MSI Afterburner: So übertaktet ihr eure Grafikkarte

Mehr Performance ohne Kosten

von Mirco Lang
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Mehr Grafikleistung ohne Kosten? Mit Übertakten ist das möglich - allerdings nicht völlig ohne Risiko. Netzwelt zeigt euch Schritt für Schritt, wie ihr eure Grafikkarte mit MSI Afterburner übertaktet und verrät, welche Gefahren in diesem Zusammenhang auf euch lauern.

Diese Anleitung bezieht sich auf das Problem Wie kann ich mein Betriebssystem bereinigen, beschleunigen und optimieren?. Wir haben 36 weitere Anleitungen hierzu.

Um den Schritten in der Anleitung folgen zu können, benötigst du "MSI Afterburner" auf deinem PC, Smartphone oder Tablet.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Übertakten?
  2. Diese Risiken bestehen
  3. Das bringt Übertakten in der Praxis
  4. Übertakten mit MSI Afterburner

Genau wie Central Processing Units (CPUs), verfügen auch Graphics Processing Units (GPUs), also die Hauptprozessoren der Grafikkarten, über eine Taktung, also die Gigahertz-Angabe, über die auch Rechner stets beworben werden. Und auch der verbaute Speicher hat einen solchen Takt, der aussagt, wie viele Arbeitsschritte die Hardware pro Sekunde verarbeiten kann.

Was ist Übertakten?

Nun kann Hardware meist mehr, als sie tatsächlich leistet. Der Grund dafür: Ein höherer Takt sorgt auch für mehr Hitze. Und da sind Hersteller natürlich eher konservativ und setzen für die Geräte einen Arbeitstakt, der definitiv ungefährlich ist. Von vielen Karten gibt es aber auch Modelle, die meist den Zusatz "OC" für Overclocking/Übertaktung haben; alternativ werden diese auch mal als "Gaming"-Variante verkauft, schließlich sind es fast ausschließlich Spieler, die sich für dieses Tuning interessieren.

Wenn ihr den Takt nun hoch setzt, steigt die Gefahr, dass die Wärmeabfuhr nicht mehr genügt und die Karte Schaden nimmt, wenn sie lange Zeit unter Vollast läuft. Die Existenz von den OC-Modellvarianten ist aber schon mal ein guter Hinweis darauf, dass da noch Luft nach oben ist. Natürlich könnten diese Modelle auch noch andere Kühlsysteme haben, aber häufig sieht man schon am geringen Preisunterschied, dass es sich wohl einfach um dieselbe Karte mit leicht modifizierten Voreinstellungen handelt.

Diese Risiken bestehen

Zudem ist Overclocking heute nicht mehr so ein Frickelding, wie es noch vor zehn Jahren war. Viele Hersteller bieten selbst Tools an, die diese Einstellungen beherrschen - noch ein Indiz, dass ein paar Takte mehr so schlimm nicht sein können.

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Bevor ihr nun mit dem Tuning beginnt, dennoch der Hinweis: Es könnten Probleme bei der Bilddarstellung und letztlich sogar echte Hardwareschäden entstehen, wenn ihr es übertreibt. Und tendenziell sind das dann keine Fälle mehr für die Garantie! Im Zweifelsfall müsst ihr wohl die Nutzungsbestimmungen des jeweiligen Overclocking-Tools lesen, zumindest, wenn es sich um eines des Herstellers selbst handelt. Bei Drittherstellerwerkzeugen solltet ihr davon ausgehen, dass jegliche Schäden auf eure Kappe gehen.

Das bringt Übertakten in der Praxis

Nach der Panikmache aber ein Wort aus der Praxis: Passieren tut heutzutage kaum noch etwas, solange man die Werte nicht ansatzlos von 0 auf 100 hoch jagt und den Rechner dann 10 Stunden bei 35 Grad Außentemperatur laufen lässt. Letztlich müsst ihr abwägen, ob sich das Risiko für euch lohnt.

