TP-Link Neffos N1 im Test: Das moderne "Old School"-Handy

269-Euro-Smartphone ausprobiert

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von Jan Kluczniok
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Neffos N1 7

Wer das Neffos N1 des Herstellers TP-Link kauft, erhält für weniger als 300 Euro ein hochwertig verarbeitetes und robustes Smartphone, das auch diverse Features moderner höherpreisiger Smartphones beinhaltet. Im Test zeigt sich jedoch, an der ein oder anderen Stelle ist das Handy doch ganz schön "Old School".

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Bedienung
  3. Ausstattung und Performance
  4. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen
  8. Datenblatt

Im Januar 2016 kündigte der für Router und weitere Netzwerk-Produkte bekannte Hersteller TP-Link an, in den Smartphone-Markt einzusteigen. Viele glaubten damals nur an ein kurzes Intermezzo, doch das Unternehmen bewies Stehvermögen und präsentierte im vergangenen Jahr mit dem Neffos X1 und dem Neffos X1 Max zwei hochwertige Smartphones für unter 300 Euro. Der ganz große Verkaufserfolg war TP-Link damit zwar noch nicht vergönnt, jedoch verdienen die genannten Geräte aus unserer Sicht das Prädikat "Geheimtipp".

Die Nachfolge der beiden X1-Modelle tritt in diesem Jahr das Neffos N1 an. Hierbei handelt es sich um ein 5,5-Zoll-Smartphone. Das Modell ist somit eher als Nachfolger für das X1 Max anzusehen, als für das kleinere X1-Modell. Wobei das N1 im Vergleich in Sachen Abmessungen und Gewicht noch etwas wuchtiger ausfällt. Dazu kommen wir aber später noch, werfen wir zunächst einmal einen ersten Blick auf das Äußere des Handys.

Design und Verarbeitung

Optisch kommt das Neffos N1 elegant daher. Die Hardware hat TP-Link in einem Gehäuse aus Metall verpackt. Der bei anderen Herstellern in diesem Jahr so beliebte Werkstoff "Glas" befindet sich lediglich in einer rechteckigen Aussparung an der Oberseite des Smartphones, in der die Hauptkamera eingelassen ist. Aufgrund dieses Glasstreifen um die Kamera erinnert uns das Handy stark an das Nexus 6P.

Neffos N1 in Bildern

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In der Hand bestätigt das Smartphone den wertigen Eindruck, für Nutzer mit kleinen Händen ist das TP-Link Neffos N1 jedoch keine gute Wahl. Mit 76,1 Millimetern fällt das Handy sehr breit aus und lässt sich dementsprechend nur schwer umgreifen. Zum Vergleich: Das preislich ähnlich angesiedelte Moto G6 ist trotz größerer Bilddiagonale satte vier Millimeter schmaler. Die enorme Breite des Handys resultiert daher, dass TP-Link auf aktuelle Designtrends wie ein Display im 18:9-Format oder eine Einkerbung im Display verzichtet. Mit diesen Kniffen gelingt es anderen Herstellern, große Bildschirme platzsparend zu verbauen.

Erhältlich ist das Neffos N1 übrigens nur in einer Farbe. Hierbei handelt es sich um einen dunklen Grauton, den TP-Link "Space Black" nennt, wohl eine Anlehnung an die von Apple häufig verwendete Farbbezeichnung "Space Grey". Eine IP-Zertifizierung besitzt das Smartphone nicht.

Bedienung

Bedient wird das Smartphone über den Touchscreen, zusätzlich stehen die Android-Buttons "Zurück", "Zuletzt genutzte Apps" und "Home" als Sensortasten unter dem Screen zur Verfügung. Leider sind diese kaum beleuchtet, sodass es oftmals ein Glücksspiel ist, dass ihr die richtige Taste trefft.

