SSD: So identifiziert und entfernt ihr Speicherfresser

Tuning für euer Solid-State-Drive

von Mirco Lang
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Solid States Drives sind teuer und Speicherfresser nerviger denn je. Kostenlose Werkzeuge helfen euch aber, nutzlose und einfach riesige Dateien aufzuspüren und zu löschen - auch die, die Aufräumer wie der CCleaner nicht packen. Auf unserem Testsystem ließen sich rund 30 Prozent der SSD befreien - wie sieht's bei euch aus?

SSD: So bereinigt ihr den schnellen Datenträger von Datenresten.
SSD: So bereinigt ihr den schnellen Datenträger von Datenresten. (Quelle: netzwelt)

Wer bei der Anschaffung eines Solid State Drives (SSD) sparen will, greift schnell zu einer kleinen Platte - es wird schon reichen. Meist dauert es aber nicht lange und der Platz wird trotzdem knapp. Und dann gilt es, Speicherfresser zu finden: Riesige Log-Dateien von Windows, vergessene Downloads, temporäre Dateien oder schlicht besonders große Programminstallationen. Leider schafft Windows es bis heute nicht, im Explorer die Größen von Ordnern anzuzeigen und so braucht ihr zum Aufspüren ein wenig Hilfe von den kostenlosen Programmen CCleaner und vor allem WinDirStat.

Beginnt mit WinDirStat: Nach dem Start wählt ihr zunächst das gewünschte Laufwerk aus, in der Regel also die als Systemlaufwerk C:/ fungierende SSD. Die folgende Analyse dauert ein paar Minuten und präsentiert euch ein Ergebnis. Ihr bekommt drei Ansichten: Einen normalen Explorer-Baum, aber mit Anzeige der Ordnergrößen, eine Auflistung aller Dateien nach Dateityp, aufgelistet nach Gesamtgröße und vor allem eine Baumkarte. Diese Visualisierung eures Festplatteninhalts zeigt für jede einzelne Datei ein farbiges Kästchen - je größer die Datei, desto größer das Kästchen. So seht ihr auf einen Blick alle wirklich großen Dateien.

Die Baumansicht von WinDirStat ist gewöhnungsbedürftig - anschließend aber hervorragend!
Die Baumansicht von WinDirStat ist gewöhnungsbedürftig - anschließend aber hervorragend! (Quelle: netzwelt)

Löschkandidaten aufspüren

Sobald ihr nun Dateien, beziehungsweise Kästchen markiert, werden auch die Einträge/Kästchen in den beiden anderen Ansichten aktiviert und ihr seht entsprechend, zu welcher Dateitypengruppe sie gehört und wo sie liegt. Typische Funde sind die Auslagerungsdatei "Pagefile.sys", Downloads, Mail-Postfächer oder riesige Log-Dateien von Windows. Auf dem hiesigen System belegen allein die Log-Dateien sagenhafte 63,4 Gigabyte - 27,5 Prozent des gesamten Speichers! Über die Plus- und Minus-Tasten zoomt ihr in die Karte hinein, und das ist auch nötig: Gemessen an Riesen wie der pagefile.sys wirken selbst 1-Gigabyte-Logs noch winzig. Über einen Rechtsklick auf die Kästchen könnt ihr Pfade kopieren, Dateien löschen und deren Pfade öffnen.

In vielen Fällen werdet ihr nicht wissen, um was für Dateien es sich handelt und ob sie gefahrlos gelöscht werden können. Bevor ihr euch aber auf die Suche macht, lasst den CCleaner über das System laufen. Dieser löscht viele überflüssige Dateien, hier unter anderem auch knapp 40 Gigabyte der Log-Dateien - aber es bleiben eben auch noch 20 Gigabyte übrig. Und "reguläre" Platzfresser wie Mail-Postfächer berücksichtigt ein solcher Reiniger selbstverständlich sowieso nicht. Lasst anschließend nochmal WinDirStat aktualisieren und schon dürfte die Karte deutlich schlanker aussehen. Der Rest ist Handarbeit!

Den CCleaner solltet ihr regelmäßig laufen lassen, euch aber nicht allein darauf verlassen.
Den CCleaner solltet ihr regelmäßig laufen lassen, euch aber nicht allein darauf verlassen. (Quelle: netzwelt)

Zwei Tipps noch: Natürlich lassen sich nicht alle unliebsamen Dateien einfach löschen - manchmal lassen sie sich aber wunderbar auslagern. Beispielsweise solltet ihr die Windows-Nutzerordner wie "Downloads", "Eigene Dokumente" und so weiter auf eine zweite Platte auslagern. Und für alle Poweruser: Über die Einstellungen könnt ihr WinDirStat eigene Befehle in das Kontextmenü legen, etwa um gefundene Dateien direkt komprimieren oder in einem bestimmten Programm öffnen zu können.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Computer und SSD versehen.

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