Immer noch der beste Weg, den Erfolg des Übertaktens zu messen: Der Standard-Grafikkarten-Benchmark 3DMark.
Immer noch der beste Weg, den Erfolg des Übertaktens zu messen: Der Standard-Grafikkarten-Benchmark 3DMark. (Quelle: netzwelt)

Die erzielten Gewinne sind übrigens häufig eher moderat. Spiele, die ein wenig ruckeln, könnten danach flüssig laufen, aber nicht laufende Titel werden damit nicht plötzlich flüssig spielbar sein. Um mal eine Zahl in den Raum zu werfen: Auf dem hiesigen Testsystem ließen sich ganz schnell gut 7 Prozent Zuwachs beim 3DMark-Benchmark gewinnen. Eine GTX 960 mit 150 zusätzlichen Megahertz erzielte hier 1.841 Punkte - ohne Übertaktung sind es nur 1.716 Punkte.

Übertakten mit MSI Afterburner

So geht's

Das Tool Afterburner von MSI hat sich ein wenig zum Standardwerkzeug zum Übertakten gemausert und funktioniert auch mit Modellen anderer Hersteller. Zudem ist es eine gute Idee, das Tool GPU-Z zusätzlich zu öffnen, um damit Temperatur und sonstige Werte immer live im Blick zu haben. GPU-Z bietet einfach ein paar bessere Ansichten als Afterburner selbst. []

Um zum Beispiel die höchste gemessene Temperatur direkt in der Taskleiste zu sehen, öffnet GPU-Z, wechselt zum Reiter "Sensors" [] und klickt auf den kleinen Pfeil neben dem Eintrag "GPU Temperature". In dem Menü wählt ihr dann zwei Optionen: "Show in GPU-Z Window Title", damit der Wert in der Titelzeile und somit der Taskleiste auftaucht, und "Show Highest Reading", um den Höchstwert zu sehen. [] Vielleicht noch wichtiger: Ihr seht hier auch die Werte, die ihr gleich mit Afterburner manipulieren werdet. Und somit ist GPU-Z die ideale Kontrollinstanz.

Das Übertakten in Afterburner ist jetzt im Grunde ganz einfach, alles Nötige befindet sich direkt auf der Startseite des Tools. Wichtig sind erstmal nur die beiden Werte "Memory Clock" und "Core Clock". Beide solltet ihr in kleinen Schritten hochfahren. Bei 5 Megahertz seid ihr definitiv im sicheren Bereich. Habt aber auch eine längere Session vor euch. Bestätigt die Einstellungen dann über den "Apply"-Knopf und kontrolliert die Temperatur und ob irgendwelche Bildfehler zu sehen sind. Das können Streifen im Bild sein, Flackern, Artefakte bei Bewegungen und so weiter. []

Wiederholt das Prozedere so lange, wie ihr euch traut - oder bis ein erster Fehler auftritt. In diesem Fall solltet ihr dann nochmal ein paar Megahertz extra abziehen. Bei Temperaturproblemen solltet ihr zunächst versuchen, die automatische Lüftersteuerung zu deaktivieren und den Regler ganz auf zu drehen.

Die beiden übrigen Regler, "Core Voltage" und "Power Limit" manipulieren die Stromversorgung. Mehr maximale Stromaufnahme und höhere Spannung können die restlichen Werte vielleicht noch ein wenig nach vorne bringen, wir würden aber eher abraten. Zudem müsstet ihr euch erstmal mit den genauen Spezifikationen der Grafikkarte auseinandersetzen, um sie nicht letztlich doch noch zu zerstören.

Übrigens: Afterburner sieht auf den ersten Blick sehr simpel gestrickt aus, bietet aber sehr viele Optionen in den Einstellungen - auch andere Themes. Und je nachdem, welche Hardware-Features erkannt wurden, können im Hauptfenster auch noch andere Regler auftauchen! Infos dazu gibt es meist per Tool-Tip, wenn ihr mit dem Mauszeiger über den Schieberegler fahrt.

Das Worst-Case-Szenario: Ihr setzt einen Wert, der Rechner stürzt ab und beim nächsten Hochfahren ebenfalls. Das ist extrem unwahrscheinlich, aber Panik ist auch dann fehl am Platz: Fahrt den Rechner im abgesicherten Modus hoch, deinstalliert Afterburner und startet erneut normal. Wenn nur die Karte ausgefallen ist, könnt ihr auch die Onboard-Grafikkarte nutzen. Wenn der Anschluss kein Bild liefert, muss sie gegebenenfalls erst aktiviert werden.

Erzielt ihr durch das Übertakten nicht den erhofften Leistungsschub, hilft nur ein Wechsel der Grafikkarte. Wie ihr eine neue Grafikkarte in euren Rechner einbaut, erfahrt ihr im verlinkten Artikel.

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