Vergleichstest: iPad Pro vs. Surface Pro 4

... und die Frage: Taugt eines von beiden als Laptop-Ersatz?

Michael Knott - Profilbild
von Michael Knott
Teilen
Duell der Riesen-Tablets: Wer baut das beste Tablet jenseits der 12-Zoll-Marke: Apple mit dem iPad Pro oder Microsoft mit dem Surface Pro 4?

Das Duell der Riesen-Tablets: Apple iPad Pro gegen Microsoft Surface Pro 4. Im Vergleichstest decken wir die jeweiligen Stärken und Schwächen der Geräte mit iOS 9 und Windows 10 sowie dem passenden Zubehör auf, lassen beide Tablets im Benchmark-Test gegeneinander antreten und beantworten die Frage, ob eines von beiden als Laptop-Ersatz taugt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Tastatur und Stift
  3. Speicher und Leistung
  4. iPad Pro oder Surface Pro 4 als Laptop-Ersatz?
  5. iPad Pro vs. Surface Pro 4 im Benchmark-Vergleich
  6. Fazit

Wer braucht eigentlich ein Tablet mit mehr als zwölf Zoll großem Bildschirm? Apple und Microsoft beantworten diese Frage höchst unterschiedlich. Apple sieht sein iPad Pro nicht nur, aber vor allem in der Hand von Kreativen, von Illustratoren und von Multimedia-Liebhabern.

Microsoft hingegen will mit seinem Surface Pro 4 eine Art Universalgerät bieten, das Notebook und Tablet miteinander vereint. Während der Touchscreen des ersten Surface Pro-Modells deutlich kleiner war, wuchs er im Laufe der Zeit auf nun 12,3 Zoll an.

Im Video gehen wir auf die Punkte Betriebssystem, Gehäuse und Verarbeitung, Tastatur, Stift sowie Speicher und Leistung explizit ein. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob eines der beiden Riesen-Tablets dauerhaft einen klassischen Laptop ersetzen kann.

Videovergleich: iPad Pro vs. Surface Pro 4

Design und Verarbeitung

Beide Tablets sind sehr sorgfältig verarbeitet. Das Surface Pro wirft als Vorteil den ausklappbaren Ständer auf der Rückseite in den Ring - eine solche Lösung würde dem iPad Pro mehr als gut zu Gesicht stehen. Dafür bietet das iPad-Gehäuse einen im Home Button integrierten Fingerabdruck-Scanner. Diesen gibt es beim Surface gegen Aufpreis und im Type Cover integriert.

  • Leistung
  • Display
  • Verarbeitung
  • Kein 3D Touch
  • Möglichkeiten des Apple Pencil
  • Langer Ladevorgang
  • Kein SD-Kartenslot
  • Leistung
  • Verarbeitung
  • Verbesserte Tastatur und Stift
  • Verbessertes Hitze-Management
  • Stift-Nutzung abseits von Mal-Programmen
  • Tastatur unter Notebook-Gesichtspunkten
  • Keine LTE-Version erhältlich

Fazit: Ganz groß - nicht nur in der Nische

Wir sehen das iPad Pro nicht zwangsweise in der Hand von Illustratoren oder Grafikern. Für manch einen wird es die Spielekonsole ersetzen. Für andere wird es der Schlafzimmerfernseher werden. Und wieder andere werden mit dem Pro genau das machen, was sie bislang mit allen iPads gemacht haben: Auf dem Sofa sitzen, surfen und mit ein paar Apps rumspielen. Die Leistung dieses iPads hat uns förmlich umgehauen; ein wenig enttäuscht sind wir von den Möglichkeiten des Pencils. Gespannt blicken wir auf die Entwicklungen im Zubehörmarkt: Hier muss dringend eine Tastaturhülle mit verstellbarem Displaywinkel her - dann könnte aus dem iPad Pro vielleicht sogar auch ein Notebook-Ersatz werden.

