DxO statt Leica: Dual-Kamera-Smartphone Wiko WIM im Kurztest

Angriff auf die Premium-Klasse

WIKO Wim 8

Wiko will nicht mehr länger nur mit Budget-Smartphones wie dem Lenny, Robby oder Tommy Geld verdienen, sondern mit dem neuen Premium-Modell Wiko WIM auch betuchtere Käufer von sich überzeugen. Dabei sollen eine Dual-Kamera von DxO sowie pfiffiges Zubehör helfen. Ein Kurztest.

Inhaltsverzeichnis

  1. Dual-Kamera von DxO statt Leica
  2. WiView: Flip-Case mit Touch-Oberfläche
  3. Technische Daten
  4. Das hat uns am Wiko WIM nicht gefallen...
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. Fazit

Der französische Hersteller Wiko hat sich seit seinem Markteintritt 2014 auf dem deutschen Smartphone-Markt etabliert und sich einen Platz unter den Top 5 gesichert. Der Erfolg beruht dabei vornehmlich auf dem Verkauf günstiger Smartphones. Vor allem in den Preissegmenten bis 100 und bis 200 Euro ist Wiko mit Geräten wie dem Wiko Lenny stark.

Versuche, sich auch in den höheren Preisklassen als Hersteller zu etablieren, schlugen dagegen fehl. Die Wiko Highway-Modelle enttäuschten - zumindest in Deutschland. Die Serie wurde daher eingestellt, letzter Vertreter war das Highway Star 4G, das im April 2015 auf den Markt kam.

Wiko WIM im Kurztest

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Nun wagt der französische Hersteller einen neuen Versuch. Da der Name Highway allerdings "verbrannt" ist, hört die neue Premium-Serie auf den Namen Wiko WIM. "WIM" klingt zwar wie eine Aneinanderreihung beliebiger Buchstaben, steht aber für "Wiko in Marseille". In der südfranzösischen Stadt befindet sich der Hauptsitz des noch jungen Unternehmens.

Dual-Kamera von DxO statt Leica

Womit will das Wiko WIM punkten? Wiko geht mit dem Trend und verbaut auf der Rückseite des Smartphones eine Dual-Kamera. Sie besteht aus einem Schwarz-Weiß- und einem Farbsensor. Beide Kameras lösen mit 13 Megapixeln auf und sollen im Zusammenspiel scharfe und kontrastreiche Bilder auch bei schwachen Lichtverhältnissen liefern. Ein optischer Zoom, wie ihn die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus bietet, ist dagegen mit dem Wiko WIM nicht möglich. Das Set-up erinnert an das Huawei P9.

Wiko Wim im Kurztest

Ähnlich wie Huawei mit Leica hat sich auch Wiko einen oder besser gesagt gleich zwei prominente Partner gesucht, die dem Unternehmen bei der Entwicklung der Dual-Kamera unter die Arme greifen. Namentlich handelt es sich dabei um Chiphersteller Qualcomm, der mit dem Snapdragon 626 auch das Herzstück des Wiko WIM liefert, sowie die ebenfalls aus Frankreich stammende Software-Firma DxO Labs, die auch die populäre Kameratest-Webseite DxOMark betreibt.

Vom Ergebnis ist der französische Hersteller sehr überzeugt. Das wurde beim Besuch auf dem Wiko-Messestand auf dem MWC in Barcelona deutlich. Für Journalisten gab es einen abgegrenzten Raum, in dem in einer Märchenwald-Umgebung Bilder mit dem WIM bei verschiedenen Lichtverhältnissen geschossen wurden - allerdings nicht von uns selbst, sondern von einem Wiko-Mitarbeiter. Die Ergebnisse gab es aber als Ausdruck im DINA4-Format mit. Dem ersten Eindruck nach gefallen die Aufnahmen. Selbst bei Dunkelheit ist kaum ein Rauschen zu erkennen, allerdings leidet die Detailgenauigkeit.

