Sony MDR-1ADAC im Test: Geschlossener Kopfhörer mit eigenem DAC

300 Euro

Der feine Unterschied zwischen verschiedenen Kompressionsstufen bis hin zu Hi-Res-Dateien lässt sich mit dem Sony MDR-1ADAC und einem passenden Abspieler hervorragend erleben.

Sony preist den Over-Ear-Kopfhörer MDR-1ADAC vollmundig mit den Worten "Ein High-Resolution-Kopfhörer, der keine Wünsche offen lässt" an. Das können wir ungeprüft so nicht stehen lassen. Im Test wird sich zeigen, ob der japanische Hersteller den Mund hier nicht etwas zu voll genommen hat.

Knapp 300 Euro kostet Sonys MDR-1ADAC. Damit spielt der Kopfhörer preislich in der Oberklasse. Ein Blick auf das Datenblatt scheint diese Preisvorstellung zumindest teilweise zu rechtfertigen. Denn in dem uns vorliegenden Testexemplar in Silber/Braun verpacken die Ingenieure in der Tat jede Menge Hightechmaterial.

Die Besonderheit des Sony-Kopfhörers ist der eingebaute Digitalverstärker (S-Master HX), der eine vollständig digitale Signalkette ermöglicht. Dies hat zur Folge, dass der MDR-1ADAC über einen eigenen Akku verfügt, der sich per microUSB-Anschluss aufladen lässt. Es ist jedoch auch ein analoger Betrieb über Klinkenkabel möglich, sollte der Akku einmal leer sein.

Das Testgerät eignet sich sehr gut für die Verwendung mit mobilen Abspielgeräten wie Sonys Walkman NWZ-A15 (zum Testbericht) und Smartphones. Besondere Kabel für Handys mit microUSB-Anschluss und Apple-Handys liegen bei. Wird der Kopfhörer mit einem iPhone über den Lightning-Anschluss verbunden, übernimmt automatisch der Kopfhörer-eigene DAC die Signalverarbeitung.

Technische Daten Sony MDR-1ADAC

  • Bauweise: geschlossener Studiokopfhörer (Over-Ear)
  • Treiber: 40 Millimeter
  • Belastbarkeit: 1.000 Milliwatt
  • Impedanz: 40 Ohm bei 1 Kilohertz
  • Empfindlichkeit: 102 Dezibel/Milliwatt
  • Frequenzgang: 3 Hertz bis 100 Kilohertz
  • Anschlüsse: microUSB (Typ AB), microUSB (Typ B), Klinke
  • Bedienelemente: Ein- und Ausschalter, Lautstärkeregelrad
  • Gewicht: 301 Gramm

Lieferumfang

  • Digitalkabel für Xperia- und andere Smartphones
  • Digitalkabel für Walkman
  • Lightning-Kabel für Apple-Geräte
  • microUSB-Kabel
  • Klinkenkabel
  • Tragetasche
  • Anleitung/Begleitmaterial

Design, Verarbeitung und Tragekomfort

Sony MDR-1ADAC im Test

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Sonys Hi-Res-Kopfhörer hinterlässt bereits beim Auspacken aus der voluminösen, mit Stoff ausgeschlagenen Transportbox Eindruck. Dieser gute Ersteindruck verfestigt sich, sobald wir den Kopfhörer in die Hand nehmen. Sehr weiches, im Falle des Rezensionsgeräts braunes Leder umspannt den Bügel und die Ohrmuscheln. Letztere lassen sich für einen platzsparenden Transport um 180 Grad wegklappen. Alternativ gibt es diesen Kopfhörer auch in der Farbkombination Silber/Schwarz.

Die Bügelweite lässt sich einfach und großzügig verstellen. Sowohl kleinen Köpfen als auch Menschen mit Turmfrisur passt der MDR-1ADAC. Die Rasterung des Bügels hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck. Obwohl die ledernen Ohrmuscheln höchst angenehm sind, hätten wir sie uns eine Nummer größer gewünscht. Große Ohren werden unter Umständen nicht vollständig umschlossen.

Sony MDR-1ADAC in der 360-Grad-Ansicht

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Mit einem Gewicht von knapp 300 Gramm gehört der Sony-Kopfhörer prinzipiell zu den schweren Modellen. Dennoch lässt er sich über Stunden tragen, ohne dass er Druckstellen hinterlässt. Im Sommer dürfte das Leder für einen Satz heiße Ohren sorgen. Für sportliche Aktivitäten ist das Konzept ohnehin nicht geeignet. Unterm Strich liegt die Verarbeitung auf gleich hohem Niveau wie bei unserem aktuellen Referenzkopfhörer P7 von Bowers & Wilkins.

Klang

Schade: Sonys MDR-1ADAC verfügt nicht über eine aktive Geräuschunterdrückung. Die Abschirmung von der Außenwelt durch das Leder der Ohrmuscheln ist nur mäßig. Auf der anderen Seite bekommt das Umfeld kaum etwas davon mit, was der Träger hört - sofern die Maximallautstärke nicht ins Extreme übergeht. Ist der eingebaute DAC aktiv, lässt sich die Musiklautstärke über eine im Kopfhörer eingebaute Lautstärkeregelung steuern. Das Drehrad ist jedoch ein wenig zu tief ins Gehäuse eingelassen.

Die vielen verbauten Komponenten drücken aufs Gewicht. Mit 300 Gramm gehört der Sony-Kopfhörer zu den schweren Modellen.
Die vielen verbauten Komponenten drücken aufs Gewicht. Mit 300 Gramm gehört der Sony-Kopfhörer zu den schweren Modellen.

Über Klinkenkabel angeschlossen, quasi im Offline-Modus, klingt der Testkopfhörer unserer Meinung nach ausgeglichen, jedoch freudlos. Hier gefällt uns der B&W P7 um Längen besser. Das Blatt dreht sich, wenn der Bügelkopfhörer seinen integrierten Verstärker nutzen kann. Als Zuspieler nutzen wir den Hi-Res-Walkman Sony NWZ-A15.

Augenblicklich wird der Klang viel wärmer, differenzierter und voluminöser. Der Klang eines Kopfhörers ist selbstverständlich in höchstem Maße eine Frage des persönlichen Geschmacks. Uns gefällt der Klang der Hi-Res-Kombination sehr gut. Die Zuordnung der Instrumente und Ebenen gerade bei Klassikstücken ist hervorragend. Allein der Bass könnte unserer Meinung nach ein wenig trockener und präsenter sein.

Sony MDR-1ADAC: Fazit

Hörbarer Unterschied 7.7/10

Der feine Unterschied zwischen verschiedenen Kompressionsstufen bis hin zu Hi-Res-Dateien lässt sich mit dem Sony MDR-1ADAC hervorragend erleben. Daher verdient sich dieser Kopfhörer im Test eine Empfehlung. Wer Musik hingegen am liebsten unverfälscht neutral hört, ist hier an der falschen Adresse, denn der MDR-1ADAC poliert Stücke ordentlich auf.

Das hat uns gefallen

  • Klang
  • DAC eingebaut
  • Tragekomfort
  • Lieferumfang

Das hat uns nicht gefallen

  • knifflige Bedienung
  • etwas schwacher Bass
Testnote 7,7 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

7,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Sony Deutschland leihweise zu Verfügung gestellt. Nach Ablauf der Leihfrist wird der Kopfhörer wieder zurück an den Hersteller geschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
Leserwertung

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Bestenlisten

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