Zolo Liberty Plus im Test: Die Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer von Anker

In-Ear-Kopfhörer mit Buetooth 5.0-Anbindung

Die Steuerung der Zolo Liberty-Reihe erfolgt über berührungsempfindliche Sensorflächen. Das klappt im Alltag nicht immer auf Anhieb.

Einen Bluetooth-Kopfhörer der "True Wireless"-Klasse hat Zolo, eine Untermarke von Anker, mit der Liberty-Reihe im Programm. Wir setzen uns im Test das ab Ende Januar erhältliche Modell Zolo Liberty Plus ins Ohr. Die günstigen, drahtlosen In-Ear-Kopfhörer wollen unter anderem mit Bluetooth 5.0 punkten, bereiteten uns im Test jedoch zunächst nur wenig Freude.

Inhaltsverzeichnis

  1. Unterschiede zwischen Liberty und Liberty +
  2. Design und Verarbeitung
  3. Passform: Die lange Suche nach dem passenden Aufsatz
  4. Hörtest: So klingen die Zolo Liberty Plus
  5. Bluetooth 5.0: Gefangen in der Setup-Schleife
  6. Steuerung per Sensorflächen
  7. Die Umwelt wahrnehmen: Das kann der Transparenz-Modus
  8. Update 29. Januar: Besserer Verbindungsaufbau beim Serienmodell
  9. Fazit & Alternativen

Hinweis: Anker hatte uns für diesen Test zunächst ein Vorserienmodell der Liberty+-Reihe zu Verfügung gestellt, welches heftige Probleme beim Verbinden mit Zuspielern hatte. Der Hersteller hat uns nun ein neues Exemplar, das nun der Serienfertigung entspricht, zu Verfügung gestellt. Der Artikel wurde um entsprechende Absätze am Ende ergänzt und die Endnote angepasst.

Knopf im Ohr: Bluetooth-Kopfhörer werden immer kleiner und kleiner und dabei immer smarter. Die zu Anker gehörende Marke Zolo entfachte zwischenzeitlich einen regelrechten Hype um die Liberty-Serie. Wohl auch, weil es die Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer im Rahmen einer Amazon-Aktion zum Preis von knapp 60 Euro zu kaufen gab.

Unterschiede zwischen Liberty und Liberty +

Doch Achtung - es gibt zwei Varianten des Liberty, die sich äußerlich kaum voneinander unterscheiden. Bereits länger erhältlich ist das Modell Liberty. Ihr könnt es aktuell zum Preis von knapp 90 Euro kaufen.

Neuer und mit der Hilfe der Kickstarter-Community erfolgreich finanziert ist die an dieser Stelle getestete Modellvariante Zolo Liberty Plus. Sie kostet rund 130 Euro und soll ab Ende Januar in den Handel kommen. Die auffälligsten Unterschiede: Während die erste Liberty-Version eine Bluetooth 4.2-Verbindung zum Zuspieler aufbaut, funkt die Plus-Version bereits mit Bluetooth 5.0.

Einen weiteren Unterschied gibt es in der Akkulaufzeit. Die Kopfhörer werden über ein mitgeliefertes Ladecase mit Strom versorgt, wenn sich der interne Mini-Akku nach einer Laufzeit von gut 3,5 Stunden dem Ende entgegen neigt.

Zolo by Anker Liberty Plus

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Das optisch identische Ladecase des Liberty ermöglicht es, beide Kopfhörer etwa sechs bis sieben Mal wieder aufzuladen, bevor es selbst per microUSB-Kabel an die Steckdose muss. Beim Liberty + sind es hingegen 13 bis 14 Mal. Diese Werte gelten zumindest in der Theorie. Rechnet damit, dass die Laufzeiten in der Praxis darunter liegen.

Die Plus-Version bietet darüberhinaus eine Art Geräuschfilterung mit so genannter Pass Through-Funktion (Transparenz-Modus) und leicht größere Treiber. Dazu später mehr.

Design und Verarbeitung

Die Zolo-Kopfhörer kommen in einem schicken Ladecase, das etwa doppelt so groß und doppelt so schwer ist wie das der Apple AirPods. Gefühlt ist das Metallcase dafür aber auch doppelt so robust. Auf der Vorderseite gibt es am Case drei Status-LED, die den Akkuladestand signalisieren.

