WD My Passport Wireless Pro im Test: Mini-NAS für Unterwegs

Klein, fein und portabel

WD My Passport Wireless Pro - Hero

Die kabellose Festplatte My Passport Wireless Pro von Western Digital verzichtet für den laufenden Betrieb auf jegliches Kabel. Wie gut das funktioniert, überprüfen wir für euch im Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Theorie
  2. Praxis
  3. Streamingserver
  4. Ausdauer
  5. Fazit
  6. Mitmachen & gewinnen

Eine kabellose Festplatte klingt nach Freiheit und insgeheim hofft man: nicht nach Abenteuer. Nun ist kabellos nicht neu. Ins Internet gehen wir per WLAN und die Daten speichern wir ebenso. Die Maus ist per Bluetooth angeschlossen und auch die Boxen tönen ohne lästigen Kabelsalat. Gerüchten zufolge soll das iPhone 8 sogar auf das Ladekabel verzichten. Aber eine Festplatte komplett ohne Kabel? Das ist zumindest nicht besonders häufig, oder vielleicht besser: noch nicht.

Theorie

Die WD My Passport Wireless Pro Festplatte kommt mit einem eigenen WLAN-Server und einem eingebauten Akku daher. Natürlich muss dieser ab und zu aufgeladen werden, aber Western Digital verspricht zehn Stunden Dauerbetrieb mit einer Ladung. Das sollte für die meisten Einsatzzwecke reichen. Da die Festplatte den schnellen 802.11ac-WLAN-Standard nutzt, benötigen Datenübertragungen auch nicht all zu lang.

WD My Passport Wireless Pro
WD My Passport Wireless Pro (Quelle: Western Digital)

Praktischerweise kommt die flächenmäßig CD-große Festplatte mit einem SD-Card-Steckplatz und, falls eure Kamera CF-Cards nutzt, einem integrierten USB-2.0-Anschluss zum direkten Verbinden mit der Kamera oder anderen USB-Geräten. So könnt ihr unterwegs die Bilder Kamera speichern, auch wenn diese kein WLAN-Modul besitzt.

Am Ende der Fotosession streamt ihr mit dem installierten Plex-Mediaserver dann noch den zu Hause gerippten Film "The Bang Bang Club" über südafrikanische Pressefotografen in der Spätphase der Apartheid aufs iPad. Alternativ könnt ihr auch Kamera oder iPhone über den USB-Anschluss der Festplatte laden. Der integrierte Akku hat immerhin eine Kapazität von 6.400 mAh. Solltet ihr zu Hause dann die Bilder und Videos der Session auf den Rechner übertragen wollen, nutzt ihr die integrierte USB-3-Schnittstelle, um Zeit zu sparen.

Praxis

Doch beginnen wir von vorn. Zuerst muss die Festplatte natürlich in Betrieb genommen werden. Der integrierte WLAN-Server startet dabei automatisch. Sobald die blauen LEDs leuchten, verbindet euren Computer/Mac oder das iOS-Gerät mit der Netzwerkfestplatte. Ob ihr die dazugehörige App verwendet, oder den Browser am PC, spielt dabei keine Rolle. Am Anfang müsst ihr Smartphone oder Computer in das WLAN der Festplatte einbuchen. In der App oder der Weboberfläche konfiguriert ihr die Festplatte ganz nach euren Wünschen. Die Oberfläche ähnelt - in abgespeckter Form - der My Cloud Mirror Festplatte. Hier richtet ihr vor allem das Verhalten der Festplatte beim Anschluss eines weiteren USB-Mediums oder beim Einstecken einer SD-Card ein. Auf Wunsch kopiert die My Passport den Inhalt der Medien oder verschiebt ihn - entweder automatisch oder auf Befehl. Zudem installierst ihr hier den Plex-Medienserver oder konfiguriert den Twonky-Server mit ähnlichem Funktionsumfang.

iOS-App My Cloud Oberfläche Sidebar iOS-App My Cloud Oberfläche
My Passport: Alle Menuoberflächen für Web, Mac & iOS.

Für Plex benötigt die Festplatte allerdings einen Internetzugang und den richtet man unter dem Reiter WLAN ein. Hier bindet ihr die My Passport ins heimische WLAN ein. Einmal ins Netz eingebucht, ist die WD My Passport Wireless Pro von jedem Gerät aus eurem Netzwerk zu erreichen.

Am Mac meldet sie sich zum Beispiel in der Seitenleiste als Netzwerkfestplatte und die iOS-Geräte erreicht sie über die zugehörige App, ohne dass sich die Geräte im Netzwerk der Wireless Pro befinden müssen. So habt ihr zum Beispiel auch Zugriff auf die extern an den USB-2-Port der Festplatte angeschlossenen Medien. Die versuchsweise angeschlossene SanDisk Extreme 510 SSD stand nahezu sofort zum Befüllen zur Verfügung. Dank WLAN- und USB-2-Verbindung benötigt ihr knapp vier Minuten, um eine 600-Megabyte-Datei zu kopieren. Direkt auf die My Passport Wireless Pro benötigt der Vorgang eine Minuten und zehn Sekunden.

