANC
Testnote 8,7 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

9,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

9,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Der MDR-1000X wurde uns von Sony zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird er wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
Leserwertung

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Bestenlisten

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