Notebooks mit SSDs aufrüsten: So geht's

Einbau, Umzug, Optimierung

von Mirco Lang
Teilen

Altes Laptop? Mit 30 Euro und zwei Stunden Zeit könnt ihr die Dinger nochmal für ein, zwei Jahre fit machen. SSD heißt hier das Zauberwort. Netzwelt verrät euch, worauf ihr aufrüsten des Notebooks mit einer SSD achten müsst.

HDD raus, SSD rein: das lohnt sich bei den meisten Notebooks.
HDD raus, SSD rein: das lohnt sich bei den meisten Notebooks. (Quelle: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum umsteigen?
  2. Passt überhaupt eine SSD?
  3. Ran ans Werkzeug
  4. Einen Schritt zurück: Der Windows-Umzug

Auf Desktop-Rechnern bringt euch der Umzug auf ein Solid State Drive (SSD) schon eine Menge. Ein noch besseres Ziel für die flinken Speicherplatten sind aber Laptops beziehungsweise Convertibles. Wer sein Notebook nur für Office, Chat, soziale Medien, World Wide Web und Co. verwendet, kann mit dem Einbau einer SSD die Lebenszeit des Geräts locker um ein bis zwei Jahre verlängern.

Warum umsteigen?

Windows, Browser und in Maßen auch Office nerven vor allem mit immer längeren Ladezeiten und die lassen sich per SSD tatsächlich drastisch verkürzen. Auch wenn dadurch kaum ein Spiel flotter läuft und kein 4k-Video weniger ruckelt, ist der Performance-Schub spürbar - und wenn sich ein Laptop für rund 30 Euro zwei weitere Jahre nutzen lässt, ohne euch ständig am Geduldsfaden zu nagen, ist es den Aufwand doch schon wert.

Neben der meist eingeschränkten Nutzung hat ein Laptop aber noch weitere Besonderheiten, die besonders gut auf ein SSD-Mod ansprechen: Wie der Name schon sagt, sitzt so ein Mobilrechner ständig auf eurem Schoß - und fabriziert massive Abwärme und Vibrationen. Und wenn ihr schoßmäßig nicht aus Stein gemeißelt seid, kommt auch noch Bewegung ins Spiel - und da stehen die alten Hard Disk Drives (HDDs) mit ihren empfindlichen Lesearmen so gar nicht drauf.

Mit einer SSD wird es - je nach Verwendung und Bauweise - mehr oder weniger kühler und deutlich mobiler. Und obendrein spart ihr euch auch noch das ständige Brummen, das vor allem bei älteren Platten mit ersten Defekten durchaus lästig werden kann, zumindest an ruhigen Orten wie Bibliotheken oder Klassenzimmern. Es gibt also gute Gründe, auch Uralt-Rechenapparate mal genauer anzuschauen und festzustellen, ob eine SSD überhaupt in euer Notebook passt.

Ein Elitegroup-Barebone von 2004 mit IDE-Anschluss - hier könnt ihr den SSD-Umbau vergessen.
Ein Elitegroup-Barebone von 2004 mit IDE-Anschluss - hier könnt ihr den SSD-Umbau vergessen. (Quelle: netzwelt)

Passt überhaupt eine SSD?

SSDs sind in der Regel 2,5-Zoll-Laufwerke mit Serial-Advanced-Technology-Adapter-Anschluss (SATA) - und somit genau das, was in mobilen Rechnern seit ungefähr zehn Jahren verwendet wird. Noch ältere Geräte haben meist Integrated-Device-Electronics-Ports (IDE). Zwar gibt es durchaus Adapter von IDE nach SATA, aber erstens ist die IDE-Performance dermaßen schlecht, dass sich der Umbau nicht lohnt, zweitens werden schätzungsweise 99 Prozent aller Geräte einfach nicht genug Platz haben, um noch einen Adapter dazwischen zuzulassen. Wenn ihr also ein Gerät Baujahr 2004 bis 2007 umbauen wollt, schaut VOR dem Kauf nach, ob es überhaupt einen SATA-Anschluss gibt.

Wenn ihr einen M.2-Slot habt solltet ihr ihn auf jeden Fall nutzen! Bild: Boris Hofferbert.
Wenn ihr einen M.2-Slot habt solltet ihr ihn auf jeden Fall nutzen! Bild: Boris Hofferbert. (Quelle: netzwelt)

Aber nicht nur Uralt-Laptops können mit einem SSD-Update auf Trab gebracht werden: Der Austausch des 2,5-Zoll-Laufwerks funktioniert in modernen Geräten natürlich genauso gut, aber teils findet ihr eine deutlich elegantere Lösung! Einige Geräte werden nämlich mit einer HDD ausgeliefert, haben aber einen so genannten M.2-Steckplatz. M.2 ist eine Schnittstelle, ein Anschluss für SSDs im Steckkartenformat, Details dazu erfahrt ihr in einem separaten Artikel rund um das M.2-Format. Wenn ihr an dieser Stelle aufrüstet, habt ihr nicht nur eine besonders schnelle SSD-Variante, sondern vor allem noch die alte HDD zum Speichern von Dateien. Wenn ihr ein HDD-betriebenes Notebook mit freiem M.2-Slot habt, gibt es eigentlich nur einen Rat: Geht SOFORT in den nächsten Elektronikmarkt und rüstet auf!

