iPad auf Reisen nutzen: Unterwegs mit Kind und Technik

Kindersicheres Zubehör für den Urlaubsort

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von Sascha Hottes
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Das Apple iPad als perfekter Reisebegleiter

Hoch lebe das iPad! Wohl kaum ein Gadget ist mit passendem Zubehör so vielseitig einsetzbar. Wir zeigen welches Zubehör nötig ist, damit das iPad zum perfekten Reisebegleiter wird. Sicher verpackt und für alle Eventualitäten gerüstet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das iPad als Multimedia-Zentrale für unterwegs
  2. Linktipp: Videodienste im Einzeltest
  3. Speichererweiterung für das iPad
  4. Ausreichend Strom im Rucksack
  5. Die passende iPad-Hülle und Kabel-Organisation
  6. Alle besprochenen Produkte bei Amazon und Co.
  7. Zwei Tipps zu Zoll und Sicherheit
  8. Erreichbar im Ausland
  9. Eine kleine App-Auswahl
  10. Tipps vor der Reise
  11. Alternativen: Apple Music und Sandisk Ultra Fit USB 3.0 mit 128 GByte Speicher

Das iPad als Multimedia-Zentrale für unterwegs

Seid ihr in Ländern unterwegs, in denen Hotels für das WLAN keine exorbitanten Gebühren verlangen, steht euch mit dem iPad die Tür zu vielfältigen, multimedialen Angeboten weit offen. Denn mit ein wenig Zubehör ist das Apple-Tablet in den meisten Fällen kompatibel zum Hotel-Fernseher. Einen verregneten Tag am Strand kann die Familie so ohne Lagerkoller überstehen. Um das iPad am TV anzuschließen benötigt ihr lediglich einen Lightning-auf-HDMI-Adapter sowie ein HDMI-Kabel. Die meisten Hotel-Fernseher besitzen einen HDMI-Eingang, über den man das iPad anschließen kann.

Mit den Apps von Netflix, Sky Go, Amazon Prime und anderen Bewegtbildanbietern könnt ihr über diese Kombination das iPad als Set Top Box nutzen und heimisches Fernsehen auch in der Ferne genießen. Allerdings gelten Einschränkungen: Aus rechtlichen Gründen sind einige Anbieter dazu verpflichtet, die Ausstrahlung im Ausland zu unterbinden. Populäres Beispiel ist Sky und dort insbesondere das Fussball-Angebot, das nur in Deutschland und Österreich nutzbar ist. Theoretisch ließe sich ein Zugang über einen Proxy simulieren, allerdings sind die meisten Internetverbindungen in Hotels in Kombination mit einem Proxy so langsam, dass von Bewegtbild keine Rede mehr sein kann.

Linktipp: Videodienste im Einzeltest

Das iPad als Reisebegleiter

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Besser sind hier zwei Alternativen: Zum einen natürlich der Apple Store, über den ihr Filme leihen und kaufen könnt. Eine Handvoll dieser Filme finden auf dem iPad Platz und sind so auch offline verfügbar. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Internetverbindung und Regionalbegrenzung als Spielverderber wegfallen. Bereits vor der Reise auf das iPad geladen, sind die Filme auch im Flugzeug oder Zug verfügbar und können nervige Wartezeiten überbrücken.

Speichererweiterung für das iPad

Die zweite Alternative ist ein externer Speicher. Dieser Zusatzspeicher, der zum Beispiel über den Lightning-Port angeschlossen wird, funktioniert auf der anderen Seite wie ein USB-Stick und lässt sich so komfortabel schon zu Hause mit Videos, Photos und Musik betanken. Ein solcher Stick ist etwa das so genannte iFlash-Drive, das allerdings nicht gerade günstig ist. Da der Lightning-Port dann zudem belegt ist, kann man das Bild nicht mehr über das HDMI-Kabel an den Fernseher schicken.

Tripmate am Lan-Anschluss nutzen

Der HooToo Tripmate lässt sich am Lan-Anschluss anschließen und dient dann als WLAN-Router für sämtliche Geräte. Das ausführliche Tutorial beschreibt, wie ihr den TripMate am Lan anschließt und als WLAN-Router für Smartphones und Tablet einrichtet.


