Toshiba AT300 im Test - günstiger Überzeugungstäter

Mit Tegra 3-Chip

Die Android-Tablets aus Toshibas AT300-Reihe überzeugen im Test mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und guter Ausstattung. Netzwelt testet das günstigste Einsteigermodell, den Toshiba AT300-101.

Das Toshiba AT300-101 ist genau so groß wie ein iPad, punktet mit langer Akkulaufzeit und ist mit 591 Gramm deutlich leichter als das iPad. Dank kräftigem Tegra-3-Chip gibt es sich auch bei der Leistung keine Blöße. Das alles gibt es zu einem mehr als konkurrenzfähigen Preis - und im Test fallen sogar noch weitere Pluspunkte auf.

Toshiba AT-300

In der Flut an neuen Android-Tablets fällt das Toshiba AT300-101 bereits sofort nach dem Auspacken auf - denn mit einem Gewicht von nur 591 Gramm ist es angenehm leicht. Diese Leichtigkeit wird glücklicherweise nicht mit einer zweifelhaften Haptik erkauft. Zwar ist das Android-Tablet zu sehr großen Teilen aus einer an Kunststoff erinnernden Aluminiumlegierung gefertigt, dennoch gibt es an der Anfassqualität nichts auszusetzen. Die Vorderseite ist, ganz dem Trend der Zeit folgend, in Schwarz gehalten. Gorilla Glas schützt den berührungsempfindlichen, 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) großen Bildschirm vor Kratzern. Ein wenig Kreativität zeigt Toshiba auf der Rückseite. Diese setzt sich dank silberner, leicht strukturierter Alu-Optik wohltuend von Konkurrenzmodellen ab.

Pluspunkte gibt es auch für die vorhandenen Anschlüsse am Toshiba-Tablet. Neben dem leider sehr groß geratenen Dock-Anschluss an der Gehäuseunterseite finden sich seitlich noch ein Micro-USB-Anschluss sowie ein Mini-HDMI-Ausgang. Kopfhörerausgang sowie ein SD-Kartenleser vervollständigen die Anschlussriege. Vor allem der Kartenleser für normal große SD-Karten erfreut. Fotografen können auf diese Weise etwa eine SD-Karte aus der Digitalkamera direkt in das Tablet stecken und so ihre Fotos sichern. Der Einschub wird durch einen Kartendummy geschützt. Geht dieser verloren und ist keine SD-Karte eingesteckt, liegt der Schacht jedoch völlig offen.

Display

Toshiba setzt beim AT300-101 nicht auf ein IPS-Panel sondern auf bewährte TN-Technik. Dass dies kein Nachteil sein muss, beweist das Testgerät: Die Blickwinkel auf die Anzeige fallen angenehm groß aus. Wie man das Toshiba-Tablet auch dreht und wendet - im normalen Gebrauch kommt es nicht zu Verlusten in der Bildqualität.

Ähnliches gilt auch für die Helligkeit. Auf höchster Stufe strahlt das Display fast stark genug, um unter freiem Himmel arbeiten zu können. Leider macht die spiegelnde Bildschirmoberfläche hier einen Strich durch die Rechnung. Auch mit Kontrast und Farbtreue werden Nutzer gut leben können. Die Ausleuchtung ist selbst bei komplett schwarzem Bildschirminhalt, etwa bei der Video-Wiedergabe, recht gleichmäßig.

Betriebssystem und ab Werk installierte Apps

Wie fast alle Hersteller außer Apple vertraut Toshiba beim Betriebssystem auf Googles Android. Auf dem AT300-101 ist Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) installiert. Mehr zu dieser Android-Variante erfahren Sie in diesem Artikel auf netzwelt. Neben den Standard-Apps für YouTube, Twitter und Co. installiert Toshiba auch eine Handvoll eigener Apps. So zum Beispiel den praktischen Filemanager, über den sich auf einen Blick sehen lässt, wie viel Speicherplatz einzelne Anwendungen belegen.

Daneben findet sich auch die App-Sammlung Toshiba Places, über die Nutzer Filme, Musik, aber auch Spiele herunterladen können. Mehr über Toshiba Places erfahren Sie in diesem Artikel auf netzwelt. Selbstverständlich bietet das AT300-101 auch vollen Google-Play-Zugang.

Multimedia

Am Toshiba-Tablet finden sich die mittlerweile obligatorischen zwei Kameras. Die Kamera auf der Vorderseite, mit einer Auflösung von immerhin zwei Megapixeln, ist hauptsächlich für Videochats und Selbstportraits gedacht. Das Pendant auf der Rückseite löst mit klassenüblichen fünf Megapixeln auf, fällt aber durch den recht trägen Autofokus negativ auf. Toshiba spendierte dem AT300-101 eine LED-Hilfsleuchte. Leider schafft diese es nicht, Objekte, die weiter als 2,50 Meter entfernt sind, ausreichend auszuleuchten. Überhaupt hat die Kamera bei erschwerten Lichtverhältnissen Probleme mit Aufnahmen in geschlossenen Räumen. Schnell wirken die Farben verwaschen, die Konturen unscharf. Mit beiden Kameras lassen sich auch Videos aufzeichnen.