Eine SD-Karte mit sechs Gigabyte Fotos kopiert die Wireless Pro in rund drei Minuten. Der Mac benötigt für die gleiche Aufgabe mit angeschlossenem USB-2-Cardreader knapp zehn Minuten. Zum Vergleich haben wir die Festplatte direkt via USB-3 an den Rechner angeschlossen und kopierten einen fünf Gigabyte großer Ordner mit 2.400 Objekten in rund zwei Minuten. Laut Black Magic Speed Test erreicht die Festplatte per USB-3 maximal eine Datentransferrate von 110 Megabyte pro Sekunde.

Lesen Schreiben
Sequentiell, 32 Queues, 1 Thread 119 MB/s 118,8 MB/s
Sequentiell 118,9 MB/s 118,1 MB/s
Zufällig 4KiB, 32 Queues, 1 Thread 0,585 MB/s 1,256 MB/s
Zufällig 4KiB 0,524 MB/s 1,241 MB/s

Der Test wurde mit CrystalDiskMark 5.2.1 x64 durchgeführt.

Streamingserver

Doch auch neben der Funktion als Datensammler macht sich die WD My Passport Wireless Pro auf Dauer unverzichtbar. Der optional zu installierende Plex-Server macht aus der Netzwerkfestplatte einen handlichen und vor allem mobilen Streamingserver. Kopiert eure Lieblingsbilder, -musik und -filme auf das Laufwerk und genießr diese unterwegs oder bei Freunden am Fernseher - ganz ohne Kabel natürlich.

Den Plex-Server installiert ihr optional direkt in der Weboberfläche des My Passport. Dort öffnet sich auch die einfach zu bedienende Konfigurationsoberfläche. Alles, was ihr für die Nutzung darüberhinaus gehend benötigen, ist ein Plex-Player, der für nahezu alle Plattformen zur Verfügung steht. Dieser scannt automatisch nach aktiven Servern und verbindet sich von selbst damit.

Ausdauer

Trotz des ausgiebigen Tests mit zahlreichen Kopiervorgängen, einigen Videostreams, diversen Zurücksetzungen in den Werkszustand und Einbuchungen von unterschiedlichen Geräten verbrauchte die Festplatte in sechseinhalb Stunden nur 90 Prozent der Akkukapazität von 6.400 mAh. Das ist ein guter Wert. Zu Hause musst ihr schließlich nicht für einen gleichbleibenden Ausgangszustand sorgen und werdet nicht ununterbrochen kopieren, was die Schnittstellen hergeben. Verständlicherweise reduziert sich die Batteriekapazität noch schneller, wenn ihr euer iPhone zwischendurch zum Laden anschließt. Nur für den Vergleich: Die Akkukapazität des iPhone 7 beträgt knapp 2.000 mAh.

Fazit

Die WD My Passport Wireless Pro überzeugt als Gesamtpaket. Sie ist nicht die schnellste Festplatte am Markt, aber die einzige, die einen Akku, einen WLAN-Server, einen SD-Card-Leser und zwei USBPorts an Bord hat. Für den Einsatz als Datengrab am heimischen Schreibtisch gibt es günstigere und schnellere Festplatten, aber unterwegs die Bilder von der Kamera zu speichern und abends noch einen Film zu genießen hat was. Und der Einsatz als überall einsetzbarer Streamingserver ist auch nicht zu verachten.

Im Gespann mit einem iPad und dem Plex-Server ist die Wireless Pro auch ein sehr praktischer Bildbetrachter für unterwegs. Dass ihr zudem mit der Festplatte immer einen Ersatzakku für Kamera und Telefon dabei habt, ist auch sehr pfiffig. Dass die Entwickler sich Gedanken gemacht haben, sieht man an solchen Kleinigkeiten wie dem fast nahtlosen Einschub der SD-Cards. Da bricht selbst bei eingelegter Karte während des Transports nichts ab.

Mitmachen & gewinnen

In unserem eigenen Test konnten wir uns bereits von der Qualität der My Passport Wireless Pro von Western Digital überzeugen. Natürlich hängt die Bewertung stark von dem jeweils gewählten Einsatz-Szenario ab. Im Büro hat es die Festplatte natürlich einfacher als auf Reisen. Um herauszufinden, wie gut die My Passport Wireless Pro wirklich funktioniert, möchten wir euch einladen, den Unterwegs-Speicher ebenfalls bei euch zu Hause im Einsatz zu testen.


WD My Passport Wireless Pro

Aktuelle Preise

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7
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Bestenlisten

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