Tutorial anzeigen

Wer auf diese Funktion nicht verzichten kann oder möchte, dem empfehlen wir die Wunderwaffe HooToo TripMate. Der kleine Kasten in der Größe eines Schokoriegels hat es in sich: Das Gerät ist eine Kombination aus Powerbank, NAS und WLAN-Router. Die Powerbank versorgt unsere Geräte mit ihren 6.000 Milliamperestunden ohne Probleme einen Tag lang. Dazu bietet der integrierte Router die Möglichkeit, einen herkömlichen LAN-Anschluss in einen WLAN-Anschluss für das iPad (oder andere mobile Geräte) zu verwandeln. Der Standard-USB-Port wird über einen Mini-USB-3.0-Stick zum Mini-NAS.

Im Alltag hat sich die Funktion "Offline-Playlisten" beim Streaming-Dienst Spotify als nützliche Musikquelle erwiesen. Diese lassen sich auch schon vor der Reise anlegen und sind ohne Internetverbindung unterwegs abrufbar. Da die meisten Mietwagen heutzutage auch eine Möglichkeit zur Smartphone-Kopplung haben, muss man so nicht einmal auf seine Hits oder das Hörspiel im Auto verzichten.

"Eine Verlängerung des Kopfhörer-Kabels ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber vorteilhaft wenn das iPad in einem Auto genutzt und am Vordersitz befestigt wird. Wer Kinder hat: An einen Klinkenadapter für zwei Kopfhörer denken!"

Ausreichend Strom im Rucksack

Ein unverzichtbares Gadget auf Reisen ist eine so genannte Powerbank. Das ist ein externer Akku, der auf der einen Seite wie ein Smartphone über ein Ladegerät (meist mit Micro-USB-Kabel) geladen wird und auf der anderen Seite einen USB-Port zum Anschluss eines Ladekabels bietet. Powerbanks werden mit unterschiedlichen Kapazitäten von teilweise über 20.000 Milliamperestunden für um die 30 Euro (Amazon) angeboten. Je nach Kapazität schwanken Größe und Preis. Ein Vergleich lohnt sich hier ganz besonders, da mit steigender Kapazität die Preise nur unwesentlich steigen. Zudem bieten einige Powerbanks Zusatzfunktionen, wie etwa eine integrierte Taschenlampe. Mit 20.000 Milliamperestunden kann eine solche Powerbank ein iPad etwa drei Mal aufladen ohne selbst neu geladen werden zu müssen.

TripMate als externen Speicher für Smartphone und Tablet einrichten

Wir brauchen viel Funktion auf wenig Raum, daher nutzen wir den TripMate nicht nur als Powerbank, sondern auch als WLAN-Router (siehe oben) und auch als mobile Speichererweiterung. Mit einem Mini-USB-3-Stick von Sandisk und dem HooToo beseitigen wir ein Manko des iPads: Den limitierten Speicher. Wie man das TripMate als externen Speicher für Smartphone und Tablet einrichtet zeigen wir in diesem Tutorial.


Tutorial anzeigen

Ein weiterer Vorteil der Powerbank ist, dass man im Ausland sein Gerät nicht direkt an ein möglicherweise "schlechtes" Stromnetz hängt und dass man weniger Reiseadapater benötigt, da alle Geräte mit USB-Ladefunktion über die Powerbank geladen werden können. Die externe Batterie wird so zum Stromversorger für Kamera, Smartphone, Tablet und andere Geräte. Achtet unbedingt darauf, dass die Powerbank über einen Micro-USB-Anschluss aufgeladen werden kann. In dem Fall könnt ihr ein flaches Ladegerät nutzen, das die meisten von euch ohnehin schon im Haushalt haben. Zudem sind proprietäre Ladegeräte nicht kompatibel zu anderen Geräten und als Ersatz schwerer zu beschaffen.

In unserem Fall haben wir uns für eine Kombination aus Powerbank, NAS und WLAN Router von HooToo entschieden. Die Powerbank versorgt unsere Geräte mit ihren 6.000 Milliamperestunden ohne Probleme einen ganzen Tag lang. Dazu bietet der integrierte Router die Möglichkeit, einen herkömmlichen LAN-Anschluss in einen WLAN-Anschluss für das iPad zu verwandeln. Der Standard-USB-Port wird über einen Mini-USB-3.0-Stick zum Mini-NAS. Da die kleinsten USB-Sticks inzwischen kaum größer als ein USB-Kontakt an sich sind, haben wir mit dem Sandisk-USB-3.0-Stick 64 Gigabyte externen Speicher für all unsere Endgeräte ohne viel Platz in der Tasche zu verschenken.