Im Lieferumfang enthalten sind zudem drei verschieden große Silikonaufsätze für die Treibereinheiten sowie drei verschieden große "GripFit" - ebenfalls aus weichem Silikon gefertigte Überzieher, die einen ordnungsgemäßen Sitz der In-Ear-Kopfhörer gewährleisten sollen.

Die Liberty+-Kopfhörer kommen ohne sichtbaren Antennenstummel aus.
Die Liberty+-Kopfhörer kommen ohne sichtbaren Antennenstummel aus. (Quelle: netzwelt)

Die etwa daumendicken Kopfhörer selbst bringen jeweils 6,5 Gramm auf die Redaktionswaage. Die AirPods wiegen nur jeweils 4 Gramm. Dafür setzt ihr euch mit den Zolos im Ohr nicht dem Gespött der anderen U-Bahn-Fahrer aus, denn die Anker-Kopfhörer kommen ganz ohne Antennenstummel aus. An der generellen Verarbeitungsqualität haben wir nichts auszusetzen.

Passform: Die lange Suche nach dem passenden Aufsatz

Der Autor hatte bereits in der Vergangenheit Probleme, gut passende In-Ear-Kopfhörer zu finden. Am besten kommt er mit sich ausdehnenden Schaumstoff-Polstern zurecht, wie sie Shure-Kopfhörern beispielsweise oft beiliegen. Diese liegen den Liberty-Modellen jedoch nicht bei.

Nach dem Ausprobieren sämtlicher Silikon-Aufsätze und GripFit-Größen fanden wir keine wirklich einwandfrei passende Kombination. Zwar sitzen die Liberty-In-Ears sicher im Ohr und fallen auch beim Joggen oder beim kräftigen Kopfschütteln nicht aus den Ohren. Der Treiber sitzt aber nicht nah genug am Ohr, was stetige Auswirkungen auf den Klang zur Folge hat.

Hörtest: So klingen die Zolo Liberty Plus

Dabei wird der Klang von In-Ear-Kopfhörern bekanntlich maßgeblich durch die Passform beeinflusst. Drücken wir die Zolos mit den Fingern etwas in die Ohren, nehmen wir einen etwas bassbetonten Klang wahr, der uns an die AirPods erinnert und durchaus zusagt.

Nehmen wir die Finger weg, verändert sich stets die Position der In-Ears und der Klang wird dünner. Nicht nur der Bass schwindet auf ein Minimum, auch Mitten und Höhen verlieren an Aussagekraft. Das Intro des "Moop Mama"-Albums M.O.O.P.Topia hatten wir jedenfalls schon deutlich besser im Ohr. Die Bläser und die Drums klingen zu weit weg und etwas fade.

Selbst bei idealem Sitz haut uns der Klang nicht vom Hocker. Die Bühne, die der Liberty + im Kopf aufspannt ist verhältnismäßig begrenzt, mitunter fällt es schwer, einzelne Instrumente im Raum zuzuordnen. Doch die ultrakompakten Zolos sehen wir ohnehin eher im sportlichen Einsatz und hier kommen wir mit einem dünneren Klang besser klar, als in den heimischen vier Wänden. Unterm Strich hat das Testgerät klanglich im direkten Vergleich zu anderen kabellosen In-Ear-Modellen wie dem Sennheiser Momentum In-Ear Wireless aber auch den Apple AirPods das Nachsehen.

Bluetooth 5.0: Gefangen in der Setup-Schleife

Arge Probleme hatten wir beim Verbinden der Zolo Liberty+-Kopfhörer. Die In-Ears setzen auf Bluetooth 5.0, was prinzipiell unter anderem eine deutlich größere Reichweite verspricht.

Sowohl mit einem iPhone 8 als auch mit einem iPhone X gelang uns das initiale Setup mühelos. Wie vom Hersteller versprochen reichte es aus, die Kopfhörer aus der Ladeschale zu nehmen. Anschließend schalten sich die beiden Kopfhörer-Einheiten selbstständig ein und tauchten in den Bluetooth-Einstellungen der Smartphones auf.