Stärken zeigt das Testgerät bei der Videowiedergabe. Dank des bereits erwähnten, guten Displays bereitet der Filmabend durchaus Freude. Schade, dass Toshiba dem Android-Tablet keine Stütze à la Microsoft Surface eingebaut hat, was das Aufstellen des dünnen Gerätes erleichtern würde. Zwei Lautsprecher auf der Geräte-Unterseite dienen der Ausgabe von Sprache und Musik - klassenüblich vermögen Sie es aber nicht, Kopfhörer auf Dauer zu ersetzen. Dafür ist die Ausgabe einerseits zu leise, andererseits übersteuert der Klang bei Maximal-Lautstärke recht schnell. Im Kopfhörerbetrieb hingegen überzeugt die klangliche Vorstellung des Testgeräts - nicht zuletzt ein Verdienst des eingebauten Klang-Optimierers SRS.

Leistung

Der Quadcore-Prozessor Tegra 3 von Nvidia befeuert das Toshiba AT300-101 mehr als ordentlich. Weder beim Öffnen von Programmennoch bei der HD-Videowiedergabe oder aufwendigen Spielen aus der Tegra-Zone geht der Tablet-PC in die Knie. Das gilt auch für Multitask-Aufgaben: Auch wenn mehrere Programme im Hintergrund geöffnet sind, kommt es nicht zu Aussetzern oder Verzögerungen. Als Arbeitsspeicher ist ein 1-Gigabyte-DDR3L-Modul mit 667 Megahertz verbaut.

Akkulaufzeit

Der nicht austauschbare Akku des Toshiba AT300 entpuppt sich im Test als guter Dauerläufer. Wer alle Kerne des Tegra-Prozessors hingegen richtig fordert, etwa beim Gaming, muss mit drastisch verkürzten Laufzeiten leben. Toshiba gibt eine Laufzeit von zehn Stunden Videowiedergabe an. Bei voller Helligkeit und ausgeschalteter WLAN-Verbindung kam netzwelt auf einen Wert von etwas mehr als fünf Stunden.

Im moderaten Mixbetrieb (Surfen im Netz, Textbearbeitung, Bilderanzeige) gingen im Test hingegen erst nach guten 9,5 Stunden die Lichter aus. Leider erreicht das im Lieferumfang enthaltene Netzteil fast schon die Abmessungen eines Notebook-Netzteiles und auch der Dock Connector-Anschluss ist geradezu riesig. Das Gewicht des Netzteils von knapp 145 Gramm ist überdurchschnittlich.

Preis und Ausstattungsvarianten

Für diesen Test wählte netzwelt das Einsteigermodell der AT300-Serie, das AT300-101 mit einem internen Speicher von 16 Gigabyte. Dieses Modell schlägt laut unverbindlicher Preisempfehlung seitens Toshiba mit 449 Euro zu Buche. Der Preis wird von Online-Versandhäusern wie amazon.de deutlich unterboten. Aktuell kostet es dort bereits 70 Euro weniger.

Wer etwas mehr Speicherplatz onboard benötigt, kann einen Blick auf das AT300-100 werfen. Zum Preis von 499 Euro (UVP) verfügt es mit 32 Gigabyte über das Doppelte der Speicherkapazität. Das Toshiba AT300-103 hingegen verfügt zusätzlich über ein eingebautes UMTS-Modul, um überall auf Empfang gehen zu können. Mit 32 Gigabyte großem Flash-Speicher setzt Toshiba für dieses Modell einen Preis von 549 Euro (UVP) an.

Wer ein ähnliches ausgestattetes Gerät sucht, wird etwa beim Asus Transformer Pad oder bei Acers Iconia Tab A700 (Test demnächst auf netzwelt) fündig.

Toshiba AT300: Fazit

Android-Empfehlung für Preisbewusste 5.9/10

Günstiger (Online-)Preis, Leistung satt, farbtreues Display, angenehmes Gewicht, sinnvolle Schnittstellen: Vieles an Toshibas AT300-Serie gefällt. Die wenigen Kritikpunkte wie störende Reflexionen oder das sperrige Netzteil sind schnell aufgezählt. Bemängelten wir beim Vorgängermodell noch das klobige Gehäuse und die streckenweise lieblose Verarbeitung, hat Toshiba bei der aktuellen Serie auch diese Schönheitsfehler ausgemerzt. Unterm Strich hat sich die AT300-Serie daher eine Empfehlung unter den Android-Tablets verdient.

Das hat uns gefallen

  • Anschlüsse
  • SD-Kartenslot

Das hat uns nicht gefallen

  • TN-Panel
  • träger Autofokus der Kamera
Testnote 5,9 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

7,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

6,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

4,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Toshiba Deutschland zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Toshiba AT300 selbst bewerten.

Bisher wurden keine Bewertungen abgegebenen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Android, Mobile World Congress (MWC), Nvidia, Tablet-PC, Toshiba und Toshiba AT300.

Links zum Thema
zur
Startseite

zur
Startseite