Dubletten aufspüren: SSDs von doppelten Dateien befreien

So spart ihr Speicher und Geld

von Mirco Lang
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Doppelte Dateien sind immer ärgerlich, aber auf Solid State Drives fressen sie tatsächlich teuren und knappen Speicherplatz. Das Aufspüren von Dubletten verlangt vor allem Feingefühl, das Löschen ein gewisses Maß an Vorsicht - aber mit dupeGuru gibt es ein Tool, das euch unter Windows sehr gut unterstützt.

dupeguru sucht und findet Duplikate auf euren Systemdatenträgern.
dupeguru sucht und findet Duplikate auf euren Systemdatenträgern. (Quelle: netzwelt)

Solid State Drives (SSDs) werden immer günstiger, sind aber immer noch deutlich teurer als herkömmliche Hard Disk Drives (HDDs) - und zum Verschwenden ist der Speicherplatz allemal zu teuer. Und was ist mehr Verschwendung, als ein und dieselbe Datei mehrfach vorzuhalten? Dubletten gibt es aus etlichen Gründen, von der mehrfach kopierten Speicherkarte aus der Kamera über doppelte Downloads bis hin zu mehrfach vorhandenen Programmen. Mit dem kostenlosen dupeGuru geht es dem Überfluss an den Kragen.

Das Vorgehen ist auf den ersten Blick super simpel: Zunächst fügt ihr dem Programm die gewünschten Ordner hinzu, lasst diesen auf Dubletten untersuchen und löscht anschließend die unerwünschten Dateien aus der Ergebnisliste. Auf den zweiten Blick steckt aber ein wenig Überlegung und Konfiguration. Ihr könnt natürlich die gesamte SSD analysieren lassen, aber gerade in den Windows-Innereien tauchen da schnell etliche doppelt und zwölffach vorhandene Dateien auf, die ihr aber ganz und gar nicht löschen wollt. Eine Datei "liesmich.txt" dürfte nicht selten 30 mal auftauchen. Ihr könntet also erst einmal nur bestimmte Ordner scannen beziehungsweise vom Scan ausnehmen, um die Ergebnisse zu reduzieren.

Die überprüften Verzeichnisse werden euch samt "Duplikats-Zustand" in einer Liste angezeigt.
Die überprüften Verzeichnisse werden euch samt "Duplikats-Zustand" in einer Liste angezeigt. (Quelle: netzwelt)

Suche konfigurieren

Alternativ lassen sich die gefundenen Treffer über die Konfiguration eindämmen. Hier stehen zwei Modi zur Verfügung: Dateinamen und Inhalte/Ordner. Die Inhalte-Suche vergleicht schlicht und ergreifend zwei Dateiinhalte - sind diese identisch, sind die Dateien identisch. Dafür werden Hashes gebildet, also errechnete Zahlen, die den Dateiinhalt repräsentieren - verglichen werden dann nur zwei Hashes, die Software "sieht" natürlich nicht, was in der Datei für ein Inhalt steckt, liest also beispielsweise nicht eure Textdokumente. Die Ordner-Suche erledigt dasselbe für Ordner.

 Nicht überladen, dennoch fein genug einstellbar - dupeGuru braucht ein sensibles Händchen.
Nicht überladen, dennoch fein genug einstellbar - dupeGuru braucht ein sensibles Händchen. (Quelle: netzwelt)

Die Dateinamen-Suche hingegen nimmt sich die Dateinamen vor, zerlegt diese in einzelne Wörter und berechnet dann, wie genau zwei Dateinamen übereinstimmen. So ließe sich zum Beispiel eine Dateikopie wie "img_abc-1.jpg" finden, die Windows anlegt, wenn die Datei "img_abc.jpg" bereits existiert. Wie genau die Übereinstimmung sein muss, legt ihr ganz bequem per Schieberegler fest - hier ist bisweilen ein wenig Trial and Error notwendig.

Für beide Sucharten gibt es noch weitere Filter, etwa um Dateien unterhalb von 10 Kilobyte zu ignorieren. Wer mag - und kann - darf sogar Reguläre Ausdrücke einsetzen, um die Ergebnisse passgenau zu filtern. Mit der Festlegung auf eine Suche und dem Schieberegler könnt ihr euch aber begnügen. Und warum diese ganze Einschränkerei? Nun, auf dem hiesigen System hat ein Standard-Scan auf Laufwerk C:/ über 84.000 Treffer hervorgebracht.

Dubletten löschen

Suchen ist gut und schön, aber erst wenn gefunden wurde, dürft ihr Platz freimachen: In der Ergebnisliste findet ihr immer zunächst immer die Referenzdatei und folgend die Dubletten. Über das Kontextmenü der Einträge könnt ihr dann Dateien löschen, öffnen, im Ordner anzeigen, verschieben, aus der Liste entfernen, auf eine Ignorieren-Liste setzen oder Dubletten zu Referenzdateien machen.

Beim eigentlichen Löschen ist Vorsicht angesagt - nicht alles Doppelte kann weg.
Beim eigentlichen Löschen ist Vorsicht angesagt - nicht alles Doppelte kann weg. (Quelle: netzwelt)

An eine bearbeitbare Treffermenge müsst ihr euch langsam herantasten und beim finalen Löschen/Verschieben ein wenig Vorsicht walten lassen. Es ist verlockend, einfach alle Dubletten zu markieren und zu löschen, doch das wird fast sicher Ärger geben. Beispielsweise gibt es immer wieder Bibliotheken, unter Windows etwa in Form von Dynamic-Link-Library-Dateien (DLLs), die mehrere Programme nutzen und jeweils eine eigene Version mitinstalliert haben - und diese solltet ihr tunlichst nicht löschen. Lediglich wenn eine Inhalte-Suche Dubletten im selben Ordner ausgibt, könnt ihr wirklich ganz sicher sein, dass sich gefahrlos löschen lässt - zumindest dürften zwei inhaltlich identische Dateien mit unterschiedlichen Namen in einem Ordner selten erwünscht sein.

Auf netzwelt findet ihr 10 weitere Tuning-Tipps für eure SSD.

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Informationen zum Artikel

Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten SSD und Systemreinigung & -wartung versehen.

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