Zwei Tage später konnten wir keine Verbindung mehr herstellen. Die Bedienungsanleitung ist überfragt. Die Rede ist hier lediglich von einem Zurücksetzen der Kopfhörer (vorgesehen für den Fall, dass nur aus einem Speaker Ton kommt) durch einen doppelten Druck auf die Sensorschaltflächen am Gehäuse.

Bluetooth-Kopfhörer im Test

Wir testen in regelmäßigen Abständen Bluetooth-Kopfhörer. Hier findet ihr alle Test-Ergebnisse und Modelle im Überblick.


Zum Überblick

Die verbauten LEDs fingen danach auch prompt an, in einem anderen Rhythmus zu blinken. Doch uns gelang anschließend keine Verbindung mehr. Auch mit dem Samsung Galaxy S8 gelang uns kein Kopplungsvorgang. Merkwürdig! Wenn auch ihr Probleme rund um Bluetooth-Verbindungen habt, dann schaut in folgendem Problemlöser-Artikel vorbei.

Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels sind die Zolo Liberty Plus noch nicht offiziell verfügbar. Der Marktstart soll aber noch im Januar 2018 erfolgen. Eventuell treten die Verbindungsprobleme bei anderen Chargen nicht auf.

Steuerung per Sensorflächen

Bei drahtlosen In-Ear-Kopfhörern leidet bauartbedingt meist die Bedienung, so auch beim Zolo Wirless Liberty Plus. Je nachdem, wie lange ihr auf die Gehäuse drückt, werden unterschiedliche Funktionen wie das Aufrufen der Sprachassistenten oder das Annehmen und Beenden von eingehenden Telefonaten geregelt.

Das empfanden wir im Test als Glücksspiel. Das Ändern der Lautstärke ist auf diese Weise ohnehin nicht vorgesehen, dazu muss stets das Smartphone herangezogen werden. Über eine kostenlose App habt ihr Zugriff auf einen rudimentären Equalizer, der über einige Presets Änderungen am Klangbild erlaubt. Bei Bedarf lässt sich per App auch der so genannte Transparenz-Modus aktivieren beziehungsweise deaktivieren. Dies funktioniert aber prinzipiell auch über einen langen Druck auf die Sensorflächen des Kopfhörers.

Die Umwelt wahrnehmen: Das kann der Transparenz-Modus

Ähnlich wie bei manchen Kopfhören mit aktiver Geräuschunterdrückung, auch Active Noise Cancelling (ANC) genannt, könnt ihr eine Pass-Through-Funktion aktivieren. Dann leitet der Zolo Stimmen und andere Geräusche über die eingebauten Mikrofone verstärkt ans Ohr. Die ist etwa dann praktisch, wenn ihr euch mit laufender Musik nicht komplett vom Umweltgeschehen, etwa vom Straßenverkehr, abschotten wollt. Eine waschechte ANC-Funktion bietet das Testgerät hingegen nicht.

Update 29. Januar: Besserer Verbindungsaufbau beim Serienmodell

Inzwischen hat uns Zolo mit einer Serienversion des Liberty + versorgt. Diese haben wir nun seit zwei Tagen im Einsatz und die oben angesprochenen Verbindungsprobleme tauchen bei diesem Exemplar nicht mehr auf. Die übrigen Kritikpunkte bleiben weiter bestehen. Die Endnote wurde von vormals 6.2 auf nun 7.1 angehoben.

Zolo Liberty Plus: Fazit

Wem er passt ... 7.1/10

Eigentlich macht der Zolo Liberty Plus seine Sache im Test gut. Beim Hörtest stockt uns nicht der Atem, doch für einen Alltagskopfhörer den man bedenkenlos auch mit zum Sport nehmen kann spielen sie sicher mehr als ausreichend auf. Die heftigen Verbindungsprobleme traten mit einem zweiten Modell nicht mehr auf. Wir gehen daher von einem Einzelfall aus.

Das hat uns gefallen

  • Kompakt und unauffällig
  • Transparenz-Modus
  • Gutes Ladecase für lange Laufzeiten

Das hat uns nicht gefallen

  • dünner Klang
  • Steuerung
  • keine automatische Pausierung
Testnote 7,1 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

7,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

6,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Die Zolo Liberty Plus wurden uns von Anker zu Verfügung gestellt. Aus hygienischen Gründen verbleiben die Kopfhörer nach dem Test in der Redaktion.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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