Mehr Super-Tablet als Super-Notebook

Microsoft hat das Surface Pro 4 im Vergleich zum Vorgänger an den richtigen Stellen verbessert. Doch noch immer ist es mehr Tablet als Notebook. Die Möglichkeiten des Stiftes nutzt Microsoft noch immer nicht aus. Dennoch ist das Surface Pro 4 unterm Strich das derzeit stimmigste Windows 10-Tablet.

Design
9/10
Display
8/10
Leistung
10/10
Ausstattung
7/10
Multimedia
10/10
Leserwertung (295)
9/10
Design
9/10
Display
8/10
Leistung
9/10
Ausstattung
8/10
Multimedia
8/10
Leserwertung (235)
9/10

Etwas kompakter ist das Surface Pro 4 - das iPad Pro bietet dafür 14 Prozent mehr Displayfläche. Mit einem Gewicht von 787 Gramm in der getesteten Core i5-Variante ist das Surface Pro 4 ein klein wenig schwerer, als das iPad Pro in Top-Ausstattung (730 Gramm).

Tastatur und Stift

Sowohl das Type Cover des Surface als auch das Smart Keyboard von Apple kosten Aufpreis. Die Apple-Tastatur ist derzeit noch nicht mit deutschem Layout verfügbar. Wir konnten die Ansteck-Tastatur für kurze Zeit im Rahmen einer Apple-Veranstaltung testen. Beide Tastaturen müssen nicht aufgeladen werden und verbinden sich magnetisch über einen Docking-Anschluss.

Das Schreibgefühl auf der Apple-Tastatur empfanden wir subjektiv als angenehmer. Zwar punktet die Surface-Klaviatur mit zwei unterschiedlichen Anstellwinkeln sowie einem eingebauten Trackpad. Beim Tippen gibt sie jedoch unschöne Geräusche von sich. Ideal sind beide Tastaturen in unseren Augen nicht.

Das gilt auch für die Stifte. Apple verlangt für den Apple Pencil 109 Euro Aufpreis. Den Surface Pen gibt es bei jeder Ausführung gratis dazu. Wer den Stift nicht überwiegend fürs Zeichnen und Illustrieren verwenden möchte, wird mit dem Surface Pen besser zurechtkommen. Er bietet zwei Tasten und an der Rückseite einen Radierer. Mit beidem kann der Apple Pencil nicht dienen.

Zubehör-Tastatur: Logitech Create im Test
Zubehör-Tastatur: Logitech Create im Test Artikel Nur bedingt empfehlenswert Im Test zeigt sich: Logitechs Create für iPad Pro wurde mit zu heißer Nadel gestrickt. Jetzt lesen!

Dafür könnt ihr mit dem Apple Pencil in der Hand bequem auf Webseiten oder in Menüs blättern, was mit dem Surface Pen unverständlicherweise nur über Umwege funktioniert. Microsoft spendiert dem Stift eine magnetische Halterung an der Tablet-Seite. Apples Pencil müsst ihr separat unterbringen.

Speicher und Leistung

Im iPad Pro ist Apples A9X-CPU verbaut, die uns - nach Tablet-Maßstäben - in den Benchmarktests förmlich von den Socken haute. Zudem profitiert das iPad Pro vom iOS-Ökosystem. Egal welche App wir auch öffnen oder verwenden - alles geht rasend schnell. Dafür endet die Speicherfahnenstange bei 128 Gigabyte sowie vier Gigabyte RAM. Einen SD-Kartenslot gibt es nicht.

iPad Pro und Surface Pro 4 im Vergleich

29 Bilder
Zur Galerie

Die Bewertung der Surface-Leistung ist schwieriger, da ihr sowohl den Prozessor als auch RAM und Speicher selbst wählen könnt. So steht, entsprechendes Kleingeld vorausgesetzt, ein Intel Core i7e sowie bis zu ein Terabyte SSD-Kapazität zur Wahl. Wir baten die mittlere Ausstattungslinie mit Intel Core i5 6300U und acht Gigabyte RAM zum Test - und konnten uns über mangelnde Performance nicht beklagen.

iPad Pro oder Surface Pro 4 als Laptop-Ersatz?