"Wer gerne im freien Gelände reist, sollte alternativ nach einer Outdoor-Variante Ausschau halten, die wetterfest ist und sich gleichzeitig über Solar aufladen lässt. Auf die WLAN-Router-Funktionalität kann man in den Bergen meist verzichten."

Die passende iPad-Hülle und Kabel-Organisation

Zugegeben, es gibt unzählige gute und auch schöne Hüllen für ein iPad. Für die Reise mit Kindern nutzen wir die besonders geeignete Kombination aus dem Defender Case von Otterbox sowie das dazu passende Utility Latch II inklusive Kit. Das Defender Case sichert das iPad vor nahezu allen Gefahren, ist für den normalen Alltagsbetrieb jedoch ein wenig überdimensioniert. Zusammen mit dem Utility Latch II bietet es aber ein Maximum an Flexibilität, das wir uns auf Reisen wünschen. So lässt sich das iPad auch an der Vordersitz-Kopfstütze im Auto befestigen oder bequem in der Hand halten. Die kleine Tasche bietet ausreichend Platz für einen Teil unseres Zubehörs und dient gleichzeitig als Halter. Der beigefügte Gurt hilft immer dann, wenn man die Hände frei haben möchte, etwa beim Einchecken am Flughafen, das lästige Ein- und wieder Auspacken entfällt. Und letztlich verzeiht die Otterbox die ein oder andere Unachtsamkeit und schützt sogar einigermaßen vor Unfällen mit Flüssigkeiten.

Sitzt, wackelt und hat kaum Luft: Alles passt rein!
Sitzt, wackelt und hat kaum Luft: Alles passt rein!

Weniger ist mehr: In unserem Fall haben wir das gesamte Zubehör in der Otterbox-Tasche untergebracht. Kopfhörer, Kabel und Co. hatten ausreichend Platz. Allerdings haben wir den Karabinerhaken der Otterbox zuhause gelassen und auch einige längere Kabel gegen kürzere getauscht. Im Spezial-Shop "Kurze-Kabel.de" haben wir ein kleines Micro-USB-Kabel besorgt und einen praktischen Mini-Adapter der den Micro-USB- in einen Lightning-Anschluss verwandelt. So haben wir zwei lange gegen ein kurzes Kabel getauscht und können trotzdem die Powerbank, sämtliche iOS- und Micro-USB-kompatiblen Geräte aufladen. Das HDMI-Kabel muss auch keine zwei Meter lang sein, hier haben wir ebenfalls eine kurze Variante gewählt.

Abgerundet wird unser Kabel-Set durch einen Aukey Quick Charge 2.0. Das Ladegerät kann verschiedene USB-Geräte sehr schnell aufladen und hinterließ einen sehr guten Eindruck.

"Je nachdem wohin die Reise geht ist ein Reiseadapter nötig. Eine gute und kompakte Lösung für die ganze Welt bietet der Reiseadapter Flight101. Alternativ - etwa für Reisen in die USA - gibt es den Aukey Quick Charge 2.0 auch mit US-Stecker."

Alle besprochenen Produkte bei Amazon und Co.

Anmerkung: Wir haben für dieses Beispiel ein Apple iPad Air verwendet. Natürlich funktioniert das Setup auch mit anderen iPad-Generationen. In dem Fall müsst ihr lediglich bei der Otterbox nach kompatiblen Modellen schauen und eventuell (sollte es sich um ein altes iPad handeln) die Lightning-Adapter gegen die 30-poligen Adapter tauschen. Ganz so komfortabel wird es dann allerdings nicht mehr, da da der Stecker mehr Platz im Utility Latch benötigt.

Zwei Tipps zu Zoll und Sicherheit

Uns liegt viel an der Technik, daher wollen wir diese auch gerne wieder mit in die Heimat bringen. Wer dem Hotelsafe nicht traut, der kann auf die Dienste eines Travelsafe-Beutels zurückgreifen und mittels Zahlenschloss und eines Stahlseils seine Wertsachen anketten.