Ran ans Werkzeug

Plastiklaschen wie hier bei einem ThinkPad helfen euch häufig beim Ausbau der alten HDDs.
Plastiklaschen wie hier bei einem ThinkPad helfen euch häufig beim Ausbau der alten HDDs. (Quelle: netzwelt)

Und nun geht es an die beliebten Schräubchen und die Frage: Wo kommt die SSD überhaupt hin? Im Grunde habt ihr zwei Varianten, die euch begrüßen. Einigermaßen freundliche Hersteller haben auf der Rückseite eine Klappe oder einen seitlichen Einschub, über die ihr problemlos an die HDD herankommt. Wenn die HDDs eng verbaut sind, kommen euch häufig Plastik- oder Kunststofflaschen entgegen, die beim Herausziehen helfen. Aber Vorsicht: Die Plastiklaschen sehen bisweilen aus wie Flachbandkabel! Einmal draußen, werdet ihr in den meisten Fällen feststellen, dass die HDD in einen kleinen Metallkäfig geschraubt ist. Bei Zugriff über Klappen auf der Rückseite, ist dieser Käfig meist nochmal am Gehäuse verschraubt. Wenn ihr erstmal testen wollt, könnt ihr die SSD auch so anstecken und sie erst in den Käfig schrauben, wenn alles funktioniert.

Der Horror: Beim EeePC 1005P kommt man nur schwierig an die Festplatte - und der Wieder-Zusammenbau ist kaum möglich.
Der Horror: Beim EeePC 1005P kommt man nur schwierig an die Festplatte - und der Wieder-Zusammenbau ist kaum möglich. (Quelle: netzwelt)

Die zweite Variante ist übler: An die HDD kommt ihr hier nur von oben. Also müssen Tastatur und Teile des Gehäuses entfernt werden - was ein Dutzend Schrauben und freundliche Gewalt gegen Kunststoffteile bedeutet. Die HDD ist dann direkt im Gehäuse verschraubt - und irgendein Genie hat ein Flachbandkabel direkt über die HDD gespannt. Das große Problem: Zwei kleine, flache und viel zu kurze Kabel müssen mittig unter der Tastatur wieder angeschlossen werden - und das dürfte allenfalls für Chirurgen mit Spezialwerkzeug und vierköpfigem Team problemlos sein.

Leider sind solche Konstruktionen gang und gäbe, Hersteller bevormunden euch eben gerne. Insofern solltet ihr bei allem Enthusiasmus beim Basteln darauf achten, ob sich auch alles wieder zusammenbauen lässt - auf der hiesigen Werkbank haben aus diesem Grund nicht wenige Rechner den Weg in die Existenz als Ersatzteillager gefunden.

Einen Schritt zurück: Der Windows-Umzug

Zwar solltet ihr als allererstes wirklich herausfinden, ob und wie der SSD-Umbau hardwareseitig klappt, aber bevor ihr wirklich schraubt, muss natürlich auch softwareseitig umgezogen werden. Eine Neuinstallation von Windows ist immer die beste Wahl, aber ihr könnt auch mit dem alten System umziehen. Dazu bietet sich zunächst mal ein weiteres Stück extrem nützlicher Hardware an: Ein Adapter von SATA nach Universal Serial Bus (USB). Mit einem solchen 10-Euro-Adapter könnt ihr die SSD an den USB-Port anschließen und dann die HDD auf die SSD klonen. Das geht ganz einfach mit dem kostenlosen AOMEI Backupper - in einer Anleitung erklären wir euch Schritt für Schritt, wie der Windows-Umzug auf eine SSD reibungslos gelingt.

Egal, was für ein Laptop und ob HDD oder SSD, mit einem USB-SATA-Adapter lassen sich Platten problemlos extern klonen.
Egal, was für ein Laptop und ob HDD oder SSD, mit einem USB-SATA-Adapter lassen sich Platten problemlos extern klonen. (Quelle: netzwelt)

Ein letzter Tipp zum Abschluss: SSDs machen alles schneller, aber als reiner Speicherplatz sind sie eigentlich (noch) zu teuer. Nun können im Desktop einfach ein paar herkömmliche HDDs zusätzlich angeschlossen werden, im Laptop geht das in aller Regel nicht. Wer also beispielsweise riesige Filmmengen auf dem Tragbaren speichert, kann bestenfalls auf M.2 plus HDD setzen, muss schlechtestenfalls externen Speicherplatz einsetzen (Netzwerk, Cloud, USB) oder wählt den Kompromiss: Hybridplatten (SSHD) sind HDDs mit zusätzlichem Flash-Speicher und bieten den Platz einer HDD und tendieren in Richtung Performance einer SSD, ohne diese allerdings zu erreichen.

Bei neuen Artikeln zu SSD benachrichtigen? Nein, Danke

Das könnte dich auch interessieren

Informationen zum Artikel

Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Computer, Download, Notebook, SSD, Virtuelle Laufwerke, Backup & Datensicherung, Systemoptimierung und System versehen.

zur
Startseite

zur
Startseite