Als vollwertigen Ersatz für ein klassisches Notebook sehen wir weder das iPad Pro noch das Surface Pro 4. Das Surface ist zwar prinzipiell leistungsstark genug, doch verhagelt die zu labile Tastatur das Ergebnis. Beim iPad Pro sieht der Fall ähnlich aus - hier ist es die mangelnde Ergonomie samt nicht verstellbarem Display-Winkel sowie das eher auf kurzweilige Apps angelegte iOS, die dem Dauereinsatz als Produktiv-Laptop einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn eines der beiden Tablets als Ersatz für das Notebook herhalten soll, würden wir daher dem Surface Pro 4 den Vorzug geben.

iPad Pro vs. Surface Pro 4 im Benchmark-Vergleich

Vorab: Beide Tablets lassen im Alltag nicht das Gefühl aufkommen, "untermotorisiert" unterwegs zu sein. Apps, große Excel-Tabellen, Spiele: Alles öffnet sich schnell und ohne merkliche Verzögerung. Alle folgenden Ergebnisse sind Mittelwerte nach drei Testdurchläufen.

Wir vergleichen die Rechen-Power beider Top-Tablets mit Hilfe des Benchmark-Programmes Geekbench 3. Das Programm bewertet sowohl die Single-Core-Leistung als auch die Rechenleistung im Mehrkernbetrieb (Multi-Core-Score).

Im iPad Pro verbaut Apple einen A9X-Prozessor mit zwei Rechenkernen, einer Taktfrequenz von 2,26 Gigahertz sowie vier Gigabyte RAM. Als Vergleichsmodell steht uns ein Surface Pro 4 mit Intel Core i5-6300U mit einer Taktfrequenz von bis zu 3,0 Gigahertz und acht Gigabyte RAM zu Verfügung. Zu beachten ist, dass sich das Microsoft-Tablet auch mit anderen, sowohl in stärkeren (Intel Core i7e) als auch in schwächeren Konfigurationen (Intel Core M) ordern lässt.

Im Single-Core-Test übertrifft das iPad Pro das Surface Pro 4. Jedoch fällt der Unterschied relativ gering aus: Das Apple-Tablet erzielt hierbei 3.241 Punkte. Beim Surface Pro 4 sind es 3.020 Punkte.

Deutlicher wird es in der Multi-Core-Wertung: Hier erzielt das iPad Pro im Schnitt eine Wertung von 5.415 Punkten. Beim Surface Pro 4 sind es 6.314 Punkte.

Fazit

Apple iPad Pro 4 und Microsoft Surface Pro 4 verfolgen zu unterschiedliche Ansätze, um an dieser Stelle einen klaren Gewinner zu küren. Das fängt schon beim Betriebssystem an. iOS 9 hat im Vergleich zu den Vorgängern zwar viel hinzugelernt (Stichwort Splitscreen), ist aber dennoch eher für das Konsumieren von Multimedia-Inhalten ausgelegt. Außerdem gibt das iPad Pro eine sehr gute Spielekonsole ab.

Fazit: iPad Pro vs. Surface Pro 4

Im Fazit-Video fassen wir für euch noch einmal das Gesagte zusammen.

Das Surface Pro 4 hingegen ist eher der Anzugträger in diesem Vergleichstest und kann sehr viel, was auch ein ausgewachsenes Notebook kann. Auf der Couch gefällt uns das iPad Pro besser, im Büro das Surface Pro 4. Viele weitere Informationen und detailierte Einschätzungen und Messergebnisse findet ihr in den jeweiligen Einzeltests der Geräte, die ihr vor einer endgültigen Kaufentscheidung unbedingt lesen solltet.

Hier geht es zum ausführlichen Testbericht des Apple iPad Pros und zum Testbericht des Microsoft Surface Pro 4

Dieser Vergleichstest wurde zuletzt am 7. Dezember aktualisiert und um die Benchmarks ergänzt.

Das könnte dich auch interessieren

zur
Startseite

zur
Startseite