Einige Zollbeamten vermuten hinter dem eigenen iPad ein neu angeschafftes Gerät und wollen bei der Wiedereinreise nach Deutschland gerne Steuern und Zoll erheben. Den Ärger mit dem Nachweis könnt ihr umgehen, indem ihr einen so genannten Nämlichkeitsnachweis (Formular 0330) vor der Ausreise beim Zoll in Deutschland ausfüllt und bei der Rückreise nach Deutschland wieder vorlegt. Alternativ solltet ihr eine Kopie des Kaufbelegs als Scan auf dem Gerät gespeichert haben, im Idealfall mit ersichtlicher Seriennummer. Die Wiedereinfuhr von eigenen Gegenständen (Zollbeamtendeutsch: Rückwaren) unterliegt keiner erneuten Steuer- und Zollpflicht.

Erreichbar im Ausland

Wenn der Kontakt zur Heimat nicht abreißen soll, bietet sich mit dem Skype Welt-Package eine gute Möglichkeit, kostenlos (zumindest die ersten vier Wochen) vom Ausland in eine ganze Reihe an Festnetzen und sogar Mobilfunknetzen weltweit anzurufen. Wir hatten dieses Paket etwa während der Messe CES (Las Vegas, USA) im Einsatz und waren sehr zufrieden. Voraussetzung ist allerdings eine stabile Internetverbindung.

Eine kleine App-Auswahl

Weil wir von einigen Nutzern gefragt wurden, möchten wir an der Stelle einige Apps empfehlen. Nokia Here mit seinen Offline-Maps gehört genauso dazu wie das Wörterbuch von dict.cc, dessen Wortschatz auch offline verfügbar ist. Die oben erwähnten Multimedia-Dienste Netflix, Sky Go und Spotify sind ebenfalls installiert. Eine handvoll Spiele, die oben erwähnte Tripmate App, der Universal-Konvertierer Konverter und ein Wetterdienst erklären sich fast von selbst. Mit Dropbox haben wir zudem eine App auf dem iPad, die aus unserer Sicht ohnehin auf das Gerät gehört (alternativ Google Drive). Damit können wir im Zweifel einige Bilder in die Cloud schieben. Zum Organisieren der Reisen nutzen wir gerne Airbnb und Expedia.

Weitere Apps, die auf Reisen nützlich sein könnten sind: FlightTrack, um den Flugstatus zu überprüfen und Babyphone 3G, als mobiles Babyphone. Vielen Dank für diese beiden Tipps an den Leser Stefan H.

Tipps vor der Reise

Mit ein paar Vorbereitungen vor der Reise könnt ihr euch viel Zeit und Nerven sparen. Vor allen Dingen die datenintensiven Arbeiten sollten daher schon vor dem Abflug erledigt sein. Auf einen Blick sind das folgende Aufgaben:

  • iPad mit einigen Videos beladen
  • USB-Stick mit Videos und/oder Musik beladen
  • HooToo TripMate App installieren und einrichten
  • Spotify Offline-Playlisten erstellen
  • Sämtliche Updates über den App Store ziehen und installieren
  • Dropbox und andere Apps installieren und einrichten
  • Prüfe die Internetseiten der Hotels und Fluggesellschaften ob diese per iPad erreichbar sind

Alternativen: Apple Music und Sandisk Ultra Fit USB 3.0 mit 128 GByte Speicher

Nachdem Apple seinen eigenen Musikdienst Music gestartet hat, bietet sich dieser als Alternative zu Spotify an. In unserem Setup sind wir auf diesen Musik-Service gewechselt. Die oben erwähnte Speicherkarte von SanDisk gibt es inzwischen auch mit 128 GByte Speicher für etwa 70 Euro (über den selben Link wie die 64 GByte Variante oben). Das ist zwar fast das dreifache im Vergleich zur 64 GByte Variante, aber eben auch der doppelte Speicherplatz.

Habt ihr weitere Ideen oder Anregungen? Hinterlasst einen Kommentar, schreibt uns eine E-Mail oder nutzt die bekannten Sozialen Netzwerke!

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