Allerdings sei erwähnt, dass Wiko die Aufnahmen nicht direkt vom Smartphone gedruckt hat. Stattdessen wurden sie im RAW-Format an einen Laptop übertragen. Hier lief vor dem Druck noch einmal ein Filter, der angeblich nur die Bilder für den Druck aufhellen sollte. Da uns Wiko aber nicht die Original-Dateien zur Verfügung stellte, können wir nicht ausschließen, dass im Hintergrund noch Lightroom-Filter und Algorithmen zur Verbesserung der Bildqualität angewandt wurden. Abschließend lässt sich die Bildqualität also erst nach einem Test in der Redaktion beurteilen.

Damit ihr euch aber einen ersten Eindruck von der Kamera des Wiko WIM machen könnt, haben wir für euch die ausgedruckten Bilder eingescannt und nachfolgend eingebunden. Beachtet, dass es durch den Scanvorgang und die anschließende JPEG-Komprimierung zu einem Qualitätsverlust gekommen sein kann.

Kamera-Sample Wiko WIM: Links bei Dunkelheit, Rechts bei Tageslicht.
Kamera-Sample Wiko WIM: Links bei Dunkelheit, Rechts bei Tageslicht. (Quelle: Wiko)

WiView: Flip-Case mit Touch-Oberfläche

Die Kamera ist jedoch nicht die einzige Besonderheit am Wiko WIM. Auch bei den Accessories hat sich Wiko etwas einfallen lassen. So wird es ein Flip Case namens "WiView" geben, dessen Cover durchsichtig und berührungsempfindlich ist. Ihr könnt dann einfach Fotos schießen oder auf Benachrichtigungen antworten ohne das Cover öffnen zu müssen. Praktisch. Das Case wird separat verkauft werden, es wird voraussichtlich 40 Euro kosten.

Technische Daten

  • Display: 5,5 Zoll (Full HD)
  • Prozessor: Snapdragon 626 (Octa-Core)
  • Arbeitsspeicher: 4 Gigabyte
  • Gerätespeicher: 32 Gigabyte
  • Kamera: 13 Megapixel-Dual-Kamera
  • Frontkamera: 16 Megapixel
  • Akku: 3.200 Milliamperestunden
  • Betriebssytem: Android 7.0 Nougat

Das hat uns am Wiko WIM nicht gefallen...

Für Kamera und Zubehör verdient sich Wiko ein Lob, was uns am WIM jedoch nicht gefallen hat, ist die Verarbeitung. Der 5,5 Zöller verfügt über einen Metallrahmen, die Rückseite ziert jedoch ein Kunststoffcover. Angesichts der Konkurrenz im anvisierten Preissegment ein No-Go. Wir hätten uns lieber ein Cover aus Glas oder Metall gewünscht oder zumindest etwas ausgefalleneres wie etwa ein Kunststoffcover mit Lederüberzug.

Immerhin will Wiko das WIM mit verschiedenen Kunststoffoberflächen anbieten. Neben einem glitschigen Glossy-Cover, soll es auch eine matte Variante geben.

Preis und Verfügbarkeit

Das Wiko WIM ist ab sofort im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 399 Euro. Möglicherweise wird es das WIM bald auch subventioniert in Verbindung mit einem Laufzeitvertrag zu kaufen geben. Wiko steht hier derzeit mit mehreren Mobilfunkanbietern in Deutschland im Gespräch.

Fazit

Das Wiko WIM gefällt im Kurztest. Die berührungsempfindliche Schutzhülle ist eine pfiffige Idee. Die Dual-Kamera hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. Der Preis erscheint jedoch etwas hoch. Zum selben Preis erhaltet ihr auch vergleichbare Modelle von Markenherstellern wie Huawei (P9), Lenovo (Moto Z Play) oder Samsung (Galaxy S6). Kunststoffcover sind zudem in diesem Preissegment mittlerweile ein No-Go.

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