Den Einschalter findet ihr beim Neffos N1 am rechten oberen Rand, die Lautstärke-Regler links. Hier sitzt auch noch ein Schieberegler. Er erlaubt es, das Smartphone stumm zu schalten, wie ihr es etwa vom OnePlus 6 kennt. Entsperrt werden kann das Smartphone über einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Dieser funktionierte im Test sehr zuverlässig.

Ausstattung und Performance

Der Bildschirm des TP-Link Neffos N1 misst wie eingangs erwähnt 5,5 Zoll, die Auflösung fällt mit 1.920 x 1.080 Pixeln sehr scharf aus. Die Farbdarstellung ist natürlich, die Blickwinkel sind ausreichend groß. Unserem Geschmack nach könnte der Screen noch etwas mehr Strahlkraft bieten, auf maximaler Helligkeit lässt er sich aber auch bei Sonneneinstrahlung noch ablesen.

Angetrieben wird das Telefon von einem MediaTek-Chip. Genauer gesagt vom Helio P25 (MTK MT6757CD). Hierbei handelt es sich um einen Octa-Core-Prozessor, der mit maximal 2,6 Gigahertz taktet. Die Prozessoren des taiwanischen Herstellers haben den Ruf nicht so leistungsstark zu sein, wie die konkurrierenden Snapdragon-Modelle des US-Herstellers Qualcomm. Dies gilt aber nicht für den Helio P25. In unserem Benchmark-Vergleich ist das TP-Link-Handy mit der Konkurrenz in dieser Preisklasse gleichauf oder hat gar die Nase vorn. Das Neffos N1 taugt also durchaus auch für Mobile Games.

Smartphone GeekBench (Single-Core) GeekBench (Multi-Core) AnTuTu
TP-Link Neffos N1 913 Punkte 4.035 Punkte 79.058 Punkte
Motorola Moto G6 755 Punkte 3.948 Punkte 63.000 Punkte
Huawei P smart 939 Punkte 3.736 Punkte 87.615 Punkte
Samsung Galaxy A6 (2018) 730 Punkte 3.687 Punkte 62.880 Punkte

Das AnTuTu-Benchmark prüft nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors, auch andere Smartphone-Komponenten wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher werden getestet. GeekBench testet vornehmlich die Prozessorleistung des Smartphones. Dabei wird die Performance mit einem aktivierten Rechenkern (Single-Core) und mit allen aktivierten Kernen (Multi-Core) getestet. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist das Ergebnis jeweils.

Der Speicher des Neffos N1 ist üppig dimensioniert, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte Gerätespeicher sind in dieser Preisklasse überdurchschnittlich. Bei Bedarf könnt ihr sogar noch den Gerätespeicher per microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Zudem kann sich das Smartphone sowohl mit 2,4- als auch mit 5-Gigahertz-WLAN-Netzwerken verbinden, ein moderner USB C-Port ist ebenfalls an Bord.

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Die Ausstattung klingt auf den ersten Blick also sehr gut für diese Preisklasse, doch wer einen tieferen Blick ins Datenblatt riskiert, findet dann doch das ein oder andere Manko. So müsst ihr auf einen NFC-Chip verzichten. Mit dem Handy bezahlen könnt ihr zum Beispiel also nicht.

Des Weiteren läuft das Android-Handy noch mit der älteren Version 7.1 Nougat. Die Konkurrenz in dieser Preisklasse ist längst mit Oreo unterwegs und bei Motorola erhaltet ihr sogar ein garantiertes Android P-Update. TP-Link setzt übrigens nicht auf pures Android, sondern auf einen eigenen Launcher namens "NFUI". Diese bietet keinen App Drawer, alle Anwendungen liegen stattdessen auf dem Startbildschirm. Des Weiteren beinhaltet die Nutzeroberfläche durchaus praktische Erweiterungen wie einen Blaulichtfilter sowie eine Gestensteuerung.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Im Test gefällt das Neffos N1 beim Telefonieren mit einem sehr klaren Klang. In lauten Umgebungen leidet die Sprachqualität aber leider etwas, denn trotz eines weiteren Mikrofons an der Oberseite des Handys, gelingt es dem Modell nicht, Autolärm und weitere Störgeräusche effektiv zu filtern.

Wahlweise lässt sich das Smartphone übrigens auch mit zwei SIM-Karten betreiben. Verwendet ihr das Neffos N1 allerdings als Dual-SIM-Handy, müsst ihr auf die Möglichkeit verzichten, den Speicher per microSD-Karte zu erweitern. TP-Link setzt nämlich auf einen Hybrid-Slot. Beide SIM-Slots unterstützen aber löblicherweise den schnellen Datenfunk LTE.

Strom bezieht das Neffos N1 aus einem 3.260 Milliamperestunden-Akku. Eine Akkuladung sollte genügen, um euch durch den Tag zu bringen, viel längere Laufzeiten sind jedoch nur bei extrem sparsamer Verwendung des Smartphones möglich. Geladen wird der Akku bei Bedarf über den USB C-Port an der Unterseite des Smartphones. Der Ladeprozess verläuft vergleichsweise schnell. Im Test dauerte ein kompletter Ladezyklus knapp 100 Minuten. Wechseln oder drahtlos laden könnt ihr den Akku nicht.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen stellt euch das TP-Link Neffos N1 eine Dual-Kamera auf der Rückseite zur Verfügung. Diese besteht aus zwei 12-Megapixel-Sensoren, allerdings handelt es sich nur bei einem Sensor um einen Farbsensor, die zweite Linse knipst lediglich Monochrom-Bilder. Das soll für scharfe und detailreiche Aufnahmen sorgen. Einen optischen Zoom könnt ihr mit diesem Setup zwar nicht imitieren, die Kamera erlaubt aber Fotos mit Bokeh-Effekt. Selfies nehmt ihr mit maximal acht Megapixeln auf.

TP-Link Neffos N1: Kamera-Samples

4 Bilder
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Im Test schießt die Kamera auch in anspruchsvollen Lichtsituationen noch brauchbare Fotos. Selbst bei Dunkelheit und Dämmerung können noch brauchbare Schnappschüsse gelingen. Allerdings war der Bokeh-Effekt bei uns im Test fehlerhaft. Ihr könnt euch in der Mediengalerie einen eigenen Eindruck von der Bildqualität der Kameras des TP-Link Neffos N1 machen.

Preis und Verfügbarkeit

Das TP-Link Neffos N1 ist seit April 2018 auf dem deutschen Markt erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 269 Euro. Aktuelle Angebote für das Smartphone findet ihr am Ende dieses Artikels.

TP-Link Neffos N1: Fazit

Die solide Alternative zum Smartphone mit Glasrücken 7.6/10

Wer ein günstiges und robustes Smartphone ohne größere Schwächen sucht, ist beim Neffos N1 an der richtigen Adresse. Dank Metallgehäuse ist das Handy deutlich robuster als viele Konkurrenten, die auf ein Glascover setzen. Lediglich der Verzicht auf einen NFC-Chip und das alte Android 7.1 Nougat schmerzen. Zumindest letzteres lässt sich aber per Software-Update beheben.

Das hat uns gefallen

  • Lautlos-Schalter
  • Dual-Kamera

Das hat uns nicht gefallen

  • sehr breit
  • läuft noch mit Android 7.1
  • kein NFC
Testnote 7,6 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt mehrere Wochen lang von TP-Link zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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6
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Bestenlisten

TP-Link Neffos N1 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

TP-Link Neffos N1 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des TP-Link Neffos N1 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das TP-Link Neffos N1 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor MediaTek Helio P25
Display LCD IPS Color (16M) 1080x1920 px (5.5") 401ppi
RAM 4 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 3.260 Milliamperestunden
Hauptkamera 13